Es ist ein dramatischer Anblick für uns als Besitzer, wenn das eigene Pferd das Hinterbein plötzlich nicht mehr beugen kann und kaum noch laufen mag. In vielen Fällen löst sich die Kniescheibenverlagerung von alleine wieder und das Pferd läuft wieder ganz normal. Löst sich die Verlagerung nicht, muss ein Tierarzt Abhilfe schaffen, indem er mit einem gekonnten Handgriff sowie einem Rückwärts- oder Seitwärtsführen des Pferdes dafür sorgt, dass es wieder normal laufen kann. Ein kurzer Exkurs in die Anatomie des Kniegelenks liefert eine einfache Erklärung für dieses Phänomen.
Das komplexe Gelenk besteht aus zwei Gelenksabteilungen und dem größten Sesambein des Pferdekörpers, der Kniescheibe (= Patella). Die Kniescheibe ist dafür zuständig, die Muskelbewegungen des Oberschenkels zu erleichtern. Eingelagert in das mittlere gerade Kniescheibenband, das aus der Endsehne des Oberschenkelmuskels hervorgeht, gleitet sie in der Furche zwischen dem äußeren und inneren Rollkamm (=halbrunde Vorsprünge am Ende des Oberschenkelknochens). Durch zwei weitere gerade Kniescheibenbänder, die innen und außen von der Kniescheibe zum Unterschenkel verlaufen, wird sie in ihrer Position gehalten.
Das Knie des Pferdes ist dahingehend besonders, dass die Kniescheibe bewusst auf dem inneren Rollkamm des Oberschenkelknochens eingehakt und somit das Bein ohne Muskelkraft belastet werden kann. Auf diese Weise kann das Pferd über einen längeren Zeitraum entspannt stehen, dösen und gleichzeitig das gegenüberliegende Bein entlasten. Wechselt das Pferd jetzt das Standbein, wird die Kniescheibe durch die Muskelanspannung wieder gelöst. Funktioniert dieses Lösen nicht mehr korrekt und bleibt die Kniescheibe auf dem inneren Rollkamm hängen, spricht man von einer Kniescheibenverlagerung, im dauerhaften Fall sogar von einer Patellafixation. Das Pferd kann das betreffende Bein nicht mehr beugen, da die Kniescheibe nicht mehr auf den Rollkämmen gleitet. Durch Rückwärtsführen des Pferdes oder manuelles Lösen der Patella kann der Tierarzt nun diesen Zustand beheben, was jedoch nur eine Momentlösung darstellt, da das Problem erneut auftreten kann. Bei dauerhafter Verlagerung gelingt die Rückverlagerung jedoch meist nicht.
Eine Kniescheibenverlagerung beschreibt den Zustand der zeitweisen oder dauerhaften Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer natürlichen Position heraus. Folgende Formen der Kniescheibenverlagerung kommen beim Pferd vor:
Verlagerung nach oben:
Verlagerung nach außen:
Die zeitweilige Verlagerung nach oben ist häufig angeboren, tritt jedoch meist erst im Alter von 2 bis 3 Jahren in Erscheinung. Unfälle oder Verletzungen können eine permanente Verlagerung auslösen. Durch starkes Auskeilen, Ausrutschen, Springen oder Überstrecken nach hinten kann eine dauerhafte Kniescheibenverlagerung nach oben entstehen.
Auslöser für die seitliche Kniescheibenverlagerung nach außen sind starke Überdehnungen oder auch Zerreißungen des mittleren geraden Kniescheibenbandes durch Verletzungen oder Unfälle. Die Stabilisierung der Kniescheibe ist nicht mehr gegeben so dass sie sich über den äußeren Rollkamm nach außen verlagert. Besonders Shetlandponys zeigen eine angeborene Form der seitlichen Verlagerung. Hierbei ist der äußere Rollkamm zu flach entwickelt so dass die Kniescheibe darüber nach außen gleitet und die Stabilität im Knie verloren geht.
Bei der Verlagerung nach oben verharren Knie- und Sprunggelenk in getreckter Haltung wobei die Zehengelenke gebeugt sind. Die Pferde schleifen mit der Vorderwand des Hufes über den Boden. Bei längerem Bestehen ist eine deutliche Abnutzung der Hufspitze zu erkennen. Durch Rückwärts- oder Seitwärtsführen kann die Kniescheibe wieder in ihre natürliche Position zurück gleiten, wobei ein deutliches Knackgeräusch zu hören ist. Eine dauerhafte Verlagerung kann jedoch in den meisten Fällen nicht durch Zwangsbewegungen gelöst werden.
Im Fall der seitlichen Verlagerung der Kniescheibe nach außen knicken die Pferde mit dem betroffenen Bein in der Belastungsphase ein und es erscheint, als ob sie zusammenbrechen, da Knie- und Sprunggelenk nicht mehr gestreckt werden können. Es kann zu einer Verkümmerung des Oberschenkelmuskels kommen. Besteht diese Verlagerung nur vorübergehend, springt die Kniescheibe beim Auffußen nach außen und nach kurzer Zeit wieder zurück.
