Das Wort Brachyzephalie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Kurzköpfig- oder Rundköpfigkeit. Es beschreibt die erblich bedingte kürzere und breitere Schädelform einiger Hunde- und Katzenrassen, die an das „Kindchenschema“ junger Tiere erinnert. Die gesundheitlichen Folgen dieses verkürzten Gesichtsschädels sind weitreichend und werden als brachycephales Syndrom bezeichnet.
Ursache des brachycephalen Syndroms ist eine über viele Jahrhunderte durchgeführte züchterische Auslese der Hemmung des Längenwachstums des Gesichtsschädels. Im Verhältnis zum kleineren Gesichtsschädel hat die Größe der darin liegenden Gewebe im Laufe der Entwicklung nicht abgenommen. Dadurch kommt es zu Verengungen, Missbildungen und Verdickungen im Bereich von Nase und Kehlkopf. Da Hunde wie auch Katzen zu den sogenannten obligaten Nasenatmern (=Atmung muss durch die Nase stattfinden) gehören, erklärt sich, warum die Veränderungen den Tieren so vielfältige Probleme bereiten. Betroffen sind unter anderem Französische und Englische Bulldogen, Möpse, Boston Terrier, Cavalier King Charles Spaniel, Pekinesen, Lhasa Apsos, Pinscher und Perser Katzen.
Die am häufigsten auftretenden klinischen Symptome sind unterschiedlich stark ausgeprägte Beschwerden der oberen Atemwege. Diese nehmen bei körperlicher Belastung zu. Außerdem fällt eine gestörte Thermoregulation auf. In schwerwiegenden Fällen sind die einfachsten Belastungen aufgrund der Atemnot nicht mehr möglich.
Die Nasenlöcher der betroffenen Tiere sind zu eng und die in der Nase befindlichen Nasenmuscheln für den kleinen Schädel zu voluminös. Die Tiere müssen eine deutlich höhere Kraftanstrengung bei der Einatmung aufbringen, um diese Widerstände in den Luftwegen zu überwinden. Im Kehlkopf und in der Luftröhre entsteht dadurch ein negativer Druck, der zur weiteren Verengung oder auch zum Kollaps dieser Strukturen führen kann (siehe Artikel Trachealkollaps). Die Folgen sind schniefende, schnarchende, grunzende oder röchelnde Geräusche, die bei jedem Atemzug zu hören sind. Diese Nebengeräusche der Atmung sind weder normal noch rassetypisch und spiegeln auch kein Wohlbefinden wider, wie fälschlicherweise oft von Besitzer:innen vermutet wird.
Zu zusätzlichen Atembeschwerden bis hin zu hochgradiger Atemnot kann es durch ein zu langes, verdicktes oder schlaffes Gaumensegel kommen. Dieses legt sich bei der Einatmung über die Kehlkopföffnung und verschließt sie teilweise oder auch komplett. Des Weiteren können ein verkürzter Rachenraum, eine relativ zu große Zunge, ein insbesondere beim Mops durch instabile Kehlkopfknorpel vorkommender Kehlkopfkollaps oder auch übermäßig ausgebildete Schleimhautfalten zur Verschlimmerung der Atembeschwerden führen.
Auch das Zwerchfell und der dahinter liegende Magen können durch den negativen Druck im Brustkorb in Mitleidenschaft gezogen werden. Die ständige Reizung erklärt, warum brachyzephale Rassen neben den offensichtlichen Atembeschwerden auch häufig unter Magen-Darm-Problemen leiden.
Bei Hunden mit verkürztem Gesichtsschädel fehlt der Kühlungseffekt, der bei Hunden mit normaler Schnauzenlänge durch die bei der Einatmung entstehende Verdunstungskälte auf den Nasenschleimhäuten entsteht. Dieses Art der Thermoregulation ist jedoch ein Schutz vor Überhitzung des Schädelinneren. Kurzschnäuzige Hunde sind daher sehr empfindlich gegenüber Wärme und deutlich gefährdeter, einen Hitzschlag zu erleiden. Sie beginnen oft schon in Ruhe zu hecheln, um einer Überhitzung entgegen zu wirken.
