Wie in vielen anderen Sportarten spielt auch im Pferdesport das Thema Doping eine wichtige Rolle, wenn es um Turniere und Leistungsvergleiche geht. Anders als jedoch beispielsweise in der Leichtathletik ist es nicht der Mensch, der versucht seine eigene Leistung durch Einnahme bestimmter Substanzen zu steigern, sondern das Pferd, dessen Leistung durch Verabreichung dieser Stoffe gesteigert werden soll. Seit der Olympischen Spiele 2004 in Athen ist das Thema Doping im Pferdesport aufgrund zahlreicher nachgewiesener Doping-Fälle auch öffentlich in den Fokus gerückt, was einen erheblichen Image-Schaden für den Pferdesport zur Folge hat.
Die 1999 gegründete World Anti-Doping Agency (WADA) hat sich die weltweite Koordination der Dopingbekämpfung im Leistungssport zum Ziel gesetzt und den World Anti-Doping Code (WADC) verfasst, der seit 2009 eine international verbindliche Basis gesetzlicher Anti-Doping Regelungen bildet.
Auch die Fédération Equestre Internationale (FEI), der internationale Dachverband des Reitsports, hat den WADC unterzeichnet und sich damit den dort festgehaltenen Bestimmungen verpflichtet. Das auf der Basis des WADC entstandene Regelwerk der FEI, die Equine Anti-Doping and Medication Control Rules (EADMC), definiert Häufigkeiten und Methoden der Dopingkontrolle sowie Listen verbotener Substanzen und Grenzwerte für unerlaubte Medikation.
In Anlehnung an die Bestimmungen der WADA hat die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) auf nationaler Ebene ein sportartenübergreifendes Anti-Doping-Regelwerk, den Nationalen Anti-Doping-Code (NADC), erstellt. Dieser NADC bildet die Grundlage für die Regelwerke aller Sportverbände in Deutschland.
Für den Pferdesport sind die Art der Verstöße, die Nachweis- und Untersuchungsverfahren sowie die entsprechenden Sanktionen durch die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln (ADMR) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) genau definiert. Die ADMR sind Bestandteil der Leistungsprüfungsordnung (LPO) und beruhen auf den Grundsätzen des Tierschutzgesetzes. Gleichzeitig dienen sie der Unfallverhütung und der Sicherheit des/der Reiter:in, da sich Verhalten und Reaktion des Pferdes unter dem Einfluss bestimmter Substanzen in einem nicht berechenbaren Maß ändern können.
Die FN informiert dazu auf ihrer Webseite ausführlich über alle Grundsätze, Regeln, Kontrollen und den sicheren Umgang mit Medikamenten im Training sowie die Behandlung des Pferdes im Krankheitsfall im Hinblick auf anstehende Wettkämpfe. Zusätzlich finden sich hier die aktuellen Listen verbotener Substanzen und Methoden sowie unerlaubter Medikation mit den entsprechenden Karenzzeiten.
Jede/r Pferdesportler:in ist verpflichtet, sich die Grundregeln der ADMR der FN bewusst zu machen:
Insbesondere im Pferdesport kann zwischen chemischem und physikalisch-technischem Doping unterschieden werden.
Unter chemischem Doping versteht man die Verabreichung chemischer Substanzen mit dem Zweck, die Leistung des Pferdes zu steigern. Zur verbotenen Medikation zählen alle Substanzen, die im Training erlaubt, am Wettkampftag im Pferdekörper jedoch nicht mehr nachweisbar sein dürfen. Die sogenannte Karenzzeit beschreibt die Zeitspanne, die zwischen der Anwendung eines Medikaments oder einer Methode verstreichen muss, bis das Pferd auf dem Turnier eingesetzt werden darf.
Bei Hobbyreiter:innen stellt zudem das unabsichtliche Doping ein großes Problem dar. Es handelt sich dabei um die Verabreichung bestimmter Zusatzfutter- oder Pflegemittel, die Substanzen enthalten, die unter die Doping-Bestimmungen fallen, dessen sich die Besitzer:innen jedoch nicht bewusst sind. Auf vielen Produkten wird daher inzwischen vermerkt, ob es während eines Wettkamps erlaubt, also ADMR konform ist oder nicht. Besitzer:innen von Turnierpferden sollten daher darauf achten, alle Behandlungen und Medikationen lückenlos zu dokumentieren. Dein/e Tierärzt:in berät dich individuell in Hinblick auf erlaubte Medikationen und eventuelle Karenzzeiten.
