Unreitbar – was kann ich mit meinem Pferd noch alles machen

Für viele Pferdebesitzer ist das ein trauriger Moment. Die Diagnose “Unreitbar” beendet schlagartig den Traum weitere tolle Momente im Sattel mit deinem Pferd zu erleben. Doch auch wenn das Reiten an sich nicht mehr möglich ist, sollte das Pferd als Freund nicht weniger wert sein. Schließlich gibt es wunderbare Alternativen, um miteinander Zeit zu verbringen.

INHALT
Was bedeutet unreitbar? Alternativen zum Reiten
Was bedeutet unreitbar?

Es gibt verschiedenste Gründe, warum ein Pferd plötzlich nicht mehr unter dem Sattel bewegt werden kann. Vielleicht ist es in die Jahre gekommen und sein Körper ist nicht mehr in der Lage, Equipment und Reitergewicht zu tragen. Oder es hat sich womöglich derart verletzt, dass es über einen längeren Zeitraum oder sogar nie wieder geritten werden kann. Vielleicht liegt es auch nicht am Körper, sondern an der Psyche des Tieres. Ein Pferd, das „über die Uhr“ gedreht wurde, wie es manchmal heißt, braucht möglicherweise eine lange Reitpause, um wieder zu sich zu kommen.

Unreitbar bedeutet also, dass das Pferd temporär oder dauerhaft kein Reitergewicht mehr tragen kann. Es bedeutet aber nicht, dass das Pferd auf das Abstellgleis gehört. Je nach Befund wird es trotzdem Bewegung wollen und brauchen.

Sprich am besten mit deinem Tierarzt darüber, welche Intensität des Trainings geeignet ist, um dein Pferd fit zu halten.

petsXL Sunny mit Sattel daneben
Alternativen zum Reiten

Die Möglichkeiten, gezielt mit deinem Pferd zu trainieren oder einfach nur gute Zeit zu verbringen, sind recht vielfältig. Frage dich: Was möchtest du mit deinem Pferd erreichen? Welche Form der Beschäftigung macht dir besonders viel Freude? Es gibt Zeiten, da macht es auch viel Spaß, seinen Vierbeiner auf der Sommerweide zu besuchen und dort ein Picknick zu veranstalten. Im Folgenden noch ein paar Ideen beziehungsweise Variationen für die Arbeit vom Boden aus.

Spazieren, Wandern, Joggen

Im Grunde kannst du statt eines Ausritts auch einen Ausflug unternehmen, bei dem ihr beide zu Fuß unterwegs seid. Dein Pferd wird sich über die Abwechslung freuen. Ihr könnt kleine Pausen einlegen, die Natur genießen und du wirst spüren, dass das Vertrauen zwischen dir und deinem Pferd durch solche Ausflüge wächst.

Longieren

Ein Klassiker, der dir sicher bekannt ist und durch Variationen wie Arbeit am Langen-Zügel oder Doppel-Longe weitere Ideen mit sich bringt. Vielleicht interessiert dich dieses Feld besonders, dann kannst du dich mit entsprechender Fachlektüre dazu weiterbilden oder auch einen Kurs absolvieren. Ein Tipp für besonders Ehrgeizige: Über die FN kann man auch Longierabzeichen ablegen und so seine ganz besonderen Fähigkeiten bestätigen lassen.

Handarbeit

Handarbeit nutzen auch Dressurreiter immer wieder gerne für das Ausbilden der schweren Lektionen. Es ist eine schöne Alternative, um dein Pferd geschmeidig zu halten.

Dualaktivierung

Die Dualaktivierung ist ein System, bei dem mit blauen und gelben Schaumstoffstangen gearbeitet wird (diese Farben kann ein Pferd am besten erkennen), um die beiden Gehirnhälften des Pferdes besser zu verbinden. Der Pferdetrainer Michael Geitner hatte die Idee zu dieser Form von Training und es finden sich eine Menge Kurse oder auch Literatur dazu.

Freiheitsdressur, Clicker-Training, Zirkus-Lektionen

Um dem Pferd genug Arbeit für den Kopf zu geben, ohne es körperlich zu stark beanspruchen zu müssen, sind Zirkus-Lektionen eine tolle Alternative. Die Arbeit mit dem Clicker ist dazu ebenfalls nutzbar und funktioniert so, wie es aus dem Hundetraining bekannt ist. Wer die Freiheit liebt und ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zu seinem Pferd hat, kann mit der Freiheitsdressur ganz besondere Momente kreieren.

Horse-Agility oder Extremtrail

Diese Varianten gehören zu den intensiveren Trainingsmöglichkeiten. Wie beim Hunde-Agility überwinden Pferd und Mensch einen Parcours, ähnlich dem Trail. Die Hindernisse und die Art und Weise den Parcours anzugehen, sind etwas anders. Diese Art der Bodenarbeit erfordert ein intensiveres Training, weil Geschick, Koordination und Vertrauen gefragt sind. Manche Übungen beanspruchen das Pferd auch körperlich etwas mehr.