Von dieser Krankheit hat wohl jede Reiter:in schon einmal etwas gehört. Sie ist seit Jahrzehnten bekannt und eine der häufigsten Lahmheitsursachen beim Pferd. Dabei ist Spat eigentlich ein Überbegriff für alle entzündlichen und chronischen Veränderungen im Bereich der Sprunggelenke. Die Erkrankung zählt zu den durch Verschleiß entstehenden Lahmheiten und betrifft vermehrt ältere Pferde. Entgegen landläufiger Meinungen bedeutet die Diagnose Spat jedoch nicht, dass dein Pferd nicht mehr reitbar ist. Mit einer genau abgestimmten Therapie und einem angemessenen Bewegungsprogramm ist diese Erkrankung zwar nicht heilbar, aber gut zu managen.
Das Sprunggelenk des Pferdes setzt sich aus verschiedenen Gelenketagen zusammen. Am beweglichsten ist die oberste Etage, in der Unterschenkel und Sprungbein ein Gelenk bilden. Der untere Bereich des Gelenks besteht aus mehreren Reihen kleiner Knochen, die durch Bänder fest zusammengehalten werden. In diesem Gelenkbereich findet wenig Bewegung statt. Er dient eher der Stoßdämpfung. Man spricht daher auch von straffen Gelenken.
Im Zuge einer Spat-Erkrankung kommt es innerhalb dieser straffen Gelenkreihen zu entzündlichen Veränderungen. Diese führen im weiteren Verlauf durch Knorpelschäden zu Verwachsungen und Verschmelzungen der einzelnen Knochen. Der Entzündungsprozess tritt in Krankheitsschüben auf, zwischen denen dein Pferd immer wieder lahmfrei ist und keine Schmerzen zeigt. Sind schließlich die schmalen Gelenkspalten vollständig verknöchert, verschwinden die Schmerzen ganz. Es verbleibt lediglich die mechanische Beeinträchtigung durch die Versteifung der Gelenke. Die knöchernen Zubildungen sind dann teilweise auch von außen sicht- oder zumindest fühlbar. Je nach Ausprägung der Erkrankung kann dieser Vorgang unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen.
Gelegentlich kommt es auch im oberen Gelenkspalt zu Veränderungen. Diese werden dann als hoher Spat bezeichnet.
Eine eher selten auftretende Sonderform ist der sogenannte osteolytische Spat. Hier kommt es zur Auflösung der Knochen. Die Gelenkspalten werden dadurch deutlich breiter.
Wie bei den meisten arthrotischen Veränderungen gibt es auch bei Spat vielerlei Faktoren, die an der Entstehung beteiligt sind. In erster Linie wird die Belastung als äußere, direkte Ursache der Erkrankung gesehen. Diese setzt sich aus der Summe vieler kleiner Traumata zusammen, denen das Sprunggelenk bei Belastung ausgesetzt ist. Zu den inneren, indirekten Ursachen gehören Stellungsanomalien, Winkelung und abnormer Bau des Sprunggelenks, Unterversorgung mit Mineralstoffen sowie erbliche Disposition.
Klassische Anzeichen einer Spat-Erkrankung entwickeln sich oft erst allmählich. Die Leitsymptome der Erkrankung sind der Schmerz und die Lahmheit einer oder beider Hintergliedmaßen. Allerdings beginnen betroffene Pferde zuerst nur bei Belastung oder zu Beginn der Arbeit zu lahmen. Am deutlichsten ist die Lahmheit beim Übergang einer ruhigen in eine schnellere Gangart zu erkennen. In vielen Fällen verringert sich die Lahmheit im Laufe der Bewegung oder verschwindet sogar ganz. Auf Grund der Schmerzen hebt das Pferd die betroffenen Gliedmaßen im Gang nicht mehr so stark an. Dadurch dass die Hufspitzen über den Boden schleifen entsteht eine starke Zehenrichtung. Im Stand schont das Pferd die erkrankten Gliedmaßen.
Als weiteres, charakteristisches Symptom können mehr oder weniger große Verdickungen, sogenannte Exostosen, an der Innenfläche des Sprunggelenks auftreten. Diese Knochenneubildungen sind nicht schmerzhaft, treten jedoch nicht bei allen an Spat erkrankten Pferden auf.
Eine deutliche Lahmheit ist meist erst erkennbar, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist. Folgende Anzeichen können allerdings auch vor Auftreten einer Lahmheit schon auf eine schleichende Spat-Erkrankung hindeuten:
Die Erkrankung ist nicht immer leicht zu erkennen. Lass dein Pferd bei Auftreten einer Lahmheit immer umgehend tierärztlich untersuchen, um eine korrekte Diagnose zu erhalten.
