Bronchitis – mein Hund hustet

Unter einer Bronchitis versteht man eine Entzündung der Bronchien (=luftleitende Anteile der Lunge). Sie gehört zu den häufigsten Atemwegserkrankungen des Hundes.

INHALT
Ursache, Entstehung und Einteilung Symptome Diagnose Behandlung Prognose Prophylaxe
Ursache, Entstehung und Einteilung

Eine Bronchitis kann durch vielfältige Auslöser verursacht werden. In den meisten Fällen sind es primär Viren, die die Entzündung hervorrufen. Sind das Gewebe und das Abwehrsystem einmal geschwächt, kommen meistens noch bakterielle Erreger hinzu. Ein typisches Beispiel ist der Zwingerhusten-Komplex. Zu den weiteren Ursachen einer Bronchitis gehören Allergien, ausgelöst durch Pollen oder Luftverschmutzung, Pilze, Parasiten oder auch Fremdkörper wie Gräser, Grannen oder Holzstückchen, die versehentlich eingeatmet werden.

Hinsichtlich der Lokalisation der Entzündung spricht man von einer Tracheobronchitis, wenn Luftröhre und Bronchien beteiligt sind und von einer Bronchopneumonie, wenn die Entzündung der Bronchien sich mit auf die Lunge ausgebreitet hat. Weiterhin können akute und chronische sowie obstruktive (=verengende) und nicht-obstruktive Entzündungen unterschieden werden. Eine Bronchitis, die länger als zwei Monate bestehen bleibt, wird als chronisch angesehen.

Schema Lunge Hund
1 Luftröhre | 2 Lungenbläschen | 3 Lungenlappen | 4 Große Bronchien | 5 Kleine Bronchien
Symptome

Leitsymptom einer Bronchitis ist ein kräftiger Husten, der je nach Erkrankungsform und Ursache trocken oder feucht sein kann. Liegt nur eine leichte Bronchitis vor, ist das Allgemeinbefinden des Tieres meist nicht gestört. Bei einer akuten, schwerwiegenden Bronchitis zeigt der Hund zusätzlich zum Husten ein deutlich reduziertes Allgemeinbefinden, Bewegungsunlust, Appetitmangel, Müdigkeit und Fieber.

Atembeschwerden sind bei nicht-obstruktiven Entzündungen kaum zu hören. Bei einer Obstruktion, das heißt Verlegung oder Verengung der kleinen Bronchien, sind zum Teil starke Atem- oder auch Würgegeräusche zu hören. Es kann zu anfallsartigem Husten, Atemnot und Leistungseinbußen kommen.

Hält die Bronchitis eines Hundes länger als acht Wochen an oder kommt es regelmäßig zu Rückfällen, spricht man von einer chronischen Bronchitis. Der Übergang ist schleichend. Betroffene Hunde zeigen meist einen chronischen Reizhusten, der mit Würge- oder Schluckgeräuschen einhergeht. Hierbei wird versucht, die zähen Verschleimungen abzuhusten. Die Tiere leiden unter deutlich gestörtem Allgemeinbefinden mit Leistungsminderung und Atembeschwerden.

Gefährlich wird es, wenn sich eine chronisch-obstruktive Bronchitis entwickelt, da es zu Zerstörungsprozessen in den Atemwegen kommt, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Eine solche Bronchitis ist daher nicht mehr heilbar.

Stelle deinen Hund bei Atemwegsproblem bitte immer zeitnah bei einem Tierarzt vor. Auch ein anfangs harmlos wirkender Husten kann unbemerkt zu schwerwiegenderen Problemen führen.

Hund Oskar hustet
Diagnose

Der Tierarzt kann meist schon nach allgemeiner Untersuchung und Auskultation (=Abhören) der Lunge eine Verdachtsdiagnose stellen. Mit Hilfe der Bronchoskopie, einer endoskopischen Untersuchung der Luftwege, kann er Informationen über die Beschaffenheit der Bronchialschleimhaut als auch über das eventuell vorhandene Sekret erhalten. Während der Untersuchung hat er überdies die Möglichkeit, eine Sekretprobe zu entnehmen und diese labordiagnostisch untersuchen zu lassen. Die Untersuchungsergebnisse können wichtige Hinweise hinsichtlich Ursache und Therapiemöglichkeiten liefern.

