Das Wetter ist schön und du machst einen langen Ausritt mit deinem Pferd. Doch schon zu Beginn der ersten Galoppstrecke macht sich dein Pferd plötzlich sehr steif und beginnt ungewöhnlich stark zu schwitzen. Es möchte sich kaum noch bewegen und drückt den Rücken nach unten. Für einen einfachen Muskelkater erscheinen dir diese Anzeichen jedoch zu stark, außerdem hast du doch die letzten Tage gar nichts mit deinem Pferd gemacht. Vermeide jede weitere Bewegung deines Pferdes und verständige in einem solchen Fall immer umgehend deine/n Tierärzt:in. Die beschriebenen Symptome sind sehr schmerzhaft und können erste Anzeichen eines Kreuzverschlages sein.
Es handelt sich beim Kreuzverschlag um eine Stoffwechselstörung. In längeren Ruhephasen mit kohlenhydratreicher Fütterung wird in der Muskultur des Pferdes eine Energiereserve gebildet, das Glykogen. Beginnst du dein Pferd jetzt wieder zu bewegen, wird das Glykogen durch die Muskelarbeit mit Hilfe von Sauerstoff abgebaut. Liegt zu viel Glykogen vor, kann nicht genügend Sauerstoff zum Abbau bereitgestellt werden und Abbauprodukte wie Laktat (=Milchsäure) reichern sich im Muskel an. Diese Anreicherung wird bei kühlen Außentemperaturen durch die entstehende Mangeldurchblutung noch verstärkt, da weniger Laktat abtransportiert werden kann. Die Muskulatur übersäuert und verkrampft. Im weiteren Verlauf kann es zur Zerstörung der Muskelzellen und Austritt des Muskeleiweißes Myoglobin kommen.
Da diese Muskelerkrankung gehäuft auftritt, nachdem Pferde ein oder mehrere Tage bei gleichbleibender Futterration nicht gearbeitet wurden, ist sie auch unter dem Namen „Feiertagskrankheit“ oder „Monday Morning Disease“ bekannt. Allerdings können auch regelmäßig gearbeitete Pferde erkranken. Eine besondere Gefährdung besteht für Jungpferde schwerer Rassen. Zu Zeiten schwer arbeitender Kutsch- und Arbeitspferde war diese Krankheit sehr gefürchtet. Heute tritt sie nur noch vereinzelt, meist bei leichtfuttrigen Pferden mit gutem Ernährungszustand, auf.
Erste Symptome treten bei typischen Verlaufsformen in der ersten viertel Stunde nach Aufnahme der Bewegung auf. Das Pferd beginnt zu zittern, zu schwitzen und zeigt einen steifen Gang oder bewegt sich gar nicht mehr. Der Rücken wird durchgedrückt, die Vorderbeine werden nach vorne, die Hinterbeine weit nach hinten herausgestellt. Diese "Sägebockstellung" ist charakteristisch für den Kreuzverschlag. Wird die Bewegung nicht sofort unterbunden, kann es zum Einknicken in der Hinterhand und zum Sturz des Pferdes kommen. Bei Herzmuskelbeteiligung können eine erhöhte Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen auftreten. Die Rücken-, Kruppen- und Oberschenkelmuskulatur ist stark verhärtet und schmerzhaft. Ein weiteres sehr auffälliges Symptom ist die bräunliche Verfärbung des Urins, die durch den Abbau des Myoglobins entsteht.
Die Erkrankung ist äußerst schmerzhaft für das Pferd und bedarf unmittelbarer tierärztlicher Behandlung.
Neben der Beurteilung der typischen Symptome stellt die Blutuntersuchung die beste Möglichkeit für deine/n Tierärzt:in dar, die Diagnose zu bestätigen.
Die wichtigste Sofortmaßnahme ist die unmittelbare Unterbindung jeglicher Bewegung des betroffenen Pferdes, um eine Verschlechterung des Zustandes zu verhindern. Die Muskulatur kann durch Eindecken und Einmassieren von Einreibungen zur verbesserten Durchblutung angeregt werden. So werden die Sauerstoffzufuhr und der Abtransport schädlicher Stoffe unterstützt.
