Ein Tierarztbesuch ist für viele Tiere mit Stress verbunden – für den Patienten selbst, aber auch für Tierhalter:innen. Durch sogenanntes Medical Training kannst du dein Tier gezielt auf Behandlungen und Untersuchungen vorbereiten. Es hilft, Ängste abzubauen, Vertrauen zu stärken und Tierarzttermine deutlich angenehmer zu gestalten.
Viele Tiere erleben Tierarztbesuche als beängstigend. Fremde Gerüche, laute Geräusche, unbekannte Menschen und ungewohnte Berührungen können Stress oder sogar Panik auslösen. Ziel des Medical Trainings ist es, diese Situationen gemeinsam zu üben, sodass dein Tier sie freiwillig und so entspannt wie möglich mitmacht.
Medical Training ist also eine gezielte Vorbereitung auf medizinische Maßnahmen. Es umfasst viele Übungen, die du einfach in kleinen Schritten zuhause trainieren kannst. Der wichtigste Punkt ist: Dein Tier bleibt freiwillig und stressfrei dabei. Wenn sich dein Tier bereitwillig anfassen, untersuchen und behandeln lässt, kann dein/e Tierärzt:in sicherer und schneller arbeiten. Dies reduziert die Gefahr von Verletzungen, macht die Diagnostik leichter und Behandlungen für alle angenehmer.
Es gibt verschiedene Trainingsmethoden für das Medical Training, die auch miteinander kombinierbar sind. Grundlage aller ist das Arbeiten mit positiver Verstärkung. Verhält sich dein Tier wie gewünscht, belohnst du es mit Streicheleinheiten, Lob oder in Maßen auch mit Leckerlis. Das gewünschte Verhalten wird in möglichst kleine und einfache Einzelschritte zerlegt, die nach und nach aufeinander aufbauen und zum Trainingsziel führen.
Beim Marker- oder Clickertraining wird ein Signal genutzt, das deinem Tier zeigt, dass das ausgeführte Verhalten erwünscht ist. Dies kann ein Markerwort wie „yes“ sein oder ein Clicker. Ein Clicker ist ein kleines Gerät, das beim Drücken ein Klickgeräusch erzeugt. Der Marker oder Clicker wird genau im Moment des korrekten Verhaltens gesetzt. Anschließend erfolgt die Belohnung.
Beim Shaping wird ein gewünschtes Verhalten deines Tieres geformt (shaping = formen). Dein Tier wird dabei nicht aufgefordert oder dorthin gedrängt. Führt es von selbst einen Ansatz des gewünschten Verhaltens aus, verstärkst du dies gezielt durch Belohnung. Diese Methode erfordert etwas mehr Zeit und Geduld.
Beim Target Training lernt dein Tier, ein bestimmtes Target (= Ziel), also einen Gegenstand oder beispielsweise deine Hand, mit einem Körperteil wie der Pfote oder dem Kopf zu berühren. Ziel ist es, dass dein Tier eine exakte Position, die für eine medizinische Maßnahme nötig ist, einnimmt und für einen gewissen Zeitraum einhält. Beispiele für Lernziele von Target Training sind die folgenden:
Beim Luring / Locken nutzt du ein Leckerli oder Spielzeug, um dein Tier in die gewünschte Position zu bringen. Diese Methode ist insbesondere für Anfänger:innen leichter und schneller umzusetzen.
Überlege dir zuerst welche Untersuchungen oder Behandlungen bei deinem Tier regelmäßig nötig sind. In welchen Situationen hat es besonderen Stress? Entwickele daraus deine konkreten Ziele des Medical Trainings (siehe Beispiele unten).Trainiere immer in ruhiger, entspannter Umgebung. Dein Tier sollte nicht gestresst oder abgelenkt sein, da ein jeglicher Stress Lernen unmöglich macht. Auch du musst immer ruhig und geduldig bleiben.
Beginne mit einfachen Übungen. Steigere die Anforderungen langsam. Erst wenn der aktuelle Schritt problemlos funktioniert, gehst du einen Schritt weiter.
Medical Training ist ein längerer Prozess. Trainiere wenn möglich täglich, jedoch in kurzen Einheiten von nur drei bis vier Wiederholungen. Hierfür brauchst du nur fünf bis zehn Minuten. Beende das Training, solange dein Tier noch motiviert ist. Entsteht Stress, höre auf. Schließe die Trainingseinheit möglichst noch mit einer einfachen Aufgabe ab, bei der du sicher bist, dass dein Tier sie bereitwillig ausführt. So bleibt ein positives Ende in Erinnerung.
Belohne jede freiwillige Mitarbeit ausgiebig. Dadurch lernt dein Tier, dass sich die Zusammenarbeit mit dir lohnt – auch bei unangenehmen Dingen.
Ein grundsätzliches Ziel ist die Gewöhnung an Berührungen am ganzen Körper. Dein Tier soll dabei lernen, dass es ungefährlich ist, an den Pfoten, Ohren, am Bauch oder Maul berührt zu werden. Wenn das funktioniert, kannst du vorsichtig das Festhalten einzelner Körperteile üben, etwa der Pfoten oder der Beine. Auch das Fühlen des Pulses oder das kurzzeitige Stauen der Vene am Bein kannst du gut üben, indem du dein Tier an sanften Druck gewöhnst. Übe für die Augenpflege sowie Augenuntersuchungen das vorsichtige Aufspreizen der Augenlider. Ebenso kannst du dein Tier daran gewöhnen, dass du ihm vorsichtig das Maul öffnest. Dies hilft bei der Zahnkontrolle. Auch das Messen der Temperatur im After, das oft als unangenehm empfunden wird, kannst du trainieren.