Beim physikalisch-technischen Doping wird das Pferd durch Gewalteinwirkung zu höheren Leistungen gezwungen. Hierzu zählen beispielsweise die Neurektomie (=chirurgische Entfernung eines Nerven(teil)s), Eisbehandlungen sowie die Verwendung von Ultraschall und UV-Strahlen. Durch all diese Methoden werden die Pferde desensibilisiert, in ihrem Schmerzempfinden beeinflusst und körpereigene Schutzbarrieren ausgeschaltet. Beim von der FN im Training wie auf dem Turnierplatz verbotenen, sogenannten Barren wird das Springpferd dazu animiert, die Beine besser anzuziehen und vorsichtiger und höher zu springen. Dafür wird nach dem Absprung des Pferdes die oberste Stange angehoben, damit das Pferd an die Stange schlägt. Das Pferd springt über ein höheres Hindernis, als es beim Taxieren des Sprunges gesehen hat und lernt so, das Hindernis höher einzuschätzen, als es eigentlich ist.
Auf allen Wettkämpfen, die nach den Bestimmungen der LPO oder der WBO ausgerichtet werden, dürfen jederzeit Medikationskontrollen durch die FN durchgeführt werden. Mit Hilfe von Urin- oder Blutproben kann nachgewiesen werden, ob das Pferd zum Zeitpunkt der Probenentnahme unter dem Einfluss unerlaubter Medikation oder verbotener Subtanzen stand. Die genaue Durchführung und das Testverfahren sind durch die ADMR genau vorgeschrieben. Die Turnierveranstalter:innen erhalten spezielle, standardisierte Test-Kits zur Durchführung der Tests.
Unterschieden werden obligatorische, zufällige und gezielte Tests. Obligatorische Tests werden beispielsweise bei internationalen Großveranstaltungen wie Championaten oder Olympischen Spielen durchgeführt, indem die Pferde getestet werden, die die ersten drei Plätze belegt haben. Auf nationaler Ebene werden die zu testenden Pferde nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Gezielte Kontrollen werden durchgeführt, wenn ein begründeter Verdacht des Dopings besteht.
Wird ein Pferd im Rahmen einer Medikationskontrolle positiv auf eine verbotene Substanz getestet, ist immer der/die Reite:in, Fahrer:in, Longenführer:in oder Besitzer:in verantwortlich. Je nach Art und Menge der nachgewiesenen Substanz werden unterschiedliche Sanktionen verhängt. Das Strafmaß hängt außerdem davon ab, ob das Medikament im Training oder während des Wettkampfs verabreicht wurde. Es können sowohl Pferd als auch Reiter:in für eine bestimmte Zeit gesperrt und Wettkampf-Ergebnisse im Nachhinein aberkannt werden. Auch jegliche Art der Weigerung, das Pferd der angeordneten Kontrolle zu unterziehen wird als Verstoß gegen das Anti-Doping Regelwerk geahndet.
Wenn sich unser Pferd vermehrt scheuert, solltest du genauer hinschauen, da Juckreiz das Leitsymptom vieler Hautkrankheiten oder Allergien beim Pferd sein kann. Auch einige Stoffwechselerkrankungen können beim Pferd Juckreiz hervorrufen. Dieser Zustand ist sehr belastend für dein Pferd und sollte daher zeitnah durch deine/n Tierärzt:in untersucht und behandelt werden.
Es ist ein dramatischer Anblick, wenn das eigene Pferd das Hinterbein plötzlich nicht mehr beugen kann und kaum noch laufen mag. In vielen Fällen löst sich die Kniescheibenverlagerung wieder von selbst und dein Pferd läuft wieder ganz normal. Löst sich die Verlagerung nicht, muss tierärztlich Abhilfe geschaffen werden. Mit einem gekonnten Handgriff sowie einem Rückwärts- oder Seitwärtsführen des Pferdes wird dafür gesorgt, dass dein Pferd wieder normal laufen kann. Ein kurzer Exkurs in die Anatomie des Kniegelenks liefert eine einfache Erklärung für dieses Phänomen.
Für Pferdebesitzer:innen und Reiter:innen oft ein dramatischer Anblick: von einem Tag auf den anderen zeigt dein Pferd plötzlich eine hochgradige Lahmheit. Die betroffene Gliedmaße wird stark geschont oder gar nicht mehr richtig aufgesetzt. Gelegentlich, jedoch nicht immer, fühlt sich der betroffene Huf wärmer an als die anderen Hufe. Es ist offensichtlich: dein Pferd hat starke Schmerzen. Du vermutest das Schlimmste. Nicht selten handelt es sich dabei aber "lediglich" um ein Hufgeschwür. Der umgangssprachliche Begriff Hufgeschwür ist irreführend, da es sich nicht um ein Geschwür, also eine Gewebewucherung handelt, sondern um eine eitrige Entzündung in Form eines Abszesses. Rufe in einem solchen Fall umgehend deine/n Tierärzt:in.