Bei einigen brachyzephalen Rassen kommt es zu zusätzlichen Beschwerden durch übermäßig ausgebildete Gesichtsfalten, die einerseits die Nasenlöcher bedecken und anderseits zu Hautirritationen führen können.
Die Folgen der permanenten Atemnot und des dadurch entstehenden Sauerstoffmangels sind Herzrhythmusstörungen mit nachfolgender Herzinsuffizienz, die schlussendlich auch zum Tod führen kann. Weitere Folgeerkrankungen können Schwergeburten, Hirntumore, Wasserkopf, mangelnde Gebissfunktion durch verkürzten Oberkiefer und Vorbiss, Augapfelvorfall, Hornhautverletzungen sowie Abflussbehinderungen der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit sein.
Nach einer eingehenden allgemeinen Untersuchung und deinem ausführlichen Vorbericht kann dein/e Tierärzt:in häufig bereits eine Verdachtsdiagnose stellen. Rachen und Kehlkopf werden dann genauer betrachtet. Da dies nahezu ausschließlich in Sedation (=Beruhigung) oder Narkose möglich ist, wird diese Untersuchung meistens gleich mit einer Operation verbunden. Mit Hilfe von weiterführenden Röntgen- oder computertomografischen Untersuchungen kann das genaue Ausmaß der Veränderungen dargestellt werden.
Tiere mit brachycephalem Syndrom können je nach Art und Ausprägung der Symptome konservativ oder chirurgisch behandelt werden. Bei nur leichten Beschwerden können abschwellende und entzündungshemmende Medikamente in Verbindung mit einer begleitenden Gewichtsreduktion zur Besserung der Atemprobleme führen. In schweren Fällen sollten die Missbildungen, wenn möglich, jedoch chirurgisch behandelt werden. Deinem/deiner Tierärzt:in stehen dafür verschiedene Operationstechniken zur Vergrößerung der Nasenlöcher, Kürzung des Gaumensegels oder Entfernung übermäßiger Hautfalten zur Verfügung.
Grundsätzlich hängt die Heilungsaussicht von der Art und dem Schweregrad der Veränderungen ab. Wird rechtzeitig eingegriffen und sind noch keine Komplikationen wie Kehlkopf- oder Luftröhrenkollaps oder Spätfolgen wie eine Herzinsuffizienz aufgetreten, besteht eine günstige Prognose. In vielen Fällen können die Atembeschwerden mit Hilfe eines chirurgischen Eingriffes deutlich verbessert werden. Die Ursache der Erkrankung ist damit jedoch nicht beseitigt.
Auf lange Sicht sollten zuchthygienische Maßnahmen ergriffen werden, um nachhaltig in die Entwicklung dieser Erkrankung einzugreifen. Aus Gründen des Tierschutzes sollten extrem kurzschnäuzige Tiere von der Zucht ausgeschlossen und züchterische Grenzwerte für die Länge und Breite des Gesichtsschädels geschaffen werden. In den Niederlanden gibt es diese bereits.
Wie der Name schon sagt, fehlt Ihrem Hund bei einer Anämie Blut, genauer genommen sind die Anzahl der Erythrozyten (=rote Blutkörperchen) und das Hämoglobin (= der Blutfarbstoff) verringert. Die Anämie ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das viele verschiedene Krankheitsprozesse begleiten kann.
Es ist so ziemlich der größte Alptraum für Katzenhalter:innen: Deine Katze hat etwas Giftes gefressen! Jetzt ist schnelles Handeln gefragt – bringe sie sofort in deine Tierarztpraxis.
