BARF – eine Form der Hundeernährung

Immer öfter tauschen sich Hundebesitzer über Möglichkeiten der Fütterung aus. So wird auch das Barfen, früher skeptisch beäugt, immer häufiger ausprobiert.

INHALT
Was ist Barfen? Der Hund is(s)t nicht wie der Wolf: Das ist beim Barfen zu beachten Noch ein wichtiges Thema: Hygiene
Was ist Barfen?

Übersetzen kann man BARFEN (= Biological appropriate raw food) mit „Biologisch artgerechte Roh-Fütterung“. Es geht dabei jedoch nicht einfach nur um irgendein rohes Fleisch oder ungekochte Knochen mit Fleischresten, an denen sich der Hund satt nagen und fressen darf, sondern um die Idee, den Hund wieder möglichst ursprünglich zu ernähren.

Der Hund is(s)t nicht wie der Wolf: Das ist beim Barfen zu beachten

Wir alle wissen, dass Hunde vom Wolf abstammen und dass Wölfe Fleisch- und Aasfresser sind. Jedoch hat sich im Rahmen der Domestizierung des Hundes auch dessen Magen-Darm-Trakt den Gegebenheiten in der menschlichen Obhut angepasst und der Hund ist mit dem Laufe der Zeit zum Carni-Omnivor, also dem Fleisch-Allesfresser, geworden. Ein 2013 veröffentlichter Artikel hat gezeigt, dass Hunde sich an die menschliche Ernährung angepasst haben und im Vergleich zum Wolf größere Mengen Stärke aufschließen und als Energiequelle nutzen können. Von daher ist die Ernährung des Wolfes nicht 1:1 auf den Hund übertragbar.

Vor jedem Start ins Barfen sollte ein ausgewogener Ernährungsplan für den Hund erarbeitet werden, damit es zu keiner Mangelernährung kommt. Auf den Speiseplan beim Barfen gehört nicht nur Fleisch, sondern auch Obst, Gemüse, gesunde Öle und Getreide. Du solltest dich also vorab gründlich informieren und auch mit deinem Tierarzt sprechen, wie du den Plan “Barfen” sinnvoll umsetzt. Gerade zu Beginn der Futterumstellung ist es sinnvoll eng mit dem Tierarzt zusammen zu arbeiten. Vielleicht willst du es ganz genau wissen und lässt zum Start ein großes Blutbild und einen Check des Hundes vornehmen. Nach etwa sechs bis acht Monaten (spätestens nach einem Jahr) Barfen sollte eine erneute Kontrolle erfolgen, um zu sehen, ob alles gut verläuft.

Dir sollte bewusst sein, dass das Barfen mehr Aufwand erfordert als einfach ein Trocken- oder Nassfutter zu füttern. Zusätzlich zu dem Einkauf der Futterkomponenten kommt noch das Zubereiten hinzu, welches gerade am Anfang, weil alles noch neu ist, einige Zeit in Anspruch nimmt.

Insgesamt solltest du beim Barfen auf folgende Punkte achten:

  • Zu viel oder zu wenig, zu dick, oder zu dünn: Ernährungsprobleme wie Über- oder Untergewicht sind keine reinen „Barf-Probleme“, allerdings ist es wichtig, beim Start in die neue Fütterungsmethode auf Ausgewogenheit zu achten und die Konstitution deines Hundes im Verlauf der folgenden Wochen und Monate im Auge zu behalten.
  • Nicht zu einseitig füttern. Füttere nicht nur rohes Muskelfleisch, das kann ein Zuviel an Protein sein – und das entstandene Eiweiß muss schließlich wieder abgebaut werden, was den Stoffwechsel und die Organe des Tieres belasten kann. 
  • Nicht zu viele Knochen füttern. Der Verzehr von Knochen kann nämlich Verstopfungen, den so genannten “Knochenkot”, auslösen. Mitunter eine sehr schmerzhafte Angelegenheit für deinen Hund, wenn er sein Geschäft verrichten möchte und nicht kann. Manchmal kann auch nur der Tierarzt Abhilfe schaffen.
  • Kohlenhydratquellen sollten vorgegart werden, da sie sonst schwer verdaulich sind.
  • Die Nährstoffe sollten ausgewogen sein. Gerade ein richtiges Calcium-Phosphor-Verhältnis ist wichtig, insbesondere für den wachsenden Hund.
  • Vorsicht ist geboten bei verschiedenen Lebensmitteln, etwa bestimmten Gemüsesorten. Nicht alles dürfen unsere Hunde fressen. Bestimmte Lebensmittel sind für den Hund sogar giftig. Zum Beispiel gelten Knoblauch, Zwiebeln, Tomaten und Avocados als unverträglich für Hunde. Informiere dich unbedingt vorab ausführlich, was für den Verzehr geeignet ist.

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Noch ein wichtiges Thema: Hygiene

Rohes Fleisch ist leider häufig mit Keimen belastet und kann damit zu Krankheiten (z.B. Aujeszkysche Krankheit) bei deinem Hund führen. Aber auch für dich kann das Verfüttern von rohem Fleisch ein Risiko darstellen, denn durch den engen Kontakt mit deinem Vierbeiner können die Keime auf dich übertragen werden. Besonders für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie Kinder, Ältere oder Schwangere, kann dies eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen. Suche dir daher am besten einen Hof oder einen Metzger, von dem du frische Ware in entsprechender Qualität erhältst. Sicher kannst du dir auch „Barfpakete“ über das Internet zuschicken lassen, aber gerade hier ist die Hygiene und das Wissen um die Herkunft des Futters noch wichtiger als anderswo.