Geburtshilfe

Die Geburtshilfe beschäftigt sich mit der Überwachung der Trächtigkeit, der Vorbereitung, Assistenz und Nachbehandlung der Geburt sowie eventuell notwendiger operativer Eingriffe, wie beispielsweise dem Kaiserschnitt. Sie ist ein Teilgebiet der Gynäkologie.

INHALT
Geburtshilfe bei Hund und Katze Geburtshilfe beim Pferd Kaiserschnitt
Geburtshilfe bei Hund und Katze

Liegt ein Hundewelpe im Geburtskanal mit angewinkelten Vorderbeinen, mit dem Rücken nach unten oder in Hinterendlage (=Hinterteil voran), kann es zu Geburtsstörungen kommen. Diese erfordern menschliches Eingreifen. Einige Hunderassen, insbesondere die mit großem Kopf, benötigen immer Geburtshilfe.

Fehllagen können, je nach Größe der Hündin, mit tierärztlicher Hilfe korrigiert werden. Bei Wehenschwäche wird die Wehentätigkeit durch per Infusion gegebene Medikamente angeregt. Als letzte Möglichkeit kommt ein Kaiserschnitt (siehe unten) in Frage.

Bei Katzen ist Geburtshilfe nur in Ausnahmefällen nötig.

Geburtshilfe beim Pferd

Schwergeburten sind bei der Stute selten, wenn sie auftreten jedoch lebensbedrohend. Zu den häufigsten Geburtsproblemen zählen wie beim Kleintier die fehlerhafte Lage oder Haltung des Fohlens. Diese können durch tierärztliche Hilfe korrigiert werden.

In schwerwiegenden Fällen leistet tierärztliches Fachpersonal vorsichtig Zughilfe. Hierfür werden Geburtsketten an den Gliedmaßen des Fohlens angebracht. An diesen wird unterstützend während der Wehen gezogen.

Ist die Geburtshilfe an der stehenden Stute nicht erfolgreich, wird versucht, die Position des Fohlens unter Narkose zu korrigieren. Ist auch das erfolglos, wird ein Kaiserschnitt durchgeführt. Dieses kommt beim Pferd im Vergleich zum Kleintier äußerst selten vor.

Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt ist eine Operation, die unter einer Vollnarkose stattfindet. Um Muttertier und Nachwuchs zu schonen, werden so viele Vorbereitungen wie möglich bereits vor der Narkoseeinleitung durchgeführt. Dazu gehört das Legen eines venösen Zugangs für die Infusion sowie das Scheren des Operationsfeldes. Besonders wichtig ist die Auswahl der Narkose- und Schmerzmittel, da diese auch auf den Nachwuchs wirken. Die Welpen beziehungsweise das Fohlen werden dann mithilfe eines Schnitts durch die Bauchdecke und die Gebärmutterwand des Muttertieres entbunden. Beides wird danach wieder mit Nähten verschlossen.

Geplante Kaiserschnitte finden häufig bei brachyzephalen Hunderassen wie Französischen Bulldoggen, Möpsen, Mastiffs und Chihuahuas statt. Aber auch Labrador und Golden Retriever sind vermehrt betroffen.