In jedem Pferdestall ein Muss: die Box mit den wichtigsten Utensilien, um eine Erstversorgung oder kleinere Behandlungen beim Pferd selbst erledigen zu können.
Bei der Stall-Apotheke ist nicht nur das „Was“ entscheidend, es kommt auch auf das „Wie“ an. Am besten packst du alle Utensilien in eine auffällige, gut verschließbare Box. Alle im Stall sollten wissen, wo diese Box steht, damit in einem Notfall nicht erst eine große Suche gestartet werden muss. Medikamente sollten regelmäßig auf das Verfallsdatum kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Tuben, Flaschen und Tiegel müssen immer wieder gut verschlossen werden. Bei der Entnahme von Produkten ist Hygiene das A und O. Schneide Verbandsmaterialien immer mit einer rostfreien, sauberen Schere ab. Falls Restbestände in die Apotheke zurückgelegt werden, lohnt sich das Verpacken in einen Plastikbeutel. Achtung vor Nässe! Die Stallapotheke sollte so aufbewahrt werden, dass der Inhalt keine Feuchtigkeit ziehen kann.
Und das gehört hinein:
Du kannst dich auch bei deinem Tierarzt rückversichern, ob aus seiner Sicht noch etwas fehlt oder er möglicherweise eine Produktempfehlung für dich hat. Manche Tierärzte bieten sogar Erste-Hilfe-Kurse beim Pferd an. Falls du besonders gut auf mögliche Notfälle vorbereitet sein möchtest, kann solch ein Kurs durchaus interessant sein. Du lernst da unter anderem, wie du einen Verband so anlegst, damit er keine Druckstellen oder andere Beschwerden verursacht. Wenn du außerdem weißt, wie du Puls, Atmung und Körpertemperatur des Pferdes kontrollierst, dann kannst du diese Werte im Falle eines Falles direkt mit an den Tierarzt durchgeben. Der Puls wird zum Beispiel an der Arterie des Unterkiefers gemessen und hat 28 bis 40 Schläge pro Minute. Die Atmung kann über die Flanken beobachtet werden und ist etwa mit acht bis 16 Atemzügen im Normalbereich. Zwischen 37 und 38°C sollte die Körpertemperatur deines Pferdes liegen.
Noch ein Hinweis zum Schluss. Vergiss nicht, dass manche Medikamente eine Dopingrelevanz haben. Falls du also ein Turnierpferd besitzt, kläre unbedingt ab, welche das sind.
Dieser Artikel dient der reinen Information und ersetzt keine tiermedizinische Beratung. Wende dich dazu bitte direkt an deine Tierarztpraxis.
Mauke ist eine entzündliche Hautveränderung im Fesselbereich des Pferdes, eine sogenannte Fesseldermatitis, auch Fesselekzem genannt. Meist sind die Fesselbeugen und hauptsächlich die Hinterbeine betroffen. Mauke kann viele Ursachen haben, wobei die klassische Mauke haltungsbedingt durch Feuchtigkeit und mangelnde Stall- oder Paddockhygiene entsteht.
Bei der Strahlfäule handelt es sich um eine Fäulniserkrankung im Hufbereich, die den Strahl und das angrenzende Gewebe betrifft. Bakterien und/oder Pilze siedeln sich dort bei Feuchtigkeit an, zersetzen das Horn und bilden schmierige, übelriechende Beläge. Strahlfäule tritt häufiger an den Hinter- als an den Vorderhufen auf.
Ein Dammriss bezeichnet eine Verletzung des Perineums, dem Bereich zwischen Vulva (=äußerlich sichtbare weibliche Geschlechtsorgane) und After. Er gehört zu den regelmäßig auftretenden Geburtsverletzungen bei der Stute. Ein Dammriss sollte immer chirurgisch behandelt werden, es sei denn er ist sehr klein.
Freies Kotwasser tritt mittlerweile häufig bei Pferden auf. Es handelt sich um den Absatz von schwarzbrauner, meist saurer Flüssigkeit mit dem Kot. Die Pferdeäpfel sind dabei normal geformt. Kotwasser kann unabhängig oder zusammen mit dem Kotabsatz abgegeben werden. In schweren Fällen wird es im Schwall ausgeschieden. Es kann permanent bestehen, nur im Winter oder Sommer auftreten oder auch phasenweise, beispielsweise in Stress-Situationen, wie etwa beim Verladen. Kotwasser ist weit mehr als nur ein kosmetisches Problem.
Viele Tierhalter:innen vergleichen bei einer Tierkrankenversicherung zuerst den Monatsbeitrag. 30 Euro oder 45 Euro? Null Euro oder 250 Euro Selbstbeteiligung? 80 Prozent oder 100 Prozent Kostenübernahme? Diese Fragen sind wichtig, aber sie entscheiden längst nicht darüber, ob eine Tierkrankenversicherung im Ernstfall wirklich die Kosten übernimmt. Denn zwei Tarife können beide mit "100 Prozent Kostenübernahme" werben und sich dennoch in Leistungen unterscheiden, die später mehrere Tausend Euro Unterschied ausmachen können. Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick ins Kleingedruckte. In diesem Beitrag zeigen wir dir zehn Leistungen, die viele Tierhalter beim Abschluss übersehen, die im Ernstfall aber einen enormen Unterschied machen können.
Thiamin (=Vitamin B1) wird in sämtlichen Körperzellen zur Energiegewinnung benötigt. Nervenzellen haben einen besonders hohen Energiebedarf und sind auf eine ausreichende Thiamin-Versorgung angewiesen. Bei einem Mangel entstehen Funktionsstörungen, die zu degenerativen Veränderungen im Gehirn führen. Es sind hauptsächlich Katzen betroffen. Beim Hund tritt die Thiaminmangel-Enzephalopathie seltener auf.
Hornspalten zählen zu den häufigen Hufproblemen beim Pferd und führen ohne Behandlung zu dauerhaften Formveränderungen des Hufes. Sie verlaufen immer in Längsrichtung zwischen dem Kronrand und dem Tragrand. Ein Hornspalt ist eine Eintrittsstelle für Bakterien und Pilze. Im feuchtwarmen Milieu des Spalts vermehren sich diese und lösen das Horn weiter auf. Liegt schlussendlich die Lederhaut offen, entstehen eitrige Entzündungen, die mit Lahmheiten einhergehen.