Durch die tierärztliche Behandlung wird versucht eine weitere Muskelschädigung zu verhindern. Dazu werden Stoffwechsel und Nierenfunktion durch Flüssigkeitszufuhr mittels Infusion stabilisiert. Schmerzlindernde und krampflösende Mittel können ebenfalls zum Einsatz kommen. Das genaue Vorgehen entscheidet dein/e Tierärzt:in im Einzelfall. Erst wenn dein Pferd sich wieder in völliger Ruhe befindet, kann es vorsichtig in den Stall geführt oder transportiert werden.
Inwieweit es zur kompletten Ausheilung kommt, hängt stark vom Grad und Ausmaß der Erkrankung und insbesondere davon ab, ob die Bewegung des Pferdes beim Auftreten der ersten Symptome sofort abgebrochen wurde. In leichten Fällen und bei sofortiger Behandlung kann schon nach zwölf bis 24 Stunden mit einer kompletten Symptomfreiheit ohne Folgeschäden gerechnet werden. Selbst wenn das Pferd liegt, nach Behandlung am zweiten oder dritten Tag jedoch allein oder mit Hilfe aufzustehen vermag, besteht eine gute Heilungschance. Ist es zu größeren Muskelschäden gekommen, kann sich die Heilungsphase deutlich in die Länge ziehen. Dabei sind auch unvollständige Heilungen mit Spätfolgen in Form von Muskelatrophien (=Muskelschwund) und Dauerlahmheit möglich. Betroffene Pferde neigen dazu, erneut zu erkranken.
Im äußerst schweren Fall, wenn auch nach drei Tagen keine Aufstehversuche unternommen werden, sind die Aussichten auf eine Heilung sehr ungünstig, da bereits ein zu großer Teil der Muskulatur irreparabel geschädigt wurde.
Die Häufigkeit der Erkrankung ist durch verbesserte Haltung- und Trainingsbedingungen schon deutlich zurück gegangen. Nichtsdestotrotz sind bestimmte Faktoren bekannt, die die Entstehung eines Kreuzverschlages begünstigen. Was kannst du als Pferdebesitzer:in also tun, um diese Faktoren abzustellen?
Grundlage einer guten Vorsorge ist die bedarfsgerechte Fütterung mit ausreichend Raufutter, die bei täglich wechselnder Belastung dieser immer angepasst werden sollte. Sorge dafür, dass dein Pferd täglich gleichmäßig bewegt wird. Sollte dies doch mal nicht funktionieren, reduziere die Kraftfutterration. Verlange deinem Pferd keinen Marathon ab, wenn es vorher eine längere Trainingspause hatte. Achte immer auf eine ausreichende Aufwärmphase. Steigere die Arbeit nur langsam, damit du mit deinem Partner Pferd den nächsten Ausritt unbeschwert genießen kannst!
Die Leukose stellt eine tumoröse Erkrankung des blutbildenden Systems dar und kommt beim Pferd im Gegensatz zum Hund oder Rind eher selten vor. Beim Pferd tritt hauptsächlich die lymphatische Leukose auf, die sich durch die Entartung von Zellen des Abwehrsystems entwickelt.
Zahnfrakturen kommen beim Hund relativ häufig vor und entstehen meistens durch Spielen mit Steinen oder Stöckchen, Unfälle oder bei Beißereien. Dabei kann es zu kleinen, scharfkantigen Zahnschmelz-Absplitterungen bis hin zu größeren Defekten mit Eröffnung der Zahnpulpa (=Zahnmark, Nerv und Blutgefäße) kommen. Ist die Pulpahöhle eröffnet, sollte der Zahn schnellstmöglich behandelt werden, um die Infektionsgefahr einzudämmen und den Zahn zu erhalten. Betroffen sind vorrangig die Schneidezähne, Eckzähne und der Reißzahn. Junge Hunde sind besonders gefährdet, da sich ihre Zähne noch im Aufbau befinden. Sie sind daher deutlich instabiler als die erwachsener Hunde.