Es stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um Spat sicher zu diagnostizieren. Dein Pferd wird im Stand und in der Bewegung klinisch untersucht und beurteilt. Zur weiteren Untersuchung zählt die spezifische Provokationsprobe, in diesem Fall auch Spatprobe genannt. Bei dieser wird das Sprunggelenk über eine Minute gebeugt und dein Pferd danach sofort vorgetrabt. So ist besser beurteilbar, ob sich die Lahmheit durch die Provokation verstärkt hat. Ein anderes Hilfsmittel ist die sogenannte diagnostische Anästhesie. Um den erkrankten Bereich enger einzugrenzen, wird ein örtliches Betäubungsmittel an das Sprunggelenk gespritzt. Die damit lokalisierte Region kann danach mittels Röntgenuntersuchung genauer betrachtet werden.
Eine Heilung der Erkrankung ist auf Grund des degenerativen Charakters nicht möglich. Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu nehmen und das Leben mit Spat so erträglich wie möglich zu gestalten. Je nach Ausprägung und Form der Erkrankung stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung. In frühen Phasen der Erkrankung können entzündungs- und schmerzhemmende Mittel eine gute Wirkung erzielen. Bei osteolytischem Spat werden spezielle Medikamente gegen den Knochenabbau eingesetzt.
Bei hochgradigen Veränderungen empfiehlt sich eine Arthrodese (=Gelenkversteifung) der veränderten Gelenkanteile. Dabei wird der Gelenkknorpel mithilfe von verschiedenen Bohrungen im Gelenkspalt weitgehend entfernt. Damit beschleunigt sich die Versteifung der Gelenke. Die dafür nötige Operation findet unter Vollnarkose statt.
Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist immer auch die Hufpflege oder der Hufbeschlag. Je nach Krankheitsgrad und individueller Hufstellung wählt dein(e) Hufschmied:in in Zusammenarbeit mit deiner Tierarztpraxis einen passenden orthopädischen Beschlag aus.
Begleitend zur Behandlung kannst du durch eine optimierte Haltung und einen entsprechenden Bewegungsplan einen großen Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität deines Pferdes leisten. Wie bei allen anderen arthrotischen Erkrankungen gilt: Wer rastet, der rostet! An Spat erkrankte Pferde brauchen ein Höchstmaß an freier Bewegung. Dadurch dass das Beugen der Hinterbeine nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, kann das Aufstehen Schwierigkeiten bereiten. Betroffene Pferde benötigen dafür mehr Platz. Offenställe mit zugfreien Unterständen oder Laufställe mit nicht zu weichem Untergrund sind zu empfehlen.
Zur Unterstützung und Optimierung der Gelenkfunktion bei Arthrose sind inzwischen unzählige Zusatzfuttermittel auf dem Markt erhältlich. Was im Einzelfall eingesetzt werden kann, hängt von Ausprägung und Form des Spats ab. Hier empfiehlt es sich mit deiner Tierarztpraxis zu besprechen, welches Präparat für dein Pferd am sinnvollsten ist.
Auch der Bereich der begleitenden Behandlungsmethoden ist sehr groß. So kann von Physiotherapie über Laserbehandlung und Osteopathie mit vielen verschiedenen Methoden eine Verbesserung der Symptome erzielt werden. Besprich mit deiner Tierarztpraxis, welche Methode sich im Einzelfall am besten eignet.
In tierärztlicher Absprache kann dein Pferd trotz Spat auch wieder geritten werden. Dabei ist auf eine besonders lange Aufwärmphase im Schritt zu achten. Unter Beachtung der Bodenverhältnisse ist dies auch gut im Gelände machbar. Das Reiten auf unebenen Böden, zu enge Wendungen und plötzliche Stopps oder Richtungswechsel solltest du allerdings vermeiden.
Mit Behandlung und dem richtigen Management kannst du trotz der Diagnose Spat noch lange Freude mit deinem Pferd haben. Auch operierte Pferde können nach ausreichender Erholungszeit zu einem Großteil wieder im Sport eingesetzt werden.
Zwischen Kindern und Hunden kann sich eine ganz besondere Freundschaft entwickeln. Wichtig ist es jedoch für Eltern und Hundehalter, einige grundlegende Regeln zu beachten. Und auch das ist zu bedenken: Manche Hund-Kind-Paare sind einfach nicht für einander geschaffen, das gilt es verantwortungsvoll wahrzunehmen. Die Basis für die Partnerschaft mit einem Hund ist immer der respekt- und liebevolle Umgang – und eine Erziehung mit klaren Regeln in der Mensch-Hunde-Kommunikation.
Ein Pferd steht mit hängendem Kopf und hohem Fieber in seiner Box. Weitere Pferde aus dem Stall zeigen ähnliche Symptome. Die behandelnden Tierärzte vermuten eine Virusinfektion und schicken Blutproben ins Labor. Wird jetzt eine Herpesvirusinfektion nachgewiesen bedeutet das meist eine Schreckensmeldung für viele Pferdehalter und -züchter. Um die Ausbreitung dieser hoch ansteckenden Infektion einzudämmen, müssen ganze Ställe gesperrt und Turniere abgesagt werden, so dass der wirtschaftliche Schaden schnell immens werden kann. Doch wie infizieren sich die Tiere so plötzlich?
Pferdebesitzer kennen die Phlegmone wahrscheinlich eher unter dem umgangssprachlichen Begriff Einschuss. Es handelt sich dabei um eine eitrige Entzündung des Bindegewebes und der Lymphgefäße der Unterhaut, die vorrangig an den Gliedmaßen auftritt und zu massiven Schwellungen und Schmerzen führen kann.
Hast du auch schon als Kind davon geträumt, mit deinem Pferd am Strand entlang zu galoppieren? Tagesausritte durch die Heide, vielleicht sogar ein fordernder Wochenkurs bei einem renommierten Trainer – welch ein wunderbarer Urlaub mit unserem vierbeinigen Freund. Zumal es nicht immer so leicht ist, eine geeignete Urlaubsvertretung für das Pferd zu finden, die deinen Liebling in deiner Abwesenheit so versorgt, wie du es dir vorstellst. Warum also nicht den treuen Partner mit in den Urlaub nehmen und den Traum vom Pferdeurlaub verwirklichen? Damit das Abenteuer möglichst reibungslos abläuft, solltest du entsprechende Vorbereitungen treffen.
Kaninchen sind sehr intelligente Tiere und durchaus in der Lage, Anweisungen zu befolgen oder kleine Übungen auszuführen. Falls es nicht klappt, liegt das meist an der fehlenden Geduld oder unzureichendem Wissen auf Seiten der Menschen. Also: Nur Mut! Mit liebevoller Ausdauer gelingt es sicher. Einige Tipps für ein erfolgreiches Training findest du hier.
Diese auch als Morbus Addison bezeichnete Erkrankung der Nebennieren wurde 1855 erstmals vom Namensgeber Thomas Addison (Chefarzt eines Londoner Krankenhauses) beim Menschen beschrieben. Es kommt dabei zur sogenannten Nebennierenrindeninsuffizienz (= NNR) oder Hypoadrenokortizismus, dem teilweisen oder totalen Ausfall der Hormonproduktion der Nebennierenrinde. Sie kommt beim Hund deutlich seltener vor als die Nebennierenüberfunktion (= Morbus Cushing), kann jedoch zu lebensbedrohlichen Symptomen führen. Betroffen sind vorrangig mittelalte Hündinnen großer Rassen.
Der Graue Star (medizinisch: Katarakt) beschreibt die Trübung der Linsen im Auge des Hundes, die ähnlich wie beim Menschen eine der häufigsten Ursachen für eine Erblindung sind. Die Erkrankung erfordert daher unbedingt eine tierärztliche Behandlung, denn mit Hilfe moderner Operationstechniken kann inzwischen auch beim Hund das Sehvermögen erhalten werden.
Milben sind kleine Schädlinge, die zu den Spinnentieren gehören. Bei der Katze kommen verschiedene Milbenarten vor, die entweder im Fell, auf oder in der Haut und im Bereich des Ohres leben und starken Juckreiz verursachen. Zusätzlich besteht bei einem Milbenbefall immer die Gefahr der Übertragung auf den Menschen, es handelt sich also um eine Zoonose.
Die Geburtshilfe beschäftigt sich mit der Überwachung der Trächtigkeit, der Vorbereitung, Assistenz und Nachbehandlung der Geburt sowie eventuell notwendiger operativer Eingriffe, wie beispielsweise dem Kaiserschnitt. Sie ist ein Teilgebiet der Gynäkologie.
Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren weltweit. In Deutschland leben rund 15,7 Millionen Hauskatzen. Das Zusammenleben mit der Katze hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Von der Hofkatze zum Mäusefangen wurde sie zunehmend zur Hauskatze, die sich dem Tagesablauf ihrer Besitzer:innen anpassen musste. In ihrem Freiheitsdrang eingeschränkt, lebt ein Großteil dieser Katzen heutzutage in reiner Wohnungshaltung. Die Folge können unterschiedlich stark ausgeprägte Veränderungen im Verhalten der Katze sein.
In der Pferdehaltung sind wir Besitzer immer wieder aufgefordert, genau zu prüfen, was das Beste für unser Pferd sein könnte. Eine positive Entwicklung in der Pferdehaltung ist sicherlich, dass immer mehr Ställe versuchen eine Haltung anzubieten, die den natürlichen Bedürfnissen der Pferde nach ausreichend freier Bewegung und Herdenkontakt gerecht wird. Eine reine Haltung in der Gruppe wie in einem Offen- oder Aktivstall muss aber nicht für jedes Pferd das Beste sein, insbesondere dann, wenn es sich um Hengste oder alte Pferde mit besonderen Bedürfnissen handelt. Es liegt in unserer Hand, die Entscheidung für die individuell beste Haltungsform zu treffen und die besten Rahmenbedingungen für unser Pferd zu schaffen. Ein Aspekt hierbei ist die Wahl der Einstreu in der Box oder des Liegebereichs unseres Pferdes.
Sie schnurren, umschlängeln uns und sind klein und süß. Katzen können ganz leise und sanft daherkommen. Doch sie können auch ganz anders: Katzen töten, wenn nötig mit wenigen, gezielten Bissen. Die Zähne einer Katze sind eine Waffe.