Einmal neu bitte! – der Fellwechsel bei Pferden

Zweimal im Jahr haben unsere Pferde einen anstrengenden Job zu absolvieren: Beim Fellwechsel ist Höchstleistung gefragt, denn der Stoffwechsel läuft dabei auf Hochtouren. Manch altes oder krankes Pferd hat damit schon zu kämpfen. Du als Pferdebesitzer kannst deinem Pferd helfen, entspannter durch den Fellwechsel zu kommen.

INHALT
Der Fellwechsel geht los Was tun, wenn es Probleme gibt? Unterstützung für den Fellwechsel
Der Fellwechsel geht los

Alles fühlt sich noch nach Sommer an, du trägst T-Shirt und lächelst in die Sonne, während sich schon der erste kleine Pelzansatz beim Putzen deines Pferdes bemerkbar macht. Oder du genießt noch die wunderschöne Schneelandschaft, während dein Pferd sich bereits im Januar seinen Winterpelz vom Leib schüttelt. Der Fellwechsel wird fotoperiodisch, also nach der Tageslichtlänge, gesteuert und kann mitunter für dich überraschend beginnen. Egal ob Sommer- oder Winterfell, der Stoffwechsel wird dabei so richtig angekurbelt. Bei gesunden Pferden merkst du das wahrscheinlich kaum, dennoch tut eine Unterstützung über eine bewusste Fütterung deinem Pferd sicher gut, denn der Nährstoffbedarf ist in dieser Zeit erhöht. Vielleicht fütterst du in dieser Zeit einfach ein paar Extras als eine Art Fellwechsel-Kur.

petsXL Sunny bürstet sich
Was tun, wenn es Probleme gibt?

Bei geschwächten Pferden kann der Fellwechsel das Immunsystem sehr stark fordern, etwa bei alten oder kranken Pferden, wie auch bei tragenden Stuten, die schließlich gerade noch eine weitere große Aufgabe zu bewältigen haben.

Falls du feststellst, dass dein Pferd Schwierigkeiten im Fellwechsel hat, ist Hilfe vom Tierarzt sinnvoll. Ein Mangel an bestimmten Stoffen kann beispielsweise über ein Blutbild festgestellt werden. Der Tierarzt kann auch abklären, ob womöglich eine Stoffwechselstörung dahintersteckt.

Unterstützung für den Fellwechsel

Es gibt sie, die kleinen Helferlein unter den Mineralstoffen und Vitaminen. Einige Pferdebesitzer füttern zum Beispiel Kräutermischungen als Prophylaxe. Lebertran ist ebenfalls eine Empfehlung.

Ist in einem Blutbild ein tatsächlicher Mangel festgestellt worden, gilt es mit Hilfe deines Tierarztes das richtige Produkt zu finden, um den Mangel zu beheben. Bedenke, dass manches Vitamin ein anderes braucht, damit der Körper den Stoff überhaupt richtig aufnehmen kann.

Hier eine Übersicht:

  • Zink ist ein sehr wichtiger Stoff für die Neubildung von Haut und Haarkleid. Das Spurenelement fördert unter anderem die Bildung von Kreatin, ein Hauptbestandteil der Haare. Hat dein Pferd schuppiges Fell, stumpf und spröde, vielleicht noch Juckreiz und einen verzögerten Fellwechsel, dann kann ein Zinkmangel im Spiel sein.
  • Selen und Vitamin E sind wichtig für die Hautdurchblutung. Sie stabilisieren die Zellmembranen und wirken antioxidativ. Liegt ein Mangel vor, kann es zu Fellproblemen, Juckreiz und sogar Ekzembildung kommen.
  • Omega-3-Fettsäuren sind in Fischöl (Lebertran) enthalten. Wird das Fell stumpf und trocken, treten gar Hautverdickungen oder Haarausfall auf, kann ein Mangel vorliegen.
  • Vitamin A ist das Schutzvitamin der Haut. Ein Mangel kann zu einer stärkeren Verhornung der Haut führen. Viel Vitamin A steckt in Lebertran, weshalb dieser gern als Öl dem Futter beigemischt wird, um den Fellwechsel zu unterstützen.
  • B-Vitamine und Biotin sind essentiell für die Darmfunktion. Ein Mangel kann zu einem stumpfen, glanzlosen Fell führen.
  • Ingwer wirkt stoffwechsel- und verdauungsfördernd, neben seiner bekannten entzündungshemmenden Wirkung.

Wichtig ist, dass du nur nach Rücksprache mit deinem Tierarzt ein entsprechendes Produkt verfütterst. Ein zu viel ist ebenso schädlich wie ein zu wenig.

Neben einer unterstützenden Ernährung kannst du auch in der Pflege etwas für deinen Fellwechsler tun. Gründliches Bürsten regt die Durchblutung an, ist gut für Haarkleid und Haut und hat zudem einen Wohlfühleffekt für viele Pferde.

Zum Schluss bleibt nur noch zu wünschen: Komm gut mit deinem Pferd durch die Jahreszeiten!