Krallen schneiden ist beispielsweise häufig eine Herausforderung. Beginne mit dem Halten der Pfote. Berühre im nächsten Schritt die Kralle mit der Krallenschere, bevor du wirklich schneidest.
Für das Maulkorbtraining lernt dein Hund zuerst, die Nase in den Maulkorb zu stecken. Dann schließt du die Schnalle nur kurz, danach für längere Zeit, bis schließlich ein Tragen im Alltag ohne Probleme funktioniert.
Zum Trainieren des Zähneputzens hebst du zuerst nur die Lefzen hoch. Dann legst du einen Finger kurz auf die Zähne, steigerst die Dauer, machst Zahnpasta auf den Finger und dann erst benutzt du eine Zahnbürste.
Für das Ziehen von Zecken übst du zuerst das ruhige Stehen. Dann zeigst du die Zange und setzt sie an, ohne eine Zecke zu ziehen.
Und denke daran: Lobe bei allen Übungen jedes richtige Verhalten.
Medical Training ist kein Hexenwerk, aber es braucht etwas Zeit, Geduld und Übung. Der Lohn ist ein entspannteres Tier, ein stressfreierer Tierarztbesuch und ein engeres Vertrauensverhältnis zwischen dir und deinem Tier. Selbst kleine Trainingsfortschritte können viel bewirken – einfach anfangen und dranbleiben.
Eine Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, ist eine starke Entzündungsreaktion des gesamten Körpers auf eine Infektion oder eine nicht-infektiöse Ursache. Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Zustand, der schnellstmöglich erkannt und behandelt werden muss.
Dein Tier verhält sich plötzlich anders. Doch sind das wirklich Alterserscheinungen? Auch bei Tieren gibt es Gehirntumore, bei Hunden häufiger als bei Katzen. Je nachdem wie groß der Tumor ist und wo er genau sitzt, führt er zum Ausfall verschiedenster Körperfunktionen.
Du spürst einen Knubbel in der Haut deines Tieres und fragst dich, was das sein könnte? Es gibt verschiedene Haut-Tumore, jedoch auch viele nicht-tumoröse Ursachen für Knoten in der Haut.
Egal ob aufgrund des Alters oder aus medizinischen Gründen: An bestimmten Punkten im Leben deiner Katze ist eine Futterumstellung notwendig. Wenn du die Katzennahrung ändern willst, gibt es allerdings einige Regeln, die du beachten sollten, damit die Umstellung für dein Tier so angenehm wie möglich verläuft. Du solltest deine Katze zum Beispiel schrittweise an neue Nahrung heranführen, um mögliche Verdauungsbeschwerden zu vermeiden. Befolge unsere einfache, auf sieben Tage ausgelegte Anleitung, damit die Umstellung deiner Katze auf eine neue Ernährung sicher und behutsam abläuft.
Die Strahlentherapie wird zur Behandlung von Tumorerkrankungen eingesetzt. Eine zielgenaue Verabreichung einer Strahlendosis tötet die Zellen im Bestrahlungsbereich ab. Dabei soll das umliegende Gewebe so gut wie möglich geschont werden. Zur Linderung von Schmerzen bei Arthrose hat sich die Bestrahlung ebenfalls bewährt.
Bei Tieren gibt es wie beim Menschen eine Vielzahl von Tumorerkrankungen. Dabei kann fast jedes Gewebe im Körper betroffen sein. Doch wie und warum entstehen Tumore? Und ist ein Tumor gleich Krebs?
In diesem dritten Teil unserer dreiteiligen Artikelserie "Die Tierkrankenversicherung" zeigen wir dir, worauf du bei der Auswahl einer Tierkrankenversicherung achten solltest – von Leistungsumfang und Erstattungssätzen bis zu Zusatzleistungen und Servicequalität. So findest du einen Tarif, der zu dir und deinem Tier passt.
Tierkrankenversicherungen unterscheiden sich deutlich in Leistungsumfang, Kosten und Zielgruppe. Je nach Tierart, Gesundheitszustand und Budget können einfache OP-Versicherungen oder umfassende Vollversicherungen sinnvoll sein. In diesem zweiten Teil unserer dreiteiligen Artikelserie "Die Tierversicherung" bekommst du einen Überblick über die wichtigsten Versicherungsarten und ihre Leistungsunterschiede.
Stell dir vor, dein Hund humpelt nach dem Spaziergang und dein/e Tierärzt:in sagt das Wort, das jede/n Tierhalter:in zusammenzucken lässt: Operation. Oder deine Katze frisst nicht mehr, braucht eine Röntgen- oder Blutuntersuchung, vielleicht sogar einen Klinikaufenthalt. In solchen Momenten willst du nur eins: helfen – sofort und bestmöglich. Was du nicht willst: mit dem Taschenrechner ausrechnen, ob du es dir leisten kannst. Genau hier macht eine Tierkrankenversicherung den entscheidenden Unterschied. Sie nimmt dir die Angst vor der Rechnung, damit du dich auf das konzentrieren kannst, was zählt: dein Tier. In diesem ersten Teil unserer dreiteiligen Artikelserie "Die Tierversicherung" zeigen wir dir, warum sich eine Versicherung für dein Tier lohnt.