Wie bei uns Menschen kann auch im Leben unserer Haustiere einmal ein chirurgischer oder diagnostischer Eingriff notwendig sein, der am wachen Tier nicht durchführbar ist. Für die meisten Operationen sowie einige diagnostische Eingriffe, wie beispielsweise Endoskopien oder Zahnbehandlungen, ist eine Narkose notwendig. Diese birgt auch bei einem gesunden Tier und einem Routine-Eingriff gewisse Risiken. Was du vor und nach einem solchen Eingriff beachten musst, um diese Risiken möglichst gering zu halten und welche Komplikationen während einer Narkose auftreten können, erfährst du hier.
Unter einer Linsenluxation, medizinisch als Luxatio lentis bezeichnet, versteht man eine Erkrankung des Auges, bei der es zur Loslösung und Verlagerung der Linse aus ihrer natürlichen Position kommt. Durch Behinderung des Kammerwasserabflusses kann dieser Zustand schnell zu einer gefährlichen Erhöhung des Augeninnendruckes führen. Wird hier nicht rechtzeitig eingegriffen, droht eine Erblindung.
Dieser Tumor, der von der Milz ausgeht, gehört zu den bösartigsten Krebserkrankungen des Hundes. Der Milztumor wächst sehr schnell und streut Tochtergeschwülste in sämtliche Organe, oft schon bevor der eigentliche Primärtumor entdeckt wird. Betroffen sind meist ältere Hunde im Alter von acht bis zehn Jahren.
Erkrankungen der Nieren kommen beim Pferd selten vor, werden jedoch aufgrund ihrer unspezifischen Symptome nicht immer sofort erkannt und daher oft erst zu spät behandelt. In vielen Fällen sind Nierenerkrankungen Begleit- oder Folgeerscheinungen anderer Krankheiten.
Saftige, grüne Wiesen, eine kleine Herde von Pferden, die gerade einem aus der Ferne rufenden Menschen entgegen galoppiert, die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel … wie schön sind die Bilder des Sommers! Und welch eine Zeit für unsere Pferde, in der sie ihrem ursprünglichen Leben am nächsten kommen. Trotzdem braucht die Weidezeit auch ein entsprechendes Management, egal ob die Pferde nur stundenweise auf der Weide stehen oder aber monatelang auf einer Dauerweide leben.
Die Mykoplasmose ist die häufigste Atemwegserkrankung der Ratte. Diese auch als Murine Respiratory Mycoplasmosis (MRM) bezeichnete Erkrankung wird durch ein bei Heimtierratten sehr verbreitetes Bakterium hervorgerufen und verläuft chronisch fortschreitend.
Hautpilzinfektionen sind auch beim Chinchilla keine Seltenheit. Am häufigsten kommen die Ring- oder Glatzflechte vor, die beim Chinchilla zu Fell- und Hautveränderungen führen. Hautpilzerkrankungen sind nicht lebensbedrohlich, können jedoch durch ihre Ansteckungsfähigkeit zu hartnäckigen Problemen führen. Hautpilze können auch auf den oder vom Menschen an Tiere übertragen werden, man spricht daher von einer Zoonose.
Neben vielen anderen Haustieren können auch Hunde von Hautpilzen befallen werden. Hautpilzerkrankungen treten vor allem bei jungen, immungeschwächten oder durch Parasitenbefall oder andere Krankheiten vorbelasteten Tieren auf. Die Erkrankung stellt jedoch nicht nur für deinen Hund eine Gefahr dar, denn viele Hautpilze sind auch auf den Menschen übertragbar und sind somit Zoonosen. Gerade für alte und geschwächte Menschen besteht ein hohes Risiko, an einer Pilzinfektion zu erkranken.
Die Chirurgie beschreibt die Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch mechanische Eingriffe am Körper. Diese finden meistens unter verschiedenen Formen der Anästhesie (=Betäubung) statt. Während des Eingriffs werden die Körperfunktionen und die Betäubungstiefe mit modernen Geräten überwacht.
Die Gynäkologie und Andrologie sind jeweils eigene Fachbereiche. Die Gynäkologie befasst sich mit den weiblichen, die Andrologie mit den männlichen Geschlechtsorganen. Beide Bereiche beinhalten Erkrankungen der Geschlechtsorgane sowie die Fortpflanzungsmedizin. Ein Teilbereich der Gynäkologie ist die Geburtshilfe.