Gaumensegelverlagerung – wie gefährlich ist es?

Das Gaumensegel ist ein ungefähr zehn Zentimeter langer Muskelausläufer, der Nasen- und Rachenraum voneinander trennt. Wie der Name es bereits vermuten lässt, beschreibt die Gaumensegelverlagerung, im Englischen als "Dorsal Displacement of the Soft Palate" (DDSP) oder "Choking up" bezeichnet, eine Lageveränderung, bei der sich das Gaumensegel vorübergehend oder dauerhaft über den Kehldeckel legt. Dies führt zu Husten, Schluck- und Atembeschwerden.

INHALT
Ursachen Symptome Diagnose Behandlung Prognose
Ursachen

Vorübergehende Verlagerungen können bei Renn- oder Sportpferden durch große Anstrengungen verursacht werden. Aber auch Muskellähmungen nach Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise bei Druse (siehe entsprechender Artikel) oder allgemeine Schmerzzustände können eine Gaumensegelverlagerung auslösen. Gelegentlich ist die Gaumensegelverlagerung mit einer einseitigen Kehlkopflähmung vergesellschaftet.

Schema Kehlkopf Pferd
Querschnitt: 1 Stellknorpel | 2 Luftröhre | 3 Kehldeckel | 4 Stimmband | 5 Stimmtasche | 6 Gaumensegel (auf den Kehldeckel verlagert)
Schema Pferdekopf Sagittalschnitt
Längsschnitt: 1 Gaumensegel (auf den Kehldeckel verlagert) | 2 Kehldeckel | 3 Luftröhre
Symptome

Meist sind die ersten Symptome nur unter Belastung zu bemerken. Besonders bei Rennpferden kann es durch eine Gaumensegelverlagerung bei schnelleren Gangarten zu akuter Atemnot kommen. Während der Ausatmung sind schlotternde, schnarchende oder vibrierende Atemgeräusche zu hören. Auch längere Hustenanfälle und Maulatmung kommen vor.

Diagnose

Dein/e Tierärzt:in erhält durch die allgemeine klinische Untersuchung und die Auskultation (=Abhören mit Hilfe des Stethoskops) vor, während und nach Belastung bereits deutliche Hinweise auf eine Gaumensegelverlagerung. Mit Hilfe einer weiterführenden endoskopischen Untersuchung (siehe entsprechender Artikel) der oberen Atemwege kann die genaue Lage des Gaumensegels festgestellt und damit auch die Diagnose bestätigt werden.

Behandlung

Bei vorübergehenden Gaumensegelverlagerungen genügt meist die Lockerung des Gebisses und ein Herausziehen der Zunge. Bei Vorliegen einer Grunderkrankung genügt es meist diese zu behandeln, um die Symptome verschwinden zu lassen.

Liegt eine dauerhafte oder wiederkehrende Verlagerung vor, ist ein chirurgischer Eingriff zu empfehlen. Im Laufe der Zeit sind verschiedene Operationsmethoden entwickelt worden. Dabei werden entweder das Gaumensegel an sich oder bestimmte Muskeln, die den Kehlkopf zurückziehen, gekürzt. Dies kann konservativ chirurgisch, elektrochirurgisch oder laserchirurgisch durchgeführt werden. Dein/e Tierärzt:in spricht mit dir über die im Einzelfall am besten geeignete Methode.

Prognose

Die Heilungsaussichten nach einer Gaumensegel-Operation sind als günstig zu betrachten. Die Erfolgsquote bei elektro- oder laserchirurgisch behandelten Pferden liegt bei 60 bis 70 Prozent.