In der Tiermedizin versteht man unter einer Nachgeburtsverhaltung das Zurückbleiben des Mutterkuchens und der Eihäute in der Gebärmutter nach der Geburt des Fohlens. Es handelt sich dabei nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um das Symptom verschiedener funktioneller Störungen. Sie gehört zu den häufigsten Problemen während des Geburtsvorganges bei der Stute und kommt bei 2 bis 10% aller Fohlengeburten vor.
Über die genaue Ursache der Nachgeburtsverhaltung herrscht nach wie vor Unklarheit. Vermutet wird, dass unterschiedlichste Faktoren, die zu einem gestörten Geburtsablauf führen, eine Nachgeburtsverhaltung auslösen können.
Mit dem Abreißen der Nabelschnur bei der Geburt wird die Blutversorgung des Mutterkuchens unterbunden und die Nachgeburt wird im Normalfall innerhalb der ersten 2 Stunden nach der Geburt ausgestoßen. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einer Nachgeburtsverhaltung. Sie tritt vor allem bei Zwillingsgeburten, Schwergeburten und sehr alten Stuten auf. Störungen in der Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter, verminderte Oxytocin-Ausschüttung (Oxytocin = körpereigenes Hormon, das zum Zusammenziehen der Gebärmutter führt) oder eine gestörte Ablösung der Verbindung von Gebärmutter und Mutterkuchen (z.B. durch Wassereinlagerungen oder Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut) verhindern den natürlichen Abgang der Nachgeburt.
Eine Nachgeburtsverhaltung ist meistens leicht zu erkennen, da Reste oder die komplette Nachgeburt aus der Scheide der Stute heraushängen. Es sollte auf keinen Fall versucht werden, diese herauszuziehen, da sie leicht abreißen und dadurch die weitere Behandlung durch Verletzungen und in der Gebärmutter verbleibende Reste deutlich erschweren und auch die Prognose für die Stute deutlich verschlechtern kann. Herunterhängende Nachgeburtsteile sollten eher hochgebunden werden, damit die Stute nicht versehentlich drauftritt und sie somit ebenfalls abreißt.
Falls sich nur noch Reste der Nachgeburt in der Gebärmutter befinden und keine heraushängenden Anteile zu erkennen sind, kann der Tierarzt eine manuelle Untersuchung der Gebärmutter durchführen. Sehr kleine, in den Uterushornspitzen sitzende Reste sind jedoch oft nicht fühlbar. Die bereits abgegangene Nachgeburt sollte daher immer auf Vollständigkeit überprüft werden.
Zeigen Stuten kurz nach der Geburt Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit oder Anzeichen von Hufrehe, ist davon auszugehen, dass Reste des Mutterkuchens oder der Eihäute in der Gebärmutter verblieben sind. In solchen Fällen sollte vom Tierarzt sofort eine intensive, antibiotische und entzündungshemmende Behandlung eingeleitet werden.
Ist die Nachgeburt zwei Stunden nach der Geburt nicht abgegangen, sollte mit der Behandlung begonnen werden, da die Gefahr von Komplikation mit zunehmender Zeit schnell ansteigt. In vielen Fällen dringen durch die Nachgeburtsverhaltung Keime in die Gebärmutter ein, die sich sehr schnell explosionsartig vermehren und zu schweren Entzündungen führen können. Eine solche Infektion muss daher möglichst schnell behandelt werden. Unbehandelt kann es ansonsten schnell zu einer lebensbedrohlichen Sepsis (= Übertritt und Verbreitung der Erreger im Blut) kommen.
Die größte Gefahr einer solchen septischen Gebärmutterentzündung ist die Hufrehe, in diesem Fall als Geburtsrehe bezeichnet. Hervorgerufen wird diese Hufrehe durch Giftstoffe, die im Zuge des Zersetzungsprozesses des abgestorbenen Gewebes und der Bakterien entstehen.
Das Ziel einer Behandlung ist die Unterstützung des Ablösevorgangs der Nachgeburt in der Gebärmutter. Hierfür setzt der Tierarzt spezielle Medikamente ein. Zieht sich der Ablöseprozess trotz medikamentöser Behandlung hin, sind zur Unterstützung und gleichzeitig auch zur Infektionsprophylaxe meist mehrmalige Gebärmutterspülungen notwendig. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Stute zur stationären Behandlung in eine Tierklinik zu bringen.
Besteht ein unklarer oder ungenügender Impfschutz gegen Tetanus, muss unbedingt an eine ausreichende Tetanus-Prophylaxe gedacht werden.
Besonders nach Schwer- oder Zwillingsgeburten kann durch Verabreichen spezieller Infusionen und Medikamente einer Nachgeburtsverhaltung vorgebeugt werden.
Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Durchfall-Erkrankungen bei Fohlen. Sie sind unter Pferden weit verbreitet und hoch ansteckend. Symptome verursachen sie jedoch nur bei jungen Fohlen.
Was für ein wunderbares Gefühl. Endlich ein eigenes Pferd! Alles hat gepasst, vom Probereiten über die Ankaufsuntersuchung bis hin zur Kaufabwicklung. Dein Pferd kann in seine neue Box ziehen. Für Neulinge unter den Pferdebesitzern ist dies eine sehr spannende Zeit, die sicher auch einige Fragen aufwirft zu Haltungsbedingungen, Gesunderhaltung, Training und vielem mehr. Allem voran sollte zum Einzug des neuen Pferdes eine Grundausrüstung für das Tier angeschafft sein, mit der gearbeitet und geritten werden kann. Schnell wirst du feststellen, dass neben Sattel und Trense noch einiges mehr benötigt wird.
Die als Morbus Cushing bezeichnete Erkrankung der Nebennieren wurde 1910 erstmals vom Namensgeber Harvey Williams Cushing beim Menschen beschrieben. Es kommt dabei zu einer vermehrten Stimulation der Nebennierenrinde, was eine übermäßige Cortisol-Produktion (=Hyperadrenokortizismus) zur Folge hat. Die dadurch entstehenden Krankheitsanzeichen werden als Cushing-Syndrom bezeichnet. Im Gegensatz zu dem Morbus Addison (=Nebennierenrindeninsuffizienz) ist Morbus Cushing nicht lebensbedrohlich. Betroffen sind meist ältere, kleine Hunde und die Rassen Boxer, Pudel und Dackel.
Können die Nieren des Hundes ihre lebenswichtigen Aufgaben nur noch eingeschränkt wahrnehmen, spricht man von einer Niereninsuffizienz. Die Erkrankung wird häufig nicht sofort erkannt, da sie sich gerade zu Beginn nur mit sehr unspezifischen Symptomen äußert. Betroffen sind vor allem Hunde ab einem Alter von fünf Jahren, wobei bestimmte Rassen eine erbliche Veranlagung für Nierenerkrankungen aufweisen.
Wie heißt es so schön, wenn sich zwei völlig gegensätzliche Menschen begegnen und Verständigungsprobleme haben: „Die sind wie Hund und Katze“. Tatsächlich scheinen Hunde und Katzen grundverschieden zu sein. Doch es muss nicht immer schlecht sein, was sich gegensätzlich zeigt. Es ist durchaus möglich, dass die beiden ein friedliches Familienleben in einem Haushalt genießen können.
Die Magnetresonanztomografie, auch als Kernspintomografie bezeichnet, gehört zu den modernsten und sichersten bildgebenden Verfahren. Sie wird in der Tiermedizin zur Diagnostik verschiedenster Erkrankungen eingesetzt.
Vieles geht leichter im Team – das gilt für Mensch und Tier. Es gibt Hunde, die Menschen dabei unterstützen mit Einschränkungen zu leben. Diese Hunde sind nicht nur besondere Tiere, sondern sie sind auch besonders geschult.
Katzen zählen zu den beliebtesten Haustieren und in etwa 14,7 Millionen von ihnen leben allein in deutschen Haushalten und insgesamt ca. 46 Millionen in ganz Europa. Nur etwa die Hälfte von ihnen ist geimpft und kastriert und somit gut geschützt vor Krankheiten und ungewollter Fortpflanzung. Viele Tausende von ihnen streunen als ausgesetzte, weggelaufene oder verwilderte Katzen durch die Länder.
Die Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD) oder Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen ist die zurzeit gefährlichste Kaninchenkrankheit. Sie wird durch ein Virus hervorgerufen und verursacht Blutgerinnungsstörungen (hämorrhagisch = blutend, Blutungen auslösend), ist hochansteckend und kommt weltweit bei Zucht- und Wildkaninchen vor. Die Infektionskrankheit wurde 1984 erstmals in China beschrieben, weshalb sie auch als Chinaseuche bezeichnet wird. Besonders gefährdet sind Jungtiere und nicht geimpfte erwachsene Tiere.
Vielen Hundebesitzern wird diese umgangssprachlich auch als Vorhautentzündung bezeichnete Erkrankung bekannt sein. Besonders bei jungen, unkastrierten Rüden ist der immer wiederkehrende, gelblich-grüne, tropfende Ausfluss sehr häufig zu beobachten.
Pferde sind Fluchttiere. Sie brauchen ihren Sehsinn, um Feinde möglichst schnell zu erkennen. Wir haben deshalb manchmal mit den Instinkten unseres Lieblings zu kämpfen, denn ein Pferd sieht – und flieht.
Das Sarkoid ist der weltweit am häufigsten beim Pferd vorkommende Tumor. Es handelt sich um einen Bindegewebstumor mit Hautbeteiligung, der keine Tochtergeschwülste in inneren Organen bildet, jedoch nach operativer Entfernung häufig wieder auftritt. Man spricht daher von einem semi-malignen Tumor. Betroffen sind Pferde aller Rassen und jeden Alters, sowie Esel und Maultiere.