Bei Tieren gibt es wie beim Menschen eine Vielzahl von Tumorerkrankungen. Dabei kann fast jedes Gewebe im Körper betroffen sein. Doch wie und warum entstehen Tumore? Und ist ein Tumor gleich Krebs?
Tumore sind Neubildungen von Körpergewebe, sogenannte Neoplasien, die durch eine Fehlregulation des Zellwachstums entstehen. Sie können in nahezu allen Körpergeweben vorkommen. Durch verschiedene Ursachen kommt es entweder zu einer Veränderung des Erbguts in einer Zelle oder zu einem Fehler beim Ablesen des Erbguts während einer Zellteilung. So entstehen Zellen, die sich von den ursprünglichen Zellen eines Organs unterscheiden: Sie zeigen ein verändertes Verhalten beim Wachstum sowie beim Altern und Absterben. Außerdem können sie ihren ursprünglichen Platz im Körper über die Blut- und Lymphgefäße verlassen, sich in anderen Geweben ansiedeln und dort weiterwachsen.
Entartete Zellen entstehen täglich in jedem Lebewesen. Sie werden durch ein funktionierendes Immunsystem zerstört und abgebaut. Findet dies nicht in ausreichendem Maße statt, können sich diese Zellen weiter teilen und vermehren, sodass ein Tumor heranwächst.
Tumore lassen sich nach ihrem Wachstumsverhalten in drei Klassen einteilen:
Tumore enden in ihrer Benennung fast alle auf „-om“. Das „-karzinom“ und das „-sarkom“ sind immer bösartige Tumore.
Die Ursachen für Tumorerkrankungen sind vielfältig und werden weiterhin wissenschaftlich erforscht. Ein Hauptrisikofaktor ist bei Tier wie Mensch das Alter. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Schäden im Erbgut der Zellen.
Manche Tierrassen sind genetisch bedingt anfälliger für bestimmte Tumorarten. Einige Tumorerkrankungen werden jedoch auch rasseunabhängig an die Nachkommen vererbt.
Übergewicht begünstigt das Entstehen und Wachsen von Tumoren. Insbesondere das viszerale Fett, das im Bauchraum die inneren Organe umgibt, produziert viele entzündungsfördernde Botenstoffe. So entstehen chronische Entzündungen, die Tumorerkrankungen fördern. Fettzellen produzieren außerdem das Sexualhormon Östrogen, das wachstumsfördernd auf Tumorzellen wirkt. Übergewichtige Tiere produzieren dazu mehr Insulin als Normalgewichtige. Insulin ist ebenfalls ein Wachstumsfaktor für viele Tumorzellen.
Weitere Ursachen sind unter anderen:
Manche Tumore können vollständig symptomlos und unerkannt bleiben. Andere können von einer Fehlfunktion einzelner Organe, über eine Beeinträchtigung des gesamten Organismus bis hin zum Tod führen.
Die allgemeinen Symptome einer Tumorerkrankung sind unspezifisch. Diese können sein:
Je nach betroffenem Organsystem können folgende Symptome auftreten:
Nach einer allgemeinen Untersuchung mit Palpation (=manuelles Abtasten von Körperteilen) gibt es verschiedene bildgebende Verfahren, um Tumore darzustellen. Zur Tumordiagnostik werden bei Tieren neben Röntgenuntersuchungen vor allem Ultraschall, Magnetresonanz- oder Computertomografie (siehe entsprechende Artikel) genutzt. Im Ultraschall kann dein/e Tierärzt:in mithilfe des sogenannten Dopplerverfahrens die Blutgefäße des Tumors und ihre Durchblutung beurteilen. Die Suche nach Metastasen erfolgt ebenfalls durch Röntgen- sowie Ultraschalluntersuchungen. Bei der Diagnose von Hirn-, Knochen- sowie Tumoren im Wirbelkanal oder Becken kommt beispielsweise die Magnetresonanz- oder Computertomografie zum Einsatz.
Für die Behandlungsplanung und Prognose einer Tumorerkrankung ist es wichtig, zu wissen, um was für einen Zelltyp es sich handelt, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, wie weit er sich bereits ausgebreitet hat und wie er sich biologisch verhält. Dazu nimmt deine/e Tierärzt:in eine Probe des Tumorgewebes. Dies geschieht über eine Biopsie oder eine Feinnadelaspiration. Dabei wird über eine Kanüle durch Unterdruck ein wenig Gewebe angesaugt. So sind tiefer liegende Gewebe und die Lymphknoten, die das Tumorgebiet versorgen, erreichbar. Für beide Techniken wird dein Tier in der Regel in eine kurze Narkose gelegt.
