Wenn der Hund stirbt – vom Loslassen und Begleiten

Irgendwann kommt der Moment, in dem wir uns für immer von unserem geliebten Hund trennen müssen. Alter, Krankheit oder ein Unfall beenden, was viele Jahre ein wunderbares gemeinsames Leben war. Den Begleiter dann würdevoll zu verabschieden, ist den meisten Hundehalter:innen sehr wichtig.

INHALT
Ein schwerer Schritt Was passiert mit dem Tierkörper? Und wie mit der Trauer umgehen?
Ein schwerer Schritt

Am tröstlichsten ist es, wenn dein Hund sanft zu Hause einschläft. Leider kommt es oft anders. Dann haben wir als Menschen und Hundehalter:innen die Verantwortung zu tragen, dass wir vielleicht die Erlösung herbeiführen müssen. Das sogenannte „Einschläfern“, die Euthanasie (siehe entsprechender Artikel), ist kein leichter Schritt und bedrückt die meisten Menschen sehr. Vertraue darauf, dass du in deiner Tierarztpraxis verantwortungsvoll zu dieser Entscheidung beraten wirst, sodass dein Hund möglichst wenig leiden muss und im richtigen Moment gehen darf. Manche Tierarztpraxen bieten es an, die Euthanasie in der gewohnten Umgebung deines Tieres durchzuführen. Auch wenn es für dich selbst sehr schwer ist, kann es deinem Hund helfen, dich als vertraute Person in seinen letzten Momenten nahe bei sich zu haben, ob in der Praxis oder zuhause.

Was passiert mit dem Tierkörper?

Sicher möchtest du deinem Hund eine würdige letzte Ruhestätte bereiten. Doch wie kann das aussehen?

Eine Beerdigung im eigenen Garten

Wenn du ein eigenes Grundstück besitzt und dieses ein paar Voraussetzungen erfüllt, ist eine Beerdigung dort möglich: Das Grundstück darf nicht in einem Wasserschutzgebiet oder an einem öffentlichen Park oder öffentlichen Weg liegen. Das Grab für deinen Hund muss mindestens einen halben Meter tief und zwei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt sein.

Im eigenen Garten hast du die Möglichkeit, ganz für dich in Ruhe ein Ritual zu schaffen, Abschied zu nehmen und einen Grabstein oder ähnliches aufzustellen. Du kannst es auch schlicht halten und deinen Wegbegleiter gut gebettet wissen.

Die Einäscherung

Hier gibt es die Möglichkeit einer Einzel- oder Sammeleinäscherung. Bei der Einzeleinäscherung kannst du eine Urne mit der Asche mit nach Hause nehmen. Bei der Sammeleinäscherung kommt die Asche in ein gemeinsames Grab.

Ein Platz auf dem Tierfriedhof

Vielleicht findest du auch auf einem Tierfriedhof ein Plätzchen, an dem dein Hund seine letzte Ruhestätte findet. Du kannst ein Sammelgrab, einen Einzelplatz oder einen Urnenplatz wählen. Informiere dich am besten vor Ort nach den genauen Bedingungen.

Die Verwandlung in einen Diamanten

Dies ist eine außergewöhnliche Möglichkeit, deinen Hund in Erinnerung zu behalten. Hierfür wird die Asche des Hundes so stark gepresst, dass sie zu einem glitzernden Stein wird. Diesen kannst du dann in einen Ring einfassen lassen oder an einer Kette tragen. Damit hast du deinen Hund auf eine besondere Art immer bei dir.

In der Tierarztpraxis lassen

Du kannst die sterblichen Überreste deines Hundes auch in deiner Tierarztpraxis lassen, der eine Entsorgung organisiert. Hierfür ist eine Gebühr zu entrichten. Die sterblichen Überreste deines Hundes werden dann mit denen anderer Tiere in einer Tierkörperbeseitigungsanlage verbrannt. Von deinem Hund verabschieden kannst du dich natürlich trotzdem und ihn in Erinnerungen würdigen. 

petsXL Oskar liegt im Körbchen
Und wie mit der Trauer umgehen?

Der Abschied vom täglichen Zusammensein ist das eine. Das andere ist die Trauer über den Verlust. Jeder Mensch geht anders damit um. Sicher ist, dass Tränen geweint werden dürfen. Auch der Verlust eines Hundes bedeutet für viele Menschen einen starken emotionalen Schmerz.

Am wichtigsten ist es, dass du deine Trauer zulässt und nicht verdrängst, auch wenn manche Menschen vielleicht nicht verstehen können, wie man um einen Hund weinen kann. Schließlich war dein Hund dir Freund, Weggefährte, Familienmitglied und Teil deines Lebens. Du darfst weinen und du darfst wütend und tief berührt sein. Lass deinen Emotionen freien Lauf. Sie zu unterdrücken bringt dir keinen Seelenfrieden.

Tausche dich mit anderen Menschen aus. Nehme Kontakt zu Gleichgesinnten auf, spreche mit deiner Familie, mit Freund:innen – bleib nicht allein mit deinem Schmerz. Teile Erinnerungen und sei offen für Tipps, um den Kummer zu verarbeiten.

Manifestiere Erinnerungen. Schreibe über deinen Hund, schaue dir Bilder an, stelle ein Video aus Erlebtem zusammen. Sei kreativ und drücke dabei aus, was du fühlst. Du würdigst damit das Positive und kannst dich intensiv mit dem Schmerz auseinandersetzten. Außerdem hast du eine wundervolle Erinnerung, die nicht verblassen wird. Vielleicht engagierst du dich für den Tierschutz oder schenkst deine Liebe den Hunden, die sie ganz besonders brauchen? Vielleicht auch im Gedenken an deinen verstorbenen Hund.

Vielen Hundebesitzer:innen fehlt auch der tägliche Spaziergang, wenn ihr Gefährte nicht mehr da ist. Geh weiterhin in die Natur – und in die Welt. Wandel deine Trauer über den Blick ins Schöne. Lass dich dazu inspirieren, weiter zu gehen. Vielleicht wächst irgendwann die Idee, einem neuen Hund einen Platz an deiner Seite zu schenken, um ein Stück deines Weges gemeinsam zu gehen. Spüre selbst, ob und wann die Zeit dafür gekommen ist.