Tipps und Tricks für die Vogeldressur

Vögel wie Wellensittiche, Beos oder Papageien können nicht nur sprechen lernen, sie sind auch fähig, kleine Aufgaben zu lösen. Mit ausreichend Geduld und ein paar Kniffen zur Dressur können Mensch und Vogel gemeinsam sehr viel Spaß haben. Und das Ergebnis kann sich oft auch sehen lassen!

INHALT
Zur Vorbereitung Ran an die Übungen
Zur Vorbereitung

Es ist natürlich wichtig, dass dein Vogel sich schon etwas bei dir eingelebt hat, bevor du mit der Dressur beginnst. Der Käfig, die Umgebung, in der er steht und auch du solltest bereits vertraut für ihn sein, bevor er lernt, auf Kommandos zu reagieren.

Damit sich dein kleiner Freund rasch an dich gewöhnt, kannst du anfangs oft nah am Käfig mit sanfter Stimme zu ihm sprechen und dabei häufig seinen Namen wiederholen. Wiederhole auch während der Fütterung immer wieder laut und freundlich seinen Namen. Erzähle deinem Vogel Geschichten, lies ihm vielleicht etwas vor – auch wenn das lustig klingt, es geht darum, dein neues Heimtier auf deine Stimme zu konditionieren. So wird es später vertrauensvoll auf dich reagieren können.

Dem Vogel Leckerlis auf der ausgestreckten Hand anzubieten, ist dann bereits der nächste Schritt. Dein Vogel wird wahrscheinlich irgendwann von allein auf deine Hand klettern und dort fressen. Trainiere das am besten zuerst mit der Hand im Käfig. Später hilft dir das auch dabei, deinen gefiederten Freund nach einem Freiflug wieder einzufangen.

Denn das darf als nächster Schritt auf dem Programm stehen: Hat sich dein Vogel an alles gewöhnt, was in und um seinen Käfig ist, wirkt er vertraut mit dir, dann lass ihn ruhig mal frei durchs Zimmer fliegen. Bitte denk daran, dabei alle Fenster und Türen des Raumes geschlossen zu halten. Natürlich dürfen auch keine anderen Haustiere wie Hund oder Katze dabei anwesend sein. Vögel sind sehr scheu und im Kontakt mit dir ist Geduld und eine ruhige Ausstrahlung gefragt.

Wichtig ist, dass jetzt körperlicher Kontakt zu dir für den Vogel angenehm ist und keine Panik auslöst. Er sollte sich gern auf deine Hand setzen, seine Leckerlis verspeisen und sich dabei ganz vorsichtig von dir streicheln lassen.

petsXL Coco
Ran an die Übungen

Das Wichtigste für das Dressieren von Vögeln ist, dass du immer wieder dieselben Kommandos nutzt. Als Kommandos bezeichnen wir in diesem Zusammenhang auch bestimmte Geräusche. Wiederhole diese möglichst oft, auch immer in der einmal gewohnten Reihenfolge. Wenn dein Vogel reagiert, bestärkst du mit Leckerlis das gewünschte Verhalten.

Die Hoch-und-runter-Übung

Fordere von deinem Vogel ein „Hoch“ oder „Runter“. Er soll sich also auf den Finger setzen oder eben wieder von diesem absteigen. Dazu stupst du ihn sanft mit dem Finger an den Bauch und forderst „Hoch“. Tut er es, wird er dafür gelobt und mit einem Leckerli positiv bestärkt.

Für das „Runter“ kippst du ihn vorsichtig vom Finger ab, am besten vor seiner Stange im Käfig. Dabei gibst du die geforderte Anweisung. Nach einem guten Ergebnis wird wieder gelobt und belohnt.

Auf Kommando fliegen – eine Übung

Lass deinen Vogel auf deiner Hand sitzen und nimm ihn so aus dem Käfig. Am besten hältst du ihn mit Leckerlis davon ab, sofort loszufliegen. Beim Start sagst du laut „Flieg“. Sollte er nicht direkt losfliegen, schwingst du mit deiner Hand nach unten und ziehst ihm sozusagen den „Boden unter den Füßen weg“. Er wird dann wahrscheinlich reflexartig losfliegen. Für das Wiedereinfangen wählst du das erlernte Kommando „Hoch“ und hältst ihm dabei deinen Finger als Landeplatz hin. Leckerlis sollten den Rest erledigen.

Nun kannst du kreativ sein und dir selbst neue Übungen ausdenken. Zum Beispiel legst du einen Tennisball in den Käfig. Dein Vogel kann damit erst einmal spielen. Später, wenn er sich damit vertraut gemacht hat, bringst du ihm bei, sich auf Kommando auf den Ball zu setzen.

Den Vogel ans Handtuch gewöhnen

Die folgende Übung kann sehr nützlich sein, etwa für die Fahrt zum Tierarzt und die Behandlung dort oder wenn du deinem Vogel die Krallen schneiden willst.

Leg ein Handtuch auf den Tisch und lass den Vogel das Tuch einige Tage lang immer wieder erkunden. Füttre ihn auch ab und an dort und spiel auf dem Tuch mit ihm. Irgendwann beginnst du dann, die Seiten des Tuches anzuheben, bis er in einer Art Nest sitzt. Wichtig ist, dass er keine Panik bekommt. Wenn er noch ängstlich reagiert, legst du das Handtuch behutsam wieder ab und versuchst es geduldig zu einem späteren Zeitpunkt wieder. Wenn er ruhig im Handtuchnest bleibt, kannst du ihn auch weiter einwickeln. Das Ziel ist ein entspannter, eingewickelter Vogel.