Wenn das Pferd lahmt

Beschwingt fährst du in den Stall und holst dein Pferd voller Euphorie von der Weide. Doch schon beim Führen zum Putzplatz stellst du fest, dass etwas nicht stimmt. Das gewohnte Geräusch der Hufe auf dem Boden hört sich irgendwie anders an. An der Longe wird klar: Dein Pferd lahmt!

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Richtig handeln, wenn der Gang nicht mehr stimmt
Richtig handeln, wenn der Gang nicht mehr stimmt

Jetzt heißt es erstmal die Nerven zu bewahren. Schaue dir dein Pferd ganz genau an: Sind offene Wunden zu erkennen? Hat es irgendwo an den Beinen sichtbare Schwellungen? Verspürst du an einer Stelle vermehrt Wärme? Lahmt es schon im Schritt oder tritt die Lahmheit nur im Trab auf? Wenn dein Pferd schon im Schritt deutlich lahm ist, teste auf keinen Fall höhere Gangarten an.

All das sind wichtige Beobachtungen, die dir und deinem/deiner Tierärzt:in weiterhelfen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Manchmal hat sich dein Pferd nur auf der Weide vertreten und ist nach ein, zwei Tagen Ruhe wieder ganz das alte. Ist die Lahmheit jedoch ausgeprägt oder eine Stelle besonders warm und dick, solltest du umgehend Kontakt zu deinem/deiner Tierärzt:in aufnehmen. Es ist wichtig, eine Bewegungsproblematik zügig abzuklären. So werden auch schwerwiegende Probleme schnell erkannt und entsprechende Therapien eingeleitet. Häufig sind es Probleme an Knochen, Muskeln oder Gelenken, die dazu führen, dass dein Pferd lahmt. Dies können unter anderem sein (siehe entsprechende Artikel):

  • Arthrose und Arthritis
  • Entzündungen und Schäden der Beugesehnen oder des Fesselträgers
  • Hufgeschwüre
  • Hufrollensyndrom
  • Hufrehe
  • Hufkrebs
  • Kissing Spines
  • Spat
  • Kreuzverschlag

Es kann auch sein, dass eine Schädigung des Nervengewebes vorliegt, die zu der Lahmheitsproblematik führt. Sind Rückenmark oder Gehirn betroffen, zeigt das Pferd meist einen typischen Bewegungsablauf und man spricht dann von einer Ataxie (siehe entsprechender Artikel). Auch bei den über Zecken übertragenen Infektionskrankheiten Anaplasmose und Borreliose oder einem Einschuss (siehe entsprechende Artikel) treten Lahmheiten auf.

Nach einer ausführlichen Lahmheitsuntersuchung wird dein/e Tierärzt:in eine Diagnose stellen können. Scheue dich nicht, beim kleinsten Zweifel tierärztlich genauer hinschauen zu lassen. Selbst wenn du mit deiner Vermutung falsch lagst und sich das Problem dann doch als leichter lösbar erweist: Sicher ist sicher.

Du selbst kannst jedoch auch schon handeln. Schürfwunden solltest du schnellstmöglich reinigen und desinfizieren. Warme Schwellungen kannst du mit kaltem Wasser kühlen, um die Entzündung einzudämmen. Wichtig ist auch, dass du deinem Pferd Ruhe gönnst. Halte Rücksprache mit deinem/deiner Tierärzt:in, ob Schritt gehen noch möglich ist oder ob strikte Boxenruhe verordnet wird.

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