Der demente Hund – wenn das Alter seine Spuren hinterlässt

Hunde im Seniorenalter sind durch eine verbesserte Vorsorge keine Seltenheit mehr. Vergleichbar mit uns Menschen zeigen sich klassische altersbedingte Beschwerden, wie beispielsweise Arthrose, Linsentrübung oder Demenz. An Demenz – auch canines kognitives Dysfunktions-Syndrom (= CDS, „Hunde-Alzheimer“) – leiden rund 20% der neunjährigen und knapp 70% der 15jährigen Hunde.

INHALT
Ursache und Entstehung Symptome Diagnose Behandlung Prognose Prophylaxe
Ursache und Entstehung

Verursacht wird das CDS durch Veränderungen der Nervenzellen im Gehirn. Die Entstehung der Erkrankung ist ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren. Veränderungen des Gehirnstoffwechsels und der Botenstoffe führen zu einer Entstehung des CDS. Gefäß-Veränderungen, Entzündungen und Ablagerungen bestimmter Proteine spielen ebenfalls eine Rolle. Risikofaktoren sind ein hohes Alter oder das Vorliegen einer idiopathischen Epilepsie (siehe entsprechender Artikel).

Symptome

Die ersten Anzeichen sind vielfältig, wodurch eine CDS nicht immer sofort erkannt wird. Die Hunde sind orientierungslos und weniger lebhaft als gewohnt. Sie zeigen ein verändertes Verhalten, nächtliche Unruhe und sind nicht mehr zuverlässig stubenrein.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Orientierungslosigkeit
  • Verändertes Sozialverhalten: Verweigern von Streicheleinheiten, reduzierter Spieltrieb
  • Ängstlichkeit
  • Verlust der Stubenreinheit
  • (Nächtliche) Unruhe, ständiges dranghaftes Umherwandern
  • Veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Verändertes Verhalten: Jaulen, Aggressivität, Beißen
  • Verlernen von Kommandos
  • Verminderter Appetit
  • In die Leere starren

Gerade zu Beginn der Erkrankung werden die Anzeichen oftmals als normale Alterserscheinungen abgetan. Dabei ist ein frühes Erkennen wichtig, da das Voranschreiten durch prophylaktische und therapeutische Maßnahmen verlangsamt werden kann.

Diagnose

Solltest du bei deinem Hund eines oder mehrere der oben beschriebenen Symptome feststellen, kontaktiere deine Tierarztpraxis. Die Symptome können bei älteren Hunden aber auch andere Ursachen haben. Deswegen sind deine genauen Beobachtungen für die Diagnosestellung wichtig. Ein spezieller Fragebogen kann auf das Vorliegen eines CDS hinweisen. Allerdings gibt es bisher keine spezifischen Tests, die den Verdacht auf ein CDS bestätigen. Deswegen müssen zuerst andere Erkrankungen wie beispielsweise Arthrose (siehe entsprechender Artikel) oder Diabetes (siehe entsprechender Artikel) ausgeschlossen werden.

Behandlung

Bis heute ist das CDS nicht heilbar. Mit speziellen Maßnahmen lassen sich die Symptome jedoch abschwächen. Bei einer rechtzeitigen Diagnose wird der Verlauf der Erkrankung verlangsamt.

Folgende Möglichkeiten stehen für die Behandlung zur Verfügung:

  • Mentales Training: Leichte Kommandotrainings, Spiele und Aktivitäten halten deinen Hund fit
  • Spezielle Futtermittel mit Antioxidantien
  • Pheromone und Ergänzungsfuttermittel, die beruhigend wirken
  • Medikamente, die die Gehirnfunktion unterstützen

Da die Symptome je nach Hund unterschiedlich ausgeprägt sein können, ist auch die Behandlung individuell. Deine Tierarztpraxis bespricht mit dir die Möglichkeiten für deinen Hund. Sie kann dir die Medikationen für deinen Hund digital an petsXL übermitteln. So findest du alle anstehenden Medikamentengaben in deiner Timeline und kannst dir selbst dazu Erinnerungen einstellen.

Prognose

Bis heute ist das CDS nicht heilbar. Mit der entsprechenden Behandlung verbessert sich jedoch die Lebensqualität deines Hundes. Auch die, für das Zusammenleben belastenden Begleiterscheinungen, wie die Unreinheit oder die nächtliche Unruhe, vermindern sich.

Prophylaxe

Der regelmäßige Check-up bei deiner Tierarztpraxis bietet die Möglichkeit den allgemeinen Gesundheitszustand deines Hundes einzuschätzen. Gerade bei älteren Hunden sollte auf mögliche Symptome, die auf ein CDS hinweisen, geachtet werden. Hierfür kann ein spezieller Fragebogen sinnvoll sein.