Im Rahmen der Diagnostik von Atemwegserkrankungen wird der Tierarzt immer auch das Herz abhören. Bei länger bestehendem Husten und Verdacht eines chronischen Geschehens kann es sinnvoll sein eine spezielle Herzuntersuchung mit EKG (=Elektrokardiogramm, siehe entsprechender Artikel) vorzunehmen.

Behandlung

Grundsätzlich sollten immer als erstes versucht werden, sofern bekannt, die Ursachen oder begünstigen Faktoren einer Bronchitis zu bekämpfen. Die medikamentöse Behandlung hängt von Ursache, Schweregrad und Stadium der Bronchitis ab. Je nach Symptomen werden hustenstillende, bronchienerweiternde und schleimlösende Präparate eingesetzt. Bakterielle Sekundärinfektionen werden antibiotisch behandelt. Mit Hilfe der Inhalation können bestimmte Medikamente in einer deutlich geringeren Dosierung als Aerosole direkt am Ort des Geschehens verabreicht werden. Dein Tierarzt wird dich im Hinblick auf die geeigneten Medikamente im Einzelfall genau beraten.

Eine chronische Bronchitis muss aufgrund der irreparablen Schäden am Lungengewebe dauerhaft behandelt werden. Auch hier bietet sich die inhalative Verabreichung als Dauertherapie an, da durch die geringere Medikamenten-Menge auch die Nebenwirkungen reduziert werden können.

Begleitend zur Therapie sollte der erkrankte Hund ruhig gehalten und geschont werden. Stress, nasskaltes Wetter und Anstrengung (wildes Toben, Hundesport) sollten in dieser Zeit vermieden werden. Empfehlenswert und heilungsfördernd sind regelmäßige, über den Tag verteilte, kurze und ruhige Spaziergänge. Vor allem bei chronisch erkrankten Hunden sollte auf regelmäßige Bewegung, kontinuierliche Zahnhygiene, Vermeidung von passivem Rauchen und Übergewicht geachtet werden. Diese unterstützenden Maßnahmen können wesentlich zur Besserung der Symptome beitragen.

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Prognose

Wird eine akute Bronchitis frühzeitig erkannt und richtig behandelt, besteht eine gute Prognose. Für die chronische Bronchitis kann allerdings nur eine vorsichtige Prognose gestellt werden, insbesondere dann, wenn die Erkrankung auf die Therapie nicht mehr anspricht und bereits bleibende Schäden entstanden sind.

Prophylaxe

Ganz verhindern lassen sich Entzündungen der Bronchien nicht. Gewisse Maßnahmen können jedoch dazu beitragen, das Risiko einer Bronchitis zu verringern. Die artgerechte Haltung deines Hundes mit regelmäßiger Bewegung und ausreichend Frischluft ist ein Faktor, der das Risiko, an einer Bronchitis zu erkranken, deutlich reduziert. Achte bei nasskaltem Wetter während des Spaziergangs darauf, dass dein Hund in Bewegung bleibt und später im Haus an einem warmen Ort wieder trocknen kann. Eine weitere wichtige vorbeugende Maßnahme ist die generelle, korrekte Impfung, die deinen Hund vor den wichtigsten Infektionskrankheiten schützt und damit weniger empfänglich für eine infektiöse Bronchitis macht.

Hunde, die viel Kontakt zu Artgenossen haben, wie beispielsweise in Welpengruppen, Tierpensionen, Tierheimen oder auf dem Hundeplatz, sollten durch eine Impfung gegen Parainfluenza (=Canines Parainfluenzavirus) und Bordetellose (=Bordetella bronchiseptica) geschützt werden. Beide Erreger sind Teil des Zwingerhusten-Komplexes. Die Impfung verhindert nicht die Infektion, reduziert aber die Krankheitserscheinungen und Erregerübertragung auf andere Hunde. Es stehen Einzelimpfstoffe und Kombinationsimpfstoffe, die entweder in die Nase, ins Maul oder unter die Haut verabreicht werden, zur Verfügung. Je nach Impfstoff ist eine Impfung ab einem Alter von drei bis acht Wochen möglich und sollte spätestens ein bis vier Wochen vor dem gehäuften Kontakt zu anderen Hunden erfolgen. Der Schutz hält für ein Jahr an. Über petsXL kann dir deine Tierarztpraxis einen individuellen Impfplan für deinen Hund schicken und du bekommst automatisch Benachrichtigungen, wenn wieder du wieder einen Termin vereinbaren solltest.