Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Dabei treten unkontrollierte elektrische Impulse in den Herzvorhöfen auf. Die Vorhöfe ziehen sich nicht mehr rhythmisch zusammen, die Herzfrequenz steigt und es kommt zum sogenannten Flimmern.
Der elektrische Impuls für die Herzaktivität geht vom sogenannten Sinusknoten im rechten Vorhof aus. Dieser ist der natürliche Schrittmacher des Herzens. Zeitlich koordiniert überträgt sich sein elektrischer Impuls von den Vorhöfen auf die Herzkammern. Beim Vorhofflimmern ist dieser koordinierte Ablauf gestört. Elektrische Impulse gehen dann auch von anderen Orten des Vorhofs aus, wodurch das Flimmern entsteht. Das Herz kann so das Blut nicht mehr effektiv aus dem betroffenen Vorhof in die Herzkammer und in den Lungen- beziehungsweise Körperkreislauf pumpen.
Vorhofflimmern tritt meist im Rahmen von primären Herzerkrankungen mit ausgeprägter Vorhofvergrößerung in Verbindung mit Sauerstoffmangel auf. Diese können die dilatative oder die hypertrophe Kardiomyopathie (siehe entsprechende Artikel), aber auch andere entzündliche Herzerkrankungen oder Herzklappenfehler sein. Vorhofflimmern kann jedoch auch ohne Vorerkrankung durch starken Sauerstoffmangel entstehen. Elektrolytstörungen, Schilddrüsenüberfunktion (siehe entsprechender Artikel) oder die Einnahme bestimmter Medikamente erhöhen außerdem das Risiko. Weiterhin kann langfristiger Stress die Herzgesundheit beeinträchtigen und das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen.
Beim Irischen Wolfshund und Deerhound besteht eine Rassedisposition. Bei Katzen und kleinen Hunden kommt Vorhofflimmern selten vor. Beim Pferd sind ebenfalls große Rassen häufiger betroffen als kleine Rassen und Ponys.
Vorhofflimmern erzeugt meist keine klinischen Symptome. Es ist häufig ein reiner Zufallsbefund. Manche Tiere fallen durch Trägheit und Leistungsschwäche sowie Atembeschwerden auf. In schweren Fällen kann es zu einer plötzlichen Ohnmacht und Kreislaufkollaps kommen.
Bei der allgemeinen Untersuchung hört dein/e Tierärzt:in das Herz deines Tieres ab. Dabei ist ein polterndes Herzgeräusch, ähnlich einem Turnschuh in der Waschmaschine, ein deutliches Anzeichen für Vorhofflimmern. Der Puls ist unregelmäßig. Dein/e Tierärzt:in zeichnet zur Bestätigung ein EKG (=Elektrokardiogramm, siehe entsprechender Artikel) auf, womit ein Vorhofflimmern eindeutig diagnostiziert werden kann. In einigen Fällen ist ein Langzeit- oder Belastungs-EKG notwendig, um zeitweise aussetzende oder nur unter Belastung auftretende Herzrhythmusstörungen zu erkennen. Es sollte unbedingt noch eine echokardiografische Untersuchung (=Herzultraschall, siehe entsprechender Artikel) erfolgen. So können die Herzstrukturen und Blutströme angeschaut und eventuell zugrundeliegende Herzerkrankungen diagnostiziert werden. Über eine Blutuntersuchung kann dein/e Tierärzt:in außerdem Elektrolyte und Hormone sowie den allgemeinen Gesundheitsstatus deines Tieres bestimmen.
Ein niedrigfrequentes Vorhofflimmern bedarf keiner Therapie, aber regelmäßiger tierärztlicher Kontrollen. Bei hochfrequentem Vorhofflimmern kommen Medikamente zur Senkung der Herzfrequenz zum Einsatz. Liegt eine Herzerkrankung zugrunde, muss diese behandelt werden.
In akuten Fällen wird eine sogenannte Kardiokonversion, ein medizinisches Verfahren zur Wiederherstellung des normalen, regelmäßigen Herzrhythmus, durchgeführt. Dies kann medikamentös oder elektrisch, meist mithilfe eines Defibrillators, der gezielt Stromstöße erzeugt, geschehen. Eine transvenöse elektrische Kardioversion (TVEC) führen nur wenige hochspezialisierte Tierkliniken durch. Dabei werden unter Allgemeinnarkose spezielle Elektroden über die Blutgefäße direkt ins Herz vorgeschoben. Diese geben dann einen gezielten Stromstoß ab, um so wieder den normalen Herzrhythmus herzustellen.
Eine weitere, ebenfalls nur von spezialisierten Tierkliniken angebotene Methode ist die sogenannte interventionelle Katheterablation. Dabei werden die auslösenden zusätzlichen Impulsgeber in der Vorhofmuskulatur identifiziert und mittels Katheter elektrochirurgisch verödet
Bei erfolgreicher Behandlung sowie regelmäßigem Monitoring ist die Prognose gut. Wenn bereits Anzeichen eines Herzversagens vorliegen, verschlechtert sich die Prognose stark. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um das Risiko schwerwiegender Komplikationen zu minimieren.
Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Stressreduktion und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen tragen dazu bei, das Risiko von Herzrhythmusstörungen zu minimieren. Omega-3-Fettsäuren können unterstützend wirken. Übergewicht solltest du unbedingt vermeiden, um das Herz nicht zusätzlich zu belasten. Im petsXL Gesundheitspass kannst du alle Gewichtsdaten deines Tieres speichern. So hast du jederzeit eine übersichtliche Darstellung über den Gewichtsverlauf.
Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine der häufigsten Herzerkrankungen des Hundes. Dabei kommt es zu einer Dilatation (=Erweiterung) der linken oder beider Herzkammern in Verbindung mit einer verminderten Kontraktionskraft der Herzmuskulatur.
Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die auf natürlichem Weg vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Sie stellen ein Gesundheitsrisiko insbesondere für Kinder, ältere und immungeschwächte Menschen dar. Zoonosen können jedoch nicht nur vom Tier auf den Menschen übertragen werden, sondern auch umgekehrt, von Menschen auf Tiere.
Entzündungen des Gehirns und/oder der Hirnhäute kommen häufig vor, insbesondere im Süden Europas. Sie treten jedoch durch den steigenden Reiseverkehr mit Hunden und Katzen sowie den Import von Kleintieren aus Osteuropa auch in Deutschland immer häufiger auf. Krankheitsübertragende Insekten, die sich durch den Klimawandel immer weiter nach Norden ausbreiten, tragen außerdem dazu bei.
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Ein ektopischer Ureter ist eine angeborene Fehlbildung, bei der der Ureter (=Harnleiter) nicht korrekt in die Harnblase mündet, sondern an einer anderen Stelle, wie dem Blasenhals, der Harnröhre, der Vagina oder der Gebärmutter. Betroffene Hunde können den Urinabsatz nicht willentlich kontrollieren und tröpfeln kontinuierlich.