Rotz, oft auch als Hautrotz oder Hautwurm bezeichnet, gehört zu den am längsten bekannten Erkrankungen des Pferdes. Es handelt sich dabei um eine bakterielle, seuchenhaft auftretende Infektionskrankheit, die durch eitrige Haut- und Schleimhautgeschwüre und einen meist chronischen Verlauf gekennzeichnet ist. Während die Erkrankung in Asien, Afrika und Südamerika noch verbreitet ist, galt sie in Deutschland bereits seit 1956 als ausgerottet. Im Jahr 2015 wurde sie zum ersten Mal wieder bei einem Pferd festgestellt. Aufgrund der Gefahr auch für den Menschen ist die Erkrankung nach wie vor meldepflichtig.
Die Ohrenentzündung beim Hund ist einer der häufigsten Vorstellungsgründe in der Tierarztpraxis. Oft wird sie jedoch zu spät erkannt und nicht konsequent behandelt. Der anatomische Aufbau des Gehörgangs beim Hund und dessen Länge begünstigen das Auftreten von Entzündungen. Aufgrund verschiedener Faktoren sind einige Hunderassen noch anfälliger dafür. Die Außenohrentzündung, auch Ohrenzwang genannt, tritt am häufigsten auf. Mittel- und Innenohrentzündungen kommen seltener vor. Diese können sich aber, sofern sie nicht frühzeitig erkannt werden, zu behandlungsintensiven, chronischen Erkrankungen entwickeln.
Hautpilz, auch als Dermatomykose bezeichnet, gehört zu den häufigsten infektiösen Hauterkrankungen der Katze. Er ähnelt in seinem Erscheinungsbild vielen anderen Hauterkrankungen und ist daher nicht immer leicht zu diagnostizieren. Viele Pilzarten sind auch auf den Menschen übertragbar, es handelt sich also um eine Zoonose.
Unter einer Venenentzündung oder Phlebitis versteht man eine entzündliche Veränderung der Venenwand. Beim Pferd sind oft die beiden jeweils seitlich am Hals in der sogenannten Drosselrinne liegenden Jugularvenen betroffen. Sie transportieren das Blut aus dem Kopfbereich in Richtung Herz. Aufgrund ihrer Lage und leichten Zugänglichkeit werden sie am häufigsten für Injektionen, Infusionen oder das Legen von Venenkathetern genutzt.
Die schon seit 2000 Jahren bekannte Hufrollenentzündung, beziehungsweise Podotrochlose, ist eine Entzündung der sogenannten Hufrolle, einer funktionellen Einheit aus dem Strahlbein, Hufrollenschleimbeutel und der tiefen Beugesehne.
Die Mitralklappenendokardiose (MMVD) ist eine chronisch degenerative Erkrankung der Herzklappen. Sie ist die häufigste Herzerkrankung des Hundes und betrifft vor allem ältere Hunde kleinerer Rassen. Eine Ausnahme stellt der Cavalier King Charles Spaniel dar, der häufig schon im Alter von 1,5 bis zwei Jahren erkrankt.
Deine Katze ist bestimmt ab und an für Abwechslung dankbar, vor allem wenn sie permanent in der Wohnung lebt. Natürlich spielen nicht nur Wohnungskatzen gern mit ihrem Menschen, auch Freigänger haben Spaß daran.
Die Kaninchenpest oder medizinisch Myxomatose ist eine in ganz Mitteleuropa verbreitete gefährliche Virusinfektion der Haus- und Wildkaninchen. Die Erkrankung ist hochansteckend und kann in ungeschützten Beständen seuchenartige Züge annehmen. Als vorbeugender Schutz steht eine wirksame Schutzimpfung zur Verfügung. Feldhasen dagegen sind dem Erreger gegenüber nahezu unempfindlich.
Das Pferdemaul ist ein sensibler Bereich. Nicht nur für die Futteraufnahme, sondern auch für das Reiten mit Zäumung und Mundstück spielen gesunde Zähne eine wichtige Rolle. Kopfschlagen oder Unruhe unter dem Sattel können ihren Ursprung im Maul des Pferdes haben.