Impfungen beim Pferd dienen der Gesundheitsvorsorge und schützen vor möglichen Krankheiten und ihrer Ausbreitung. Je nachdem was du mit deinem Pferd machen möchtest, sind verschiedene Impfungen sinnvoll und für Turnierpferde sogar vorgeschrieben. Alle Impfungen werden von deiner Tierarztpraxis im Equidenpass korrekt dokumentiert.
Das Immunsystem ist ein Abwehrmechanismus, den unsere Pferde ebenso wie wir Menschen besitzen. Es greift mit Hilfe von Abwehrzellen Krankheitserreger an und beseitigt sie. Dabei handelt es sich um ein Zwei-Säulen-Prinzip. Es besteht zum einen aus dem angeborenen (=unspezifischen) Immunsystem, das der Erstabwehr von Krankheitserregern dient und zum anderen aus dem erworbenen (=spezifischen) Immunsystem. Das spezifische Immunsystem kann mit sogenannten Gedächtniszellen vorher schon einmal erfasste Erreger wiedererkennen, reagieren und so den Ausbruch einer Krankheit zu verhindern. Genau dieses Prinzip macht man sich bei der Impfung zu Nutze.
Über den Impfstoff werden deinem Pferd abgeschwächte Erreger, tote Erreger oder auch nur einzelne Fragmente des Erregers (=Antigene) einer bestimmten Erkrankung zugeführt. Das Immunsystem reagiert auf diese Antigene mit der Bildung von Antikörpern und bildet nun ebenfalls einen verschieden lang anhaltenden Schutz, eine "künstliche" Immunität aus. Verbreitet sich nun in einem Stall ein Virus, kann das vorprogrammierte Immunsystem des geimpften Pferdes schnell reagieren. Es wehrt die bereits bekannten Erreger ab, so dass es nicht zum Ausbruch der Krankheit kommt oder die Krankheit zumindest einen milderen Verlauf nimmt.
Grundsätzlich muss ein Pferd gesund sein, wenn es eine Impfung erhält. Ist das Immunsystem bereits stark geschwächt oder hat mit einer Infektion zu kämpfen, darf es nicht zusätzlich mit einer Impfung belastet werden. Einer jeden Impfung muss daher eine tierärztliche Allgemeinuntersuchung voran gehen.
Nach Möglichkeit sollten parallel zur Impfung keine weiteren Medikamente verabreicht werden. Dies ist besonders in Bezug auf das Entwurmen zu beachten (siehe entsprechender Artikel). Die Entwurmung sollte ungefähr 14 Tage zurückliegen, bevor dein Pferd geimpft wird. Eine Dauermedikation, wie sie beispielsweise Cushing-Patienten erhalten, wird selbstverständlich weitergegeben, da der Organismus an dieses Präparat gewöhnt ist und es dauerhaft benötigt.
Damit die Gedächtniszellen auch wirklich ihren Job erledigen können und das Immunsystem entsprechend reagiert, wird das Pferd zuerst grundimmunisiert. Dies ist für einen sicheren Impfschutz nötig. Danach folgen als kleine Erinnerungshilfe die regelmäßigen Auffrischungsimpfungen.
Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfeinheiten mit einem Abstand von vier bis sechs Wochen. Eine dritte Impfung nach sechs bis sieben Monaten (Influenza und Herpes) beziehungsweise zwölf bis 14 Monaten (Tetanus) schließt die Grundimmunisierung ab. Die genauen Impfabstände geben die Impfstoffhersteller an. Alle weiteren Impfungen werden als Auffrischungsimpfungen bezeichnet. Der zeitliche Abstand zwischen den regelmäßigen Auffrischungsimpfungen variiert je nach Art des Impfstoffes und Nutzung des Pferdes zwischen sechs Monaten (Herpes und Influenza für Turnierpferde) und zwei bis drei Jahren (Tetanus).
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (=StIKo Vet), ein Gremium von Experten, gibt in Deutschland regelmäßig neue Leitlinien zur Impfung von Pferden heraus. Diese sind nicht rechtsverbindlich, dienen aber den Tierarztpraxen als Entscheidungshilfe.
Nach dem neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand werden Impfungen gegen folgende Infektionskrankheiten für jedes Pferd zu jeder Zeit empfohlen:
Wichtig für Turnierpferde: Die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) und FEI (Internationale Reiterliche Vereinigung) schreiben eine halbjährliche Influenza-Impfung vor. Um auf FEI Turnieren starten zu dürfen, müssen dazu seit dem 03.02.2025 alle durchgeführten Influenza-Impfungen von bei der FEI registrierten Tierärzt:innen durchgeführt und über die FEI HorseApp eingetragen werden.