Jede Form der Kniescheibenverlagerung erfordert unbedingt eine tierärztliche Untersuchung. Das Erscheinungsbild der Erkrankung ist zwar oft eindeutig, jedoch sollten immer auch andere Kniegelenkserkrankungen in Betracht gezogen und abgegrenzt werden. Die weiterführende röntgenologische Untersuchung ist daher in den meisten Fällen anzuraten.
In einigen Fällen lässt sich die stationäre Kniescheibenverlagerung nach oben durch rückwärtsrichten des Pferdes beheben. Gelingt dies nicht, kann ein chirurgischer Eingriff oder das Einrenken in Narkose notwendig werden. Regelmäßige Bewegung zum kontrollierten Muskelaufbau und eine entsprechende Hufkorrektur sind weitere wichtiger Bestandteil der Behandlung. Betroffene Pferde haben sehr gute Aussichten auf einen kompletten Heilungserfolg und können in den meisten Fällen wieder voll eingesetzt werden.
In Fällen der zeitweiligen Kniescheibenverlagerung nach oben kann mit gezieltem Muskelaufbau und regelmäßiger Hufkorrektur schon ein guter Erfolg erzielt werden. Medikamentös können der Muskelaufbau und die Muskelstraffung unterstützt werden. Auch hier kann jedoch ein operativer Eingriff sinnvoll sein, wenn die Symptome nicht verschwinden. Trotz unterschiedlicher Operationsmethoden besteht die Gefahr, dass das Krankheitsbild erneut auftritt. Welche Therapiemaßnahme im Einzelfall sinnvoll und erfolgversprechend ist, besprich daher bitte immer mit deinem Tierarzt. Die Prognose ist in diesen Fällen etwas vorsichtiger einzustufen als bei der stationären Verlagerung.
Bei Pferden mit einer dauerhaften seitlichen Kniescheibenverlagerung nach außen wird die operative Versorgung angeraten. Es handelt sich hierbei um eine größere Operation, bei der die Rollfurche des Oberschenkelknochens vertieft und die Gelenkkapsel gestrafft wird. Trotz einer gewissen Aussicht auf Erfolg ist hier die Prognose eher vorsichtig. Funktionell kann der Gelenkmechanismus zwar wiederhergestellt werden, aber ob das Pferd wieder reitbar sein wird, ist fraglich.
Die periodische Augenentzündung ist seit über 2000 Jahren bekannt und die häufigste beim Pferd auftretende Augenerkrankung. Sie beschreibt eine wiederkehrende Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea: auch Aderhaut genannt) beim Pferd. In der Veterinärmedizin wird daher inzwischen die Bezeichnung „Equine rezidivierende Uveitis“ (kurz: ERU) verwendet. Die Erkrankung tritt wiederholt, anfangs in längeren und später in kürzeren Intervallen auf und kann zu erheblichen Beeinträchtigungen des Sehvermögens führen. Da die betroffenen Pferde oft an dieser Erkrankung erblindeten und man vermutete, dass sie mit den Mondphasen zusammenhing, wurde sie im Volksmund auch als Mondblindheit bezeichnet.
Hauterkrankungen gehören neben den Magen-Darm-Erkrankungen zu den häufigsten Vorstellungsgründen in der Tierarztpraxis. Als Pyodermien werden eitrige Infektionen der Haut bezeichnet, die durch unterschiedliche Bakterien ausgelöst werden. Bei einem gesunden Tier bietet die Haut durch verschiedene Abwehrmechanismen einen guten Schutz vor Infektionen. Es besteht ein Gleichgewicht aus der normale Mikroflora von Bakterien, Hefen und Parasiten auf der Einen und der Neubildung und dem Abbau von Hautzellen mit deren Abbauprodukten auf der anderen Seite. Die Mikroflora ernährt sich von den Abbauprodukten der Haut und verhindert gleichzeitig die Besiedlung mit infektiösen Keimen.
Es passiert auf der Koppel oder auch in der Box, dein Pferd verletzt sich und blutet eventuell auch. Was ist zu tun? Nur ein kleiner Kratzer, eine Beule oder gar eine riesige, klaffende Fleischwunde? Muss ich den Tierarzt rufen oder kann ich das selbst versorgen und wenn ja, wie? Wie kann ich das Verletzungsrisiko in Zukunft minimieren? Durch Tritte, Bisse, Stürze oder auch Fremdkörper können Schnitt-, Stich- oder Schürfwunden, Prellungen, Quetschungen oder Verbrennungen beim Pferd entstehen, die je nach Schweregrad eine tierärztliche Behandlung erforderlich machen. Wie schwerwiegend eine Verletzung ist, hängt immer auch von ihrer Lokalisation und der Beteiligung umliegender Strukturen, wie etwa Muskeln, Sehnen oder Gelenke, ab. Wie bei uns Menschen werden auch beim Pferd gedeckte und offene Verletzungen unterschieden. Bei gedeckten Verletzungen ist die Haut des Pferdes unbeschädigt, weshalb diese Art der Verletzung nicht immer leicht zu erkennen ist. So kann es zum Bespiel durch einen Tritt zu einem Bluterguss gekommen sein, der uns als Besitzer eventuell erst beim Putzen oder durch ein Lahmen des Pferdes auffällt. Bei Beschädigung der Haut spricht man von offenen Verletzungen oder auch Wunden. Es kommt zu mehr oder weniger starken Blutungen, aber auch hier können kleinere Wunden aufgrund des Fells übersehen werden.
Bewegt sich dein Hund steifer, mag nicht mehr die Treppe runter gehen oder ins Auto springen? Lahmt er oder ist ein Gelenk geschwollen? Rund 20% aller Hunde entwickeln im Laufe ihres Lebens Gelenk-Erkrankungen wie Arthritis und Arthrose. Doch was ist der Unterschied?
Unter einer Uveitis versteht man eine Entzündung der Aderhaut des Auges. Sie kann in eine vordere und eine hintere Entzündung unterteilt werden und äußert sich durch eine enge Pupille und gerötete Bindehäute.
Die Genickbeule wird wegen ihres Aussehens auch als Talpa, was Maulwurfsgeschwulst bedeutet, bezeichnet. Sie beschreibt alle entzündlichen Umfangsvermehrungen der Weichteile im Genickbereich des Pferdes. Die Mehrzahl der Fälle sind auf Entzündungen der unter dem Nackenband liegenden Schleimbeutel zurückzuführen.
Leben Freigänger oder Wohnungskatzen gesünder und glücklicher? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile und was passt zu meiner Katze und meiner Lebenssituation am besten? Hier findest du nützliche Informationen zur Entscheidungsfindung.
So wie wir Menschen und der Hund erkranken auch immer mehr Katzen an der Stoffwechselkrankheit Diabetes. Die Zuckerkrankheit der Katze unterscheidet sich jedoch in einigen wesentlichen Aspekten von der des Hundes und des Menschen. Betroffen sind vor allem kastrierte Kater mittleren Alters. Maine Coon und Siamkatzen weisen eine erhöhte Anfälligkeit für Diabetes auf.
Pferde sind Fluchttiere, macht ihnen etwas Angst, sind sie schneller weg, als mancher Besitzer schauen kann. Die Auslöser können vielfältig sein: der große grüne Traktor beim Ausritt, Plakate in einer Reithalle oder spielende Kinder auf dem Hof. Mit den richtigen Übungen kannst du deinem Pferd jedoch mit der Zeit zu mehr Gelassenheit verhelfen.
Wie in vielen anderen Sportarten spielt auch im Pferdesport das Thema Doping eine wichtige Rolle, wenn es um Wettkämpfe und Leistungsvergleiche geht. Anders als jedoch beispielsweise in der Leichtathletik ist es nicht der Mensch, der versucht seine eigene Leistung durch Einnahme bestimmter Substanzen zu steigern, sondern das Tier, dessen Leistung durch Verabreichung dieser Stoffe gesteigert werden soll. Seit der Olympischen Spiele 2004 in Athen ist das Thema Doping im Pferdesport aufgrund zahlreicher nachgewiesener Doping-Fälle auch öffentlich in den Fokus gerückt, was einen erheblichen Image-Schaden für den Pferdesport zur Folge hat.
Sicher siehst du oft, wie deine Samtpfote sich gründlich abschleckt und dabei auch die eine oder andere Stelle im Fell energisch bearbeitet. Katzen pflegen sich selbst. Dennoch ist es nützlich, sie bei ihrer Fellpflege zu unterstützen, nicht zuletzt, um mögliche Parasiten zu finden und direkt zu beseitigen. Auch der Fellwechsel wird für deine Katze angenehmer, wenn ausgefallene Haare regelmäßig ausgebürstet werden. Vor allem bei bestimmten Rassen wie Angora- oder Perserkatzen solltest du täglich dranbleiben, damit dein Liebling gepflegt und gesund bleibt.
Die Kaninchenpest oder medizinisch Myxomatose ist eine in ganz Mitteleuropa verbreitete gefährliche Virusinfektion der Haus- und Wildkaninchen. Die Erkrankung ist hochansteckend und kann in ungeschützten Beständen seuchenartige Züge annehmen. Als vorbeugender Schutz steht eine wirksame Schutzimpfung zur Verfügung. Feldhasen dagegen sind dem Erreger gegenüber nahezu unempfindlich.