Die Untersuchung des Probenmaterials erfolgt in einem pathohistologischen Labor. Dort wird ein sogenanntes Staging (=Einschätzung des Tumorstadiums) und Grading (=Einschätzung des Tumorgrads) durchgeführt.
Das Staging bezieht sich auf die Größe des Tumors und darauf, ob und wie viel sich die Tumorzellen bereits im Körper ausgebreitet haben. Es erfolgt in der Regel anhand der TNM-Klassifikation:
T = Größe des Primärtumors:
N = Lymphknotenbefall:
M = Metastasen:
Mit dem Grading wird der Grad der Abweichung der Tumorzellen vom Normalgewebe des Organs eingestuft. Je höher das Grading, desto bösartiger ist der Tumor. Das Grading wird für jede Tumorart gesondert festgelegt. Außerdem gibt es durch die teils erheblichen tierartlichen Unterschiede für manche Tumore tierartspezifische Grading-Systeme. Generell wird unterschieden in:
Eine Vielzahl an allgemeinen Blutwerten liefert deinem/deiner Tierärzt:in weitere Hinweise. Außerdem können für einige Tumore spezielle Tumormarker im Blut bestimmt werden. Tumormarker sind Bestandteile oder Stoffwechselprodukte von Tumorzellen. Die bisher für die Tiermedizin entwickelten Tumormarker sind jedoch nicht spezifisch für eine Tumorerkrankung, sondern auch für andere, beispielsweise entzündliche Organerkrankungen. Bei einem positiven Befund müssen also weitere Untersuchungen folgen.
Um eine bestmögliche Behandlung zu erzielen, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die in unterschiedlicher Zeitabfolge durchgeführt und auch kombiniert werden können. Deine Tierarztpraxis berät dich individuell, was für das Stadium und den Grad der Tumorerkrankung deines Tieres in Frage kommt.
Zu den lokalen Behandlungen zählen die chirurgische Entfernung des Tumors und die Strahlentherapie. Letztere kommt zum Einsatz, wenn ein Tumor nicht vollständig operativ entfernt werden konnte oder aber zur Tumorverkleinerung vor einer Operation. Bei besonders strahlenempfindlichen Tumoren wird die Strahlentherapie auch als alleinige Therapie eingesetzt. Wenn eine chirurgische Entfernung mit großen Risiken oder einem unbefriedigenden kosmetischen Resultat einhergehen würde, ist die Strahlentherapie ebenfalls die Therapie der Wahl.
Ist eine lokale Behandlung nicht möglich, wie beispielsweise bei Blut-, Knochenmarkkrebs oder wenn Tumore schon Metastasen in vielen anderen Organen gebildet haben, kommt eine Chemotherapie in Betracht. Dabei werden die Tumorzellen mithilfe von Medikamenten bekämpft, die im ganzen Körper wirken.
Eine Immuntherapie unterstützt das Immunsystem bei der Tumorabwehr. Dazu werden Arzneimittel verabreicht, die die körpereigene Immunabwehr verstärken. Zusätzlich ist es sinnvoll, das Immunsystem durch eine ausgewogene Fütterung und bei Bedarf mit Futtermittelzusätzen zu stärken. Deine Tierarztpraxis berät dich hierzu gerne.
Die Prognose hängt von der Bösartigkeit des Tumors ab. Ein gutartiger Tumor hat eine gute Prognose und muss teils gar nicht behandelt werden. Je mehr ein Tumor bereits in das umliegende Gewebe eingewachsen ist oder in andere Organe gestreut hat, desto schlechter wird die Prognose. Sind im fortgeschrittenen Stadium schon viele andere Organe mit Metastasen befallen, sollte eine Euthanasie (siehe entsprechender Artikel) in Betracht gezogen werden, um deinem Tier weiteres Leid zu ersparen.
Mit gesunder Fütterung, ausreichend Bewegung, frischer Luft, genügend Tageslicht sowie der Vermeidung von Übergewicht und Stress reduzierst du das Risiko einer Tumorerkrankung für dein Tier.
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