Dieses für Hunde spezifische Herpesvirus (CHV-1) ist der Haupterreger des Zwingerhustenkomplexes und gleichzeitig Hauptverursacher von Fruchtbarkeitsstörungen mit hoher Sterblichkeitsrate beim Hund. Wie auch das Herpesvirus des Menschen kann sich das Canine Herpesvirus in der Zelle des Wirtes zurückziehen und damit latente (=im Hintergrund vorhandene, aber nicht sichtbare) und persistierende (=fortdauernde) Infektionen hervorrufen, die durch Stress reaktiviert werden können.
Ein wenig erinnern Bartagamen an Miniatur-Dinosaurier – eine faszinierende Reptilienart also. Die interessanten Echsen können sich gut an ihre Menschen gewöhnen und so eine enge Beziehung zu ihnen aufbauen.
Magengeschwüre galten bei Pferden lange als „Berufskrankheit“ der Renn- und Turnierpferde. Man vermutete, dass das frühe Anreiten, der Stress der Rennbahn oder die vielen Transporte zu internationalen Turnieren das Entstehen von Magengeschwüren hervorrief. Inzwischen weiß man aber, dass diese Erkrankung Pferde aller Rassen und Leistungsniveaus betreffen kann. Auch das offensichtlich entspannt auf der Wiese grasende Kinderpony des Nachbarn kann an einem Magengeschwür leiden. Zwar sind immer noch circa 90% aller Rennpferde von Magengeschwüren betroffen, aber der Anteil erkrankter Freizeitpferde liegt inzwischen auch bei 37%.
Katzen sind Hörexperten. Wusstest du, dass sie mindestens dreimal besser hören als wir Menschen? Außerdem dienen die Ohren auch als Stimmungsbarometer. Wenn du die körperlichen Signale deines Lieblings verstehen lernst, kannst du also eine noch bessere Verbindung zu ihm bekommen.
Das Osteosarkom ist der häufigste primäre Knochentumor beim Hund. Dieser aggressive Tumor entsteht im Knochen, hat eine hohe Metastasierungsrate (= Streuungsrate) und kommt vor allem bei großen Hunden und Riesenrassen vor. Ein erhöhtes Risiko an einem Osteosarkom zu erkranken, besteht für Bernhardiner, Deutsche Doggen, Dobermänner, Deutsche Schäferhunde, Golden Retriever, Rottweiler und Greyhounds. Bei diesen Rassen treten die Tumore vor allem an den langen Röhrenknochen der Gliedmaßen auf. Kleinere Hunderassen sind deutlich seltener betroffen. Hier sind die Tumore eher an den kurzen und platten Knochen des Körperstammes zu finden.
Bei der Augeninnendruckmessung (=Tonometrie) wird mittels eines speziellen Druckmessgeräts (=Tonometer) der physikalische Druck gemessen, der im Inneren des Auges herrscht.
Die Hämatologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und umfasst die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Blutes, Knochenmarks und Lymphsystems. Hämatologische Krankheitsbilder sind unter anderem Anämien Blutgerinnungsstörungen, Krebserkrankungen der blutbildenden Zellen oder des lymphatischen Systems sowie Autoimmunerkrankungen des Blutes.
Auch beim Tier werden viele beim Menschen schon lange übliche Augenoperationen durchgeführt. Hierfür gibt es inzwischen etliche Fachtierärzte für Augenheilkunde (=Ophthalmologen).
Gebissloses Reiten bedeutet ganz einfach Reiten ohne ein Gebiss im Pferdemaul. Es gibt verschiedenste Gründe und ebenso viele Varianten, ein Pferd gebisslos zu reiten. Natürlich bestehen neben den Vorteilen immer auch Nachteile. Überlege dir vorab, welche gebisslose Zäumung zu dir, deinem Pferd und eurer Reitweise passt. Und schließlich macht Übung den Meister.
Unter einer Sebadenitis versteht man eine fortschreitende entzündliche Veränderung der Talgdrüsen der Haut bei Hund und Katze, die letztendlich mit deren irreversibler Zerstörung einhergeht. Die Krankheit wurde 1986 erstmals beim Hund beschrieben.