Zusätzlich zu den oben genannten Impfungen kannst du dein Pferd gegen Druse, Tollwut, Hautpilz oder das West-Nil-Virus (siehe entsprechende Artikel) impfen lassen. Gegen diese Erkrankungen müssen Pferde allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen geschützt werden. Deine Tierarztpraxis kann dich zu einer eventuellen Notwendigkeit zusätzlicher Impfungen beraten.
In den letzten Jahren traten beispielsweise in Teilen von Deutschland zunehmend West-Nil-Infektionen auf. So empfiehlt die StIKo Vet, Pferde in diesen Gebieten gegen den West-Nil-Virus zu impfen. Dabei ist die Grundimmunisierung und die spätere, jährliche Auffrischimpfung vor Beginn der Mückensaison durchzuführen.
Besondere Beachtung gilt der Erstimpfung von Fohlen. Die Abwehrzellen der geimpften Mutterstute werden über die Milch an das Fohlen übertragen. Eine Impfung des Fohlens wirkt erst, wenn der Spiegel an mütterlichen Abwehrzellen im Blut des Fohlens wieder gesunken ist. Die erste Impfung sollte daher nicht vor dem fünften Lebensmonat erfolgen.
Über petsXL kann dir deine Tierarztpraxis einen individuellen Impfplan für dein Pferd schicken. Du bekommst dann automatisch Benachrichtigungen, wenn wieder du wieder einen Termin vereinbaren solltest.
Da es sich bei einer Impfung um ein Arzneimittel handelt, sind auch unerwünschte Nebenwirkungen möglich. Allerdings sind unsere heutigen Impfstoffe inzwischen so weit entwickelt und erprobt, dass die Anzahl der Nebenwirkungen bei der Masse an geimpften Pferden verschwindend gering ist.
Müdigkeit und Abgeschlagenheit nach einer Impfung sind keine Seltenheit. Schließlich muss das Immunsystem unseres Pferdes gerade auf Hochtouren arbeiten. Auch ein leichter Anstieg der Körpertemperatur kann vorkommen.
Mögliche lokale Veränderungen sind Schwellungen und Muskelverhärtungen an der Einstichstelle. In seltenen Fällen können sich diese Schwellungen entzünden und es kann zur Abszessbildung kommen. In solchen schwerwiegenden Fällen kontaktiere daher bitte immer deine Tierarztpraxis.
Nachdem dein Pferd eine Impfung erhalten hat, solltest du es ein bis drei Tage schonen. Da die Immunabwehr nun beschäftigt ist, mute deinem Pferd so wenig Stress wie möglich zu. Leichtes Reiten im Schritt, Weidegang, ein Spaziergang - angepasst an die äußeren Bedingungen kann dein Pferd bewegt werden.
Beim Dummkoller, früher auch als Sterngucker-Krankheit bezeichnet, handelt es sich um eine unheilbare, für das Pferd charakteristische Gehirnerkrankung, die jedoch heute zum Glück kaum noch zu beobachten ist. Diese das Bewusstsein stark beeinträchtigende Krankheit gehörte bis 2002 zu den Hauptgewährsmängeln, weswegen ein Pferd binnen 14 Tagen nach dem Kauf zurückgegeben werden konnte.
Als Sommerekzem wird eine wiederkehrende allergische Hauterkrankung bei Pferden bezeichnet, die sich durch hochgradigen Juckreiz und haarlose, offene Hautstellen äußert. Die Erkrankung kann bei Pferden aller Rassen auftreten, wobei Isländer, Norweger, Shetlandponys und Haflinger deutlich häufiger und Warmblüter eher selten betroffen sind.
Unter einer Sebadenitis versteht man eine fortschreitende entzündliche Veränderung der Talgdrüsen der Haut bei Hund und Katze, die letztendlich mit deren irreversibler Zerstörung einhergeht. Die Krankheit wurde 1986 erstmals beim Hund beschrieben.
Die gängigen Haltungsformen für Pferde sind die klassische Boxenhaltung, die Haltung im Laufstall (Aktivstall), in Paddock-Trails, die saisonale Weidehaltung und die Offenstallhaltung. Eines sollte jedem Pferdebesitzer klar sein. Pferde wollen laufen. In der Steppe sind sie manchmal bis zu 16 Stunden täglich unterwegs, um Nahrung und Wasser zu suchen. Grasend ziehen sie durchs Land. Nun sind unsere Pferde gezüchtet und domestiziert für unsere gemeinsame Zeit mit ihnen, sie sind keine Steppenponys mehr. Wir füttern sie, wir pflegen sie. Dennoch braucht das Pferd an sich Bewegung. Das sollen wir unbedingt bei der Wahl der Pferdehaltung im Kopf behalten. Das bedeutet auch, dass eine reine Boxenhaltung ohne einen ausreichend großen Paddock zur freien Bewegung nicht artgerecht ist. Außerdem muss immer für einen Kontakt unter Artgenossen gesorgt werden, denn Pferde sind Herdentiere.
Zweimal im Jahr haben unsere Pferde einen anstrengenden Job zu absolvieren: Beim Fellwechsel ist Höchstleistung gefragt, denn der Stoffwechsel läuft dabei auf Hochtouren. Manch altes oder krankes Pferd hat damit schon zu kämpfen. Du als Pferdebesitzer kannst deinem Pferd helfen, entspannter durch den Fellwechsel zu kommen.
Auch nach jahrhundertelanger Domestikation und Zucht ist und bleibt das Pferd ein Fluchttier. Manche Verhaltensweisen sind von uns Menschen zwar unerwünscht, aber keine Verhaltensstörungen, sondern gehören zum natürlichen Wesen des Pferdes. Dazu zählen beispielsweise Scheuen, Bocken oder Durchgehen. Eine typische Verhaltensstörung ist wiederum das Koppen.
Nahezu jedem von uns ist das Asthma beim Menschen bekannt. Aber auch unter unseren Pferden nehmen chronische Atemwegserkrankungen immer mehr zu. Über die vergangenen Jahre wurden verschiedene Bezeichnungen für einen ähnlichen Krankheitskomplex etabliert. Im englischsprachigen Raum wurde lange Zeit der Überbegriff „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ (=COPD) geprägt, da man davon ausging, dass die Veränderungen nicht nur die Bronchien, sondern die gesamte Lunge betreffen. Im Deutschen sprach man meist von einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COB). Auch wenn diese Begriffe heute noch oft verwendet werden, wird in der Tiermedizin bei Pferden nur noch zwischen der „RAO: Recurrent Airway Obstruction“ (=wiederkehrende Atemwegserkrankung) und der „IAO: Inflammatory Airway Disease“ (=entzündliche Atemwegserkrankung) unterschieden. Zentraler Bestandteil aller Begriffe ist immer die Obstruktion oder Verengung der kleinen Bronchien, die zu Atembeschwerden und Husten führt. Der Vorläufer dieser chronischen Erkrankungen ist meist eine akute Bronchitis.
Die auch als Graskrankheit bekannte rasch fortschreitende Muskelerkrankung ist erst seit Anfang des letzten Jahrhunderts bekannt und von Pferdebesitzern gefürchtet, da die meisten der betroffenen Pferde daran sterben und die Ursachen lange Zeit nicht geklärt waren. Betroffen sind vorrangig junge, wohlgenährte Pferde, die auf eher ungepflegten, nährstoffarmen Weiden stehen.
Herzerkrankungen kommen auch bei unseren Vierbeinern relativ häufig vor und fast jeder zehnte Hund ist betroffen. Von einer Herzinsuffizienz oder Herzschwäche spricht man, wenn das Herz nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf pumpen kann, so dass der Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
Unter Urolithiasis, umgangssprachlich als Harnsteinkrankheit bezeichnet, versteht man die Bildung und Ablagerung unterschiedlichster Konkremente im Harnwegssystem des Pferdes. Auch wenn diese Erkrankung beim Pferd eher sporadisch vorkommt, so kann sie doch zu schwerwiegenden Symptomen und erheblichen Beeinträchtigungen führen. Die Ablagerungen können in Form von Kristallen, Gries, Sand oder Steinen vorkommen und sind am häufigsten (ca. 60%) in der Harnblase zu finden. Wallache sind stärker betroffen als Hengste oder Stuten.
Was steckt hinter diesen fünf Buchstaben? Diese Abkürzung stammt aus dem Englischen, heißt wörtlich „Feline Lower Urinary Tract Disease“ und beschreibt alle Erkrankungen der ableitenden Harnwege der Katze, die Schwierigkeiten und Schmerzen beim Harnabsatz verursachen. In der Regel sind fast ausschließlich reine Wohnungskatzen betroffen, Freigänger-Katzen erkranken fast nie. Kater erkranken zudem häufiger als Katzen.
Stumpfes Fell, haarlose, entzündete Hautareale und ein oft sehr ausgeprägter Juckreiz charakterisieren diese parasitäre Hauterkrankung, die weltweit vorkommt und Hunde jeden Alters betreffen kann. Auslöser ist eine auch auf dem gesunden Hund zu findende Milbe, die Haarbalgmilbe Demodex. Warum sie sich in bestimmten Fällen überdurchschnittlich stark vermehrt und zu den erwähnten Hautveränderungen führt, ist nach wie vor nicht vollständig aufgeklärt. Die Erkrankung wird als nicht ansteckend betrachtet.