Würmer beim Pferd – warum sollte ich mein Pferd entwurmen?

Das Thema Entwurmung wird unter Pferdebesitzern immer wieder diskutiert. Für alle, die sich fragen, ob es überhaupt nötig ist, sein Pferd zu entwurmen, lautet die Antwort ja. Wer im Rahmen einer Kolik-OP schon einmal sehen konnte, wie Unmengen von Würmen Teile des Dünn- oder Dickdarms komplett verschließen können, der stellt sich diese Frage nicht mehr. Wurmbefall kann ohne Behandlung zur lebensgefährlichen Bedrohung für Pferde werden. Anfänglich kann ein auffallend häufiges Scheuern der Schweifrübe ein Indiz hierfür sein. Im weiteren Verlauf können innere Organe geschädigt werden und es kann zu Koliken kommen. Das Pferd magert trotz ausreichender Fütterung ab. Die Parasiten schwächen das Pferd mehr und mehr. Regelmäßige Entwurmungen sind notwendig, damit der Befall auf ein für den Organismus des Pferdes erträgliches Maß zurückgedrängt wird. Eine völlige Wurmfreiheit ist kaum zu erzielen, da es durch die Umwelt immer wieder zu neuen Infektionen kommt. Beim Entwurmen unterscheidet man zwei Methoden, die strategische und die selektive Entwurmung. Auf alternative Entwurmungsmethoden solltest du verzichten.

INHALT
Die strategische Entwurmung Die selektive Entwurmung Was ist sonst noch wichtig?
Die strategische Entwurmung

Bei der strategischen Entwurmung, die häufig in großen Ställen eingesetzt wird, werden alle Pferde regelmäßig mit dem gleichen Präparat zeitgleich behandelt. Das geschieht saisonal (während der Weidezeit von Frühjahr bis Herbst), insgesamt zwei- bis viermal pro Kalenderjahr. Um die verschiedenen Wurmarten gezielt zu bekämpfen und einer Resistenzentwicklung der Parasiten entgegenzuwirken werden saisonal unterschiedliche Wirkstoffgruppen eingesetzt.

Pferd mit Würmern
Die selektive Entwurmung

Bei der selektiven Entwurmung wird immer nur dann eine Wurmkur verabreicht, wenn tatsächlich ein Parasitenbefall festgestellt wurde. Diese Art der Entwurmung ist weniger belastend für den Pferdekörper, da nur behandelt wird, wenn ein nachgewiesener Befall vorliegt. Ein weiterer Vorteil der selektiven Entwurmung gegenüber der strategischen ist der Aspekt, dass es zu einer reduzierten Resistenzentwicklung kommt.

Bei der selektiven Entwurmung werden alle zwei bis drei Monate drei Tage lang Kotproben des Pferdes genommen und über ein Labor oder deine Tierarztpraxis auf Parasiten und die entsprechenden Eier untersucht. Bei nachgewiesenem Wurmbefall wird das entsprechende, tierärztlich verordnete Präparat verabreicht. Um eine sofortige Wiederansteckung zu verhindern, müssen nun alle Boxen gut gemistet und die Koppeln abgeäppelt werden. Falls im Kot weder Parasiten noch deren Eier gefunden wurden, sollten nach zwei bis drei Monaten erneut Kotproben zur Untersuchung eingesandt werden, denn auch bei einer negativen Kotprobe kann ein Wurmbefall vorliegen, da die Eier nicht kontinuierlich ausgeschieden werden.

Pferdeäppel mit Würmern
Nicht immer ist ein Befall mit Würmern offensichtlich erkennbar
Was ist sonst noch wichtig?

Ob strategisch, oder selektiv – in einem Stall mit mehreren Einstellern sowie gemeinsamer Paddock- und Weidenutzung müssen einfach alle mitmachen. Alle Maßnahmen sollten zeitgleich erfolgen. Auch die nachfolgende Stallhygiene muss sich durch alle Boxen und über alle Freiflächen ziehen, die von den Pferden genutzt werden. Denn die ganze Entwurmung nützt nichts, wenn ein Pferd nicht entwurmt wird und über den Kot die Parasiten ausscheidet, die das nächste Pferd auf der Weide wieder aufnimmt. Die Empfehlung zur Entwurmung ist, drei Tage besondere Nachsorge walten zu lassen und die Gruppenhaltung während dieser Zeit auszusetzen.