Die Infektion mit Angiostrongylus vasorum wurde erstmals im 19. Jahrhundert in Südfrankreich beschrieben, woher der Name „Französischer Herzwurm“ stammt. Er tritt häufig beim Fuchs, seltener beim Hund auf und wird über gefressene Schnecken übertragen. In Deutschland ist der Französische Herzwurm erst in letzter Zeit vermehrt in den Fokus gerückt, da die Folgen einer Infektion gravierend sein können.
Mit Angiostrongylus vasorum infizierte Füchse oder Hunde scheiden Larven (Stadium 1) mit dem Kot aus. Diese werden von Schnecken aufgenommen und entwickeln sich in ihnen bis zur infektiösen Larve 3. Füchse und Hunde stecken sich dann wiederum durch den Verzehr infizierter Schnecken an. Hunde, die Gras oder aktiv Schnecken fressen, sind deshalb vermehrt gefährdet. Besonders empfänglich für eine Infektion sind Hunde unter einem Jahr. Die Infektion kann nicht direkt von Hund zu Hund übertragen werden.
Die Larven wandern im Hund durch die Darmwand in die Blut- und Lymphgefäße und dann in die Lungenarterien. Die dort heranwachsenden Würmer sind mit circa 2,5 Zentimetern Länge viel kleiner als der große Herzwurm der Dirofilariose (siehe entsprechender Artikel). Angiostrongylus vasorum nistet sich deshalb in den kleineren Lungenarterien ein und schädigt die Gefäßwände. Die adulten Würmer können für Jahre in den Blutgefäßen der Lunge verbleiben. Geschlechtsreife weibliche Würmer setzen dort ihre Eier ab. Diese entwickeln sich zur Larve 1, die dann in die Lungenbläschen einwandert. Sie werden dann hochgehustet, mit dem Schleim abgeschluckt und schließlich mit dem Kot ausgeschieden.
Durch Entzündungsvorgänge in der Lunge und den Lungengefäßen treten die folgenden Symptome auf:
Außerdem kommt es zu Gerinnungsstörungen (siehe entsprechender Artikel) in Form einer verzögerten Gerinnung mit Blutungen in verschiedenste Organe. Dadurch entsteht gegebenenfalls eine Anämie (=Blutarmut, siehe entsprechender Artikel).
Wird das rechte Herz besiedelt, kann dies zu einer Rechtsherzinsuffizienz führen. Bei massivem Befall kommen plötzliche Todesfälle vor.
In seltenen Fällen wandern die Larven in andere Gewebe und verursachen neurologische Ausfälle, Lahmheiten, Schmerzen oder auch Sehstörungen.
Nach einer allgemeinen Untersuchung mit sorgfältiger Untersuchung des Herz-Kreislauf- und Atmungssystems führt dein/e Tierärzt:in verschiedene Blutuntersuchungen durch. So können Veränderungen im Blutbild und die Gerinnungsparameter beurteilt werden. Mittlerweile kann mit einem Antigentest schnell und sicher Eiweiß der Parasiten im Blut und damit eine Angiostrongylus vasorum Infektion nachgewiesen werden. Alternativ führt dein/e Tierärzt:in eine Kotuntersuchung, am besten von Sammelkot von drei aufeinander folgenden Tagen, durch. Mit dieser kann er/sie die lebenden Larven direkt nachweisen.
Die Behandlung erfolgt mit einem gegen den Französischen Herzwurm wirksamen Entwurmungsmittel. Dies kann in Form eines Spot-on-Präparats (=zum Aufträufeln auf die Haut) oder Tabletten geschehen. Das Spot-on-Präparat wird einmalig mit eventueller Wiederholung nach vier Wochen aufgetragen. Die Tabletten musst du vier Mal im wöchentlichen Abstand geben. Bei schweren klinischen Symptomen behandelt dein/e Tierärzt:in deinen Hund zusätzlich mit einem Glukokortikoid (=“Kortison“). Bestehen sekundäre Infektionen ist die Gabe eines Antibiotikums nötig.
Halte deinen Hund für die ersten drei Tage der Behandlung ruhig. Bewegung führt zu vermehrter Durchblutung, durch die dann verklumpte, abgestorbene Würmer und Larven zu Embolien (=Verschluss eines Blutgefäßes) führen können.
Drei bis sieben Wochen nach der Behandlung sollte nochmals ein Antigentest durchgeführt werden, um den Erfolg der Therapie zu bestätigen.
Die Prognose ist bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung sehr gut. Unbehandelt oder zu spät diagnostiziert kann die Infektion jedoch schwere Organschäden verursachen und tödlich enden.
Wichtigste Vorsorge ist die regelmäßige Entwurmung mit einem gegen den Französischen Herzwurm wirksamen Entwurmungsmittel. In Risikogebieten sollte diese monatlich durchgeführt werden. Verhindere außerdem, wenn möglich, dass dein Hund Schnecken frisst.
Die UV-Strahlung hat in Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten unerwartet stark zugenommen. Dies ist vor allem auf den Klimawandel und eine veränderte Bewölkung zurückzuführen. Sonnenbrand ist ein ernst zu nehmendes Thema – nicht nur bei uns Menschen. Denn UV-Strahlung verursacht auch bei Tieren Schäden in der Haut.
Diabetes insipidus ist eine hormonelle Erkrankung, bei der die Nieren übermäßig viel Wasser ausscheiden. Dadurch werden große Mengen an sehr wässrigem Urin produziert, oft mehrere Liter täglich. Der Wasserverlust führt zu großem Durst, so dass betroffene Tiere extrem viel trinken.
Bei der Pyelonephritis (=Nierenbeckenentzündung) handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Nierenbeckens mit Beteiligung des Nierengewebes. Sie entsteht in der Regel durch Bakterien, die über den Harntrakt bis in die Niere aufsteigen. Deshalb wird sie meist von einer Entzündung des Harnleiters und der Harnblase begleitet. In seltenen Fällen gelangen Erreger über die Lymphe oder das Blut in die Nieren und führen so zu einer sogenannten Ausscheidungsnephritis.
Ein ektopischer Ureter ist eine angeborene Fehlbildung, bei der der Ureter (=Harnleiter) nicht korrekt in die Harnblase mündet, sondern an einer anderen Stelle, wie dem Blasenhals, der Harnröhre, der Vagina oder der Gebärmutter. Betroffene Hunde können den Urinabsatz nicht willentlich kontrollieren und tröpfeln kontinuierlich.
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Dabei treten unkontrollierte elektrische Impulse in den Herzvorhöfen auf. Die Vorhöfe ziehen sich nicht mehr rhythmisch zusammen, die Herzfrequenz steigt und es kommt zum sogenannten Flimmern.
Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine der häufigsten Herzerkrankungen des Hundes. Dabei kommt es zu einer Dilatation (=Erweiterung) der linken oder beider Herzkammern in Verbindung mit einer verminderten Kontraktionskraft der Herzmuskulatur.