Viele Tierhalter:innen vergleichen bei einer Tierkrankenversicherung zuerst den Monatsbeitrag. 30 Euro oder 45 Euro? Null Euro oder 250 Euro Selbstbeteiligung? 80 Prozent oder 100 Prozent Kostenübernahme? Diese Fragen sind wichtig, aber sie entscheiden längst nicht darüber, ob eine Tierkrankenversicherung im Ernstfall wirklich die Kosten übernimmt. Denn zwei Tarife können beide mit "100 Prozent Kostenübernahme" werben und sich dennoch in Leistungen unterscheiden, die später mehrere Tausend Euro Unterschied ausmachen können. Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick ins Kleingedruckte. In diesem Beitrag zeigen wir dir zehn Leistungen, die viele Tierhalter beim Abschluss übersehen, die im Ernstfall aber einen enormen Unterschied machen können.
Viele denken bei einer Tierkrankenversicherung zuerst an die eigentliche Operation. Tatsächlich entstehen die ersten Kosten aber häufig schon deutlich früher. Bevor operiert wird, benötigt dein Tier möglicherweise:
Gerade moderne Diagnostik kann schnell mehrere hundert oder sogar über tausend Euro kosten. Ein guter Tarif übernimmt deshalb nicht nur die Operation selbst, sondern auch die medizinisch notwendigen Voruntersuchungen.
Nach den meisten Operationen ist die Behandlung bei vielen Vierbeinern noch nicht abgeschlossen. Oft entstehen auch hier weitere Kosten für die Genesung. Je nach Erkrankung können erforderlich sein:
Gerade bei orthopädischen Eingriffen summieren sich diese Kosten sehr schnell. Deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wie lange Vor- und Nachbehandlungen vom jeweiligen Tarif übernommen werden.
Nach Kreuzbandoperationen, Bandscheibenvorfällen oder Gelenkeingriffen empfehlen Tierärzt:innen häufig Physiotherapie. Dazu gehören beispielsweise:
Je nach Umfang können hierfür mehrere hundert bis über tausend Euro Kosten entstehen. Nicht jede Tierkrankenversicherung übernimmt diese Behandlungen automatisch.
Nicht jede Erkrankung lässt sich auf einem Röntgenbild erkennen. Angststörungen, Aggressionen oder traumatische Erlebnisse können den Alltag eines Hundes oder einer Katze erheblich beeinträchtigen. Einige Versicherer übernehmen deshalb auch Verhaltenstherapien oder die Behandlung entsprechender Verhaltensauffälligkeiten. Andere schließen diese Leistungen vollständig aus. Gerade bei jungen Hunden oder Tieren aus dem Tierschutz kann dieser Unterschied später entscheidend sein.
Kaum ein Leistungsbereich unterscheidet Versicherungen so stark wie Zahnbehandlungen. Während einige Tarife lediglich Zahnextraktionen nach Unfällen übernehmen, erstatten andere zusätzlich:
Andere Versicherer bieten hierfür wiederum separate Zahnbausteine an. Gerade bei älteren Tieren oder bestimmten Rassen können Zahnbehandlungen erhebliche Kosten verursachen.
Viele Hundebesitzer:innen nehmen ihren Vierbeiner mit in den Urlaub. Doch was passiert, wenn dein Hund während einer Reise plötzlich tierärztlich behandelt werden muss? Nicht jede Tierkrankenversicherung bietet denselben Auslandsschutz. Unterschiede gibt es beispielsweise bei:
Wer regelmäßig verreist, sollte diesen Punkt unbedingt vergleichen.
Immer mehr Versicherer bieten zusätzliche Gesundheitsbudgets an. Diese können beispielsweise genutzt werden für:
Je nach Tarif stehen hierfür feste Budgets pro Versicherungsjahr zur Verfügung. Dadurch lassen sich nicht nur schwere Erkrankungen absichern, sondern auch regelmäßige Gesundheitskosten reduzieren.
Viele Tierversicherungen arbeiten nach dem Erstattungsprinzip. Das bedeutet: Du bezahlst zunächst die Tierarztrechnung selbst und erhältst anschließend, je nach Tarif, die Kosten erstattet. Einige Versicherer ermöglichen jedoch auch eine Direktabrechnung mit bestimmten Tierarztpraxen oder Tierkliniken. Gerade bei sehr hohen Rechