Das Reiten abwechslungsreich gestalten

Ob Freizeit-, Amateur- oder Profi-Reiter:in – die gemeinsame Zeit soll Freude machen, und zwar sowohl den Menschen als auch den Pferden. Damit das so bleibt, ist eine ordentliche Portion Abwechslung wichtig.

INHALT
Von Trainingsplänen und Spaßprogrammen
Von Trainingsplänen und Spaßprogrammen

Zeit mit deinem Pferd zu verbringen, das bedeutet im besten Fall, die Seele baumeln zu lassen und Spaß zu haben. Doch wie kommt dieser Spaß auf? Und welche Möglichkeiten gibt es, damit das Reiten und auch die Bodenarbeit nicht in einer Dauerschleife enden, die früher oder später in die Langeweile führt? Ganz einfach. Es gilt, klug zu planen.

Deiner Kreativität, verschiedenste Formen von Unternehmungen und Trainingsarten mit deinem Pferd zu planen, sind keine Grenzen gesetzt. Im Folgenden findest du ein paar Beispiele, wie du die Arbeit mit deinem Pferd gestalten könntest:

  • Ausritte stehen an erster Stelle – die Nase in den Wind halten und gemeinsam die schöne Landschaft genießen.
  • Eine Erweiterung könnte es sein, ab und an das Pferd aufzuladen und an einen noch schöneren Ort für einen ausgedehnten Spazierritt zu fahren. Vorteil hierbei: Du absolvierst damit zusätzlich ein kleines Verladetraining.
  • Das Ganze geht natürlich auch an der Hand: Du führst dein Pferd, statt es zu reiten. Eine Übung, die vor allem gut ist für Pferde, die öfter „Gespenster“ sehen und ein Gelassenheitstraining brauchen können.
  • Für spring- oder gar dressurambitionierte Reiter:innen können auch Feld, Wald und Wiese tolle Plätze zum Trainieren sein. Hier kannst du mit deinem Pferd über kleine Baumstämme springen, bergauf und bergab marschieren oder fliegende Wechsel auf dem Stoppelfeld üben.
  • Das Reiten in einer kleinen Gruppe kann viel Freude machen, nicht nur, weil die Reiter:innen sich miteinander unterhalten können, sondern weil auch die Pferde eine andere Dynamik in der Gruppe haben.
  • Such- und Orientierungsritte bieten eine nette Abwechslung. Hier werden auf einer Strecke durchs Gelände an unterschiedlichen Stationen Geschicklichkeit und Teamgeist abgefragt. Der Spaßfaktor kommt dabei sicherlich nicht zu kurz.
  • In der Halle kann es auch mal bunt zugehen. Baue einen kleinen Hindernisparcours aus verschiedenen Stangen für Stangentraining oder zum Hindurchlaufen auf.
  • Flatterbänder, Planen, Hütchen … damit bietest du deinem Pferd eine Art Spielplatz mit reichlich Abwechslung. Es liegt an dir, den Parcours so zu gestalten, dass der Schwierigkeitsgrad immer für Freude sorgt.
  • Zwischendurch kannst du es auch einmal schlicht halten und mit deinem Pferd an seiner Durchlässigkeit arbeiten. Reite eine Trainingseinheit voller Übergänge: Trab, Schritt, Galopp, Trab, vielleicht auch einmal Galopp-Schritt?
  • Wer etwas für seinen Sitz tun möchte, kann sich mal wieder an die Longe nehmen lassen und Sitzübungen auf seinem Pferd machen.
  • Oder nimm einfach dein Pferd an die Longe und arbeite es am langen Zügel oder gar an der Doppellonge.
  • In einem fest umzäunten Bereich kannst du dich an die Freiheitsdressur herantasten und mit deinem Pferd zirzensische Lektionen erarbeiten. Ob Kompliment, Sitzen oder Hinlegen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
  • Jedes Reiterkind hat es schon einmal ausprobiert: Reiten ohne Sattel. Auch das kann lustig sein und Spaß machen, vielleicht sogar mit dem Anspruch, ein paar ordentliche Bahnfiguren zu reiten und alles nach großer Leichtigkeit aussehen zu lassen.
  • Versuche es mal gebisslos – auch eine interessante Variante, dennoch durch korrekte Hilfengebung ein harmonisches Bild mit deinem Pferd darzustellen.
  • Eine anspruchsvollere Variante könnte das Reiten mit dem Halsring sein. Dabei empfiehlt es sich, langsam zu beginnen und den Halsring erst zur normalen Zäumung hinzuzunehmen, um dein Pferd dann nach und nach auf das Reiten mit dem Halsring zu trainieren. Hierbei ist Vorsicht und achtsames Arbeiten gefragt, denn wenn das Halsringreiten außer Kontrolle gerät, wird es gefährlich.
  • Kennst du die Dualaktivierung von Herrn Geitner? Das Arbeiten damit soll die rechte und die linke Hirnhälfte des Pferdes besser miteinander verknüpfen, nervöse Pferde ruhiger oder unaufmerksame Pferde fokussierter machen. Eine spannende Idee, die geritten und in der Bodenarbeit für Abwechslung sorgen kann.
  • Gesund reiten, vielleicht mit Körperbändern von Tellington. Hierbei wird das Pferd förmlich „eingewickelt“ und es werden bestimmte Körperpunkte damit stimuliert.
  • Wer es sich leisten kann und will, kann sich mit regelmäßigem Unterricht bei Reitlehrer:innen bestimmte Ziele in seiner Sparte der Reiterei erarbeiten. Ein Training einmal wöchentlich oder alle vierzehn Tage unter Aufsicht eines Profis kann immer wieder neue Impulse bringen und fordert nicht nur dein Pferd, sondern wahrscheinlich auch dich heraus.
  • Für alle, die noch gar nicht genau wissen, was ihre Sparte der Reiterei ist: Experimentieren kann wunderbar sein! Mal den Westernsattel auflegen oder sich mit Working Equitation beschäftigen – einfach probieren, was Freude bereitet! Orientiere dich dabei immer an den Möglichkeiten deines Pferdes.

petsXL Sunny springt Baumstamm