Rotavirus – lebensbedrohlicher Durchfall beim Fohlen

Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Durchfall-Erkrankungen bei Fohlen. Sie sind unter Pferden weit verbreitet und hoch ansteckend. Symptome verursachen sie jedoch nur bei jungen Fohlen.

INHALT
Übertragung und Entstehung Symptome Diagnose Behandlung Prognose Prophylaxe
Übertragung und Entstehung

Rotaviren kommen weltweit vor. Ausbrüche der Krankheit treten vor allem in Betrieben auf, in denen es viele Fohlen gibt. In der Abfohl-Saison breitet sich eine Infektion schnell aus. Dies geschieht insbesondere bei feuchtheißer Witterung. Am häufigsten erkranken Fohlen im ersten Lebensmonat, insbesondere zwischen dem achten und 15. Lebenstag.

Rotaviren werden oral über mit Kot verunreinigte Nahrung aufgenommen. Sie besiedeln und zerstören die oberflächlichen Zellen des Dünndarms und vermehren sich dort. Infizierte Tiere scheiden große Mengen an Viren mit dem Kot aus. Durch die Schädigung des Dünndarms entstehen häufig zusätzlich Infektionen mit verschiedenen, darmschädigenden Bakterien (=Sekundär-Infektionen).

Symptome

Der typische Durchfall ist wässrig bis cremig, stinkend und zuerst gelb. Am zweiten Tag ändert sich die Farbe zu grau. Er ähnelt dann dünnflüssigen Beton. Das Fohlen ist durch den Durchfall geschwächt bis teilnahmslos. In schweren Fällen ist es zu schwach, um am Euter zu saugen. Dies ist schnell lebensbedrohlich. Eine bakterielle Sekundär-Infektion führt zu weiterem Flüssigkeitsentzug. So verschlechtert sich der Zustand des Fohlens rasant. Im schlimmsten Fall entsteht daraus eine Blutvergiftung, die zum Schock und schließlich zum Tod des Fohlens führen kann.

Der Schweregrad der Erkrankung ist vom Alter des Fohlens und seinem Immunstatus abhängig. Junge Fohlen entwickeln schwerere Symptome als ältere Tiere.

Diagnose

Deine Tierarztpraxis stellt schon anhand des Vorberichts und einer allgemeinen Untersuchung eine Verdachtsdiagnose. Diese bestätigt das Praxisteam über eine rektal entnommene Kotprobe, in der Rotaviren sowie bakterielle Erreger nachgewiesen werden können.

Behandlung

Oft ist ein stationärer Aufenthalt mit Intensiv-Therapie in einer Pferdeklinik erforderlich. Gegen Rotaviren an sich gibt es keine Medikamente. Der Körper bekämpft die Viren selbst, muss dabei aber unterstützt werden: Über eine Infusion wird der Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säure-Base-Haushalt ausgeglichen. Zusätzlich kommen darmentkrampfende Medikamente zum Einsatz. Bakterielle Sekundär-Infektionen behandelt das Praxisteam mit Antibiotika.

Prognose

Die Prognose einer reinen Rotavirus-Erkrankung ist gut. Gibt es bereits bakterielle Sekundär-Infektionen, verschlechtert sich die Prognose abhängig vom Alter des Fohlens und des Erregers.

Prophylaxe

An oberster Stelle stehen ein optimales Hygienemanagement und Vermeiden von Überbelegungen in den Abfohl-Bereichen. Mist aus Rotavirus-positiven Betrieben darf auf keinen Fall zur Düngung verwendet werden.

Für ihren ersten Immunschutz müssen Fohlen innerhalb von sechs bis 12 Stunden nach der Geburt ausreichend Kolostrum (=Erstmilch, Biestmilch) aufnehmen. Auch danach müssen sie regelmäßig Muttermilch trinken.

In Beständen mit Rotavirus-Infektionen empfiehlt sich eine Muttertier-Impfung. Dazu werden tragende Stuten im achten, neunten und zehnten Monat jeder Trächtigkeit geimpft und entwickeln Antikörper gegen das Rotavirus. Das Fohlen nimmt diese anschließend über das Kolostrum auf. So wird das Risiko reduziert, an Rotavirus-Durchfall zu erkranken. Falls das Fohlen doch erkrankt, mildern die Antikörper den Krankheitsverlauf.

Über petsXL kann dir deine Tierarztpraxis einen individuellen Impfplan für deine Stute schicken. Du bekommst dann automatisch Benachrichtigungen, wenn du wieder einen Termin vereinbaren musst.

Saugendes Fohlen
Über das Kolostrum nimmt das Fohlen Antikörper gegen Rotaviren auf.