Stomatitis – wie kommt es zur Schleimhautentzündung im Maul?

Eine Stomatitis ist eine Entzündung der Mundschleimhaut. Sie kann sich primär (=eigenständig) oder sekundär als Folge anderer zu Grunde liegender Erkrankungen entwickeln und nur einen begrenzten Bereich oder den gesamten Mundraum betreffen. Besonders häufig kommt sie bei kleinen Hunden und solchen mit Zahnfehlstellungen vor.

INHALT
Ursache Symptome Diagnose Behandlung Prognose Prophylaxe
Ursache

Die Ursachen einer primären Stomatitis können Zahnfleisch- oder Zahnentzündungen sein, die sich auf die Maulschleimhaut ausbreiten. Auch Fremdkörper, Chemikalien oder das Zerbeißen elektrischer Kabel, was die Schleimhaut reizt und die Schutzmechanismen der Schleimhaut beschädigt, können eine Stomatitis hervorrufen. Krankheitserreger können dann die verletzte Schleimhaut angreifen und zu Entzündungen führen. Maulschleimhautentzündungen können sich jedoch auch sekundär als Folge eines Diabetes mellitus, einer Niereninsuffizienz (siehe entsprechende Artikel), verschiedener viraler Infektionskrankheiten, Störungen des Immunsystems oder auch nach Vergiftungen entwickeln.

Symptome

Besitzer:innen fällt meist als erstes ein unangenehmer Geruch aus dem Maul ihres Hundes auf. Im weiteren Verlauf der Erkrankung zeigen die betroffenen Hunde vermehrtes Speicheln, Schluckbeschwerden, und deutliche Schmerzäußerungen während der Futteraufnahme. Dies hat zur Folge, dass sie an Appetit verlieren und abmagern. Im Inneren des Hundemauls können rote, geschwollene Schleimhautbereiche und Blutungen zu sehen sein. Sollte dir eines oder mehrere der oben genannten Symptome bei deinem Hund auffallen, stelle ihn zeitnah bei deinem/deiner Tierärzt:in vor.

Hund mit Schleimhautentzündung
Entzündete Schleimhaut am Zahnhalteapparat
Diagnose

Dein/e Tierärzt:in stellt nach eingehender klinischer Untersuchung und Erhebung deines Vorberichts relativ schnell eine Diagnose. Bei Verdacht einer zu Grunde liegenden Allgemeinerkrankung können weiterführende Untersuchengen wie etwa Röntgen, Ultraschall, Biopsien (=Entnahme von Gewebeproben) oder ein Blutbild notwendig werden. Nicht in allen Fällen lässt sich die Ursache genau bestimmen.

Behandlung

Sind die Ursachen der Erkrankung bekannt, sollten diese abgestellt oder eine diagnostizierte Grunderkrankung, wenn möglich, behandelt werden. Zur Behandlung der entzündlichen Veränderungen in der Maulhöhle verabreicht dein/e Tierärzt:in je nach Ausmaß und Schweregrad entzündungshemmende, schmerzstillende und/oder antibiotische Medikamente.

Prognose

Die Heilungsaussichten richten sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Entzündung. Eigenständige Entzündungen haben bei bekannter Ursache und deren Beheben eine gute Prognose. Bei unbekannter Ursache verschlechtert sich die Prognose. Maulschleimhautentzündungen, deren auslösende Grunderkrankung nicht behandelt werden kann, haben eine eher ungünstige Prognose.

Prophylaxe

Aufgrund ihrer vielfältigen Ursachen kann die Entstehung einer Stomatitis nicht komplett verhindert werden. Mit Hilfe einiger einfacher Maßnahmen kann das Erkrankungsrisiko jedoch deutlich reduziert werden. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, das Zähneputzen (siehe Artikel Zahngesundheit des Hundes), die Kräftigung des Abwehrsystems durch Bewegung, artgerechte Haltung sowie regelmäßige tierärztliche Kontrolluntersuchungen. Diese helfen dabei, Entzündungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.