Wasserrute - was bedeutet diese veränderte Rutenhaltung?

Diese auch als Hammelschwanz oder “Cold Tail” bezeichnete Erkrankung ist zwar schon länger bekannt, jedoch weitestgehend unerforscht. Sie kommt vor allem in den Sommermonaten vor, zeichnet sich durch eine charakteristische Haltung der Rute aus und ist sehr schmerzhaft.

INHALT
Ursache Symptome Diagnose Behandlung Prognose Prophylaxe
Ursache

Über die genauen Ursachen der Erkrankung gibt es bisher nur Vermutungen. Häufig wird die Wasserrute mit vorherigen starken Belastungen (Hundesport, Jagden) oder dem Schwimmen in sehr kalten oder auch sehr warmen Gewässern in Verbindung gebracht. Es wird angenommen, dass die Symptome durch eine Minderdurchblutung der Muskulatur im Bereich der Rute, durch Stauchungen oder Entzündungen der Schwanzwirbelgelenke entstehen. Laut wissenschaftlicher Studien ist eine gestörte Durchblutung mit nachfolgenden Muskelschäden die wahrscheinlichste Theorie.

Prädisponiert sind Hunde, mit denen intensiv gearbeitet wird. Am häufigsten sind daher Sport- und Jagdhunderassen wie Setter, Pointer, Retriever oder Beagle betroffen. Rüden erkranken häufiger als Hündinnen.

Symptome

Das auffälligste Symptom ist die typische Schwanzhaltung betroffener Hunde. Die Rute wird am Ansatz horizontal vom Körper weggestreckt, während der Rest des Schwanzes schlaff herunterhängt. Der Rutenansatz ist häufig schmerzhaft geschwollen, so dass sich die Tiere zur Schonung der Rute nur noch im sogenannten „Welpensitz“ mit zur Seite gekipptem Becken hinsetzen. Aufgrund der starken Schmerzen beginnen einige Tiere die schmerzhafte Region zu belecken oder zu beknabbern und zeigen teilweise aggressives Verhalten.

Solltest du bemerken, dass dein Hund eins oder mehrere der oben genannten Anzeichen zeigt, stelle ihn umgehend bei einem Tierarzt vor.

Diagnose

Gerade bei diesem Krankheitsbild ist ein ausführlicher Vorbericht von Seiten des Besitzers von besonderer Bedeutung, da er dem Tierarzt bereits erste wichtige Hinweise, insbesondere auch im Hinblick auf den Auslöser der Erkrankung liefert. Diese Informationen in Verbindung mit den Befunden, die der Tierarzt während seiner allgemeinen klinischen Untersuchung erhebt, ermöglichen ihm meist schon eine erste Verdachstdiagnose.

Um diese zu bestätigen, müssen alle anderen Ursachen für eine schmerzhaft veränderte Schwanzhaltung ausgeschlossen werden. Das können unter anderem Bandscheibenvorfälle, Analbeutelentzündungen, Prostataprobleme oder jegliche Art von Verletzungen sein. In weiterhin unklaren Fällen kann eine zusätzliche Blutuntersuchung weiterhelfen. Im Fall einer Wasserrute sind finden sich häufig erhöhte Muskelenzyme.

Behandlung

Aufgrund der starken Schmerzen und vermuteten entzündlichen Reaktion wird die Erkrankung in erster Linie mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten behandelt. Begleitend zur medikamentösen Therapie ist es besonders wichtig, dass der Hund geschont wird und sich ausreichend ausruhen kann. Zusätzlich können Wärmebehandlungen, Massagen und Physiotherapie zur Unterstützung des Heilungsverlaufs beitragen.

Prognose

Bei rechtzeitiger Behandlung besteht eine gute Prognose. In der Regel erholen sich Hunde, die an einer Wasserrute leiden, vollständig. Nur in seltenen Fällen kann eine leicht veränderte Rutenhaltung zurückbleiben.

Hund mit Handtuch
Nach einem kalten Bad sollte der Hund abgetrocknet werden
Prophylaxe

Die beste Vorsorge vor der Erkrankung ist eine regelmäßige, aber nicht zu starke Belastung des Hundes mit genügend Erholungsphasen. Insbesondere Sport- oder Jagdhunde müssen ausreichend trainiert werden, um den hohen Belastungen während der Saison gewachsen zu sein. Nach Spaziergängen bei nass-kalter Witterung oder einem Bad im kalten Tümpel im Park sollte der Hund gründlich abgetrocknet werden und sich an einem warmen Platz wieder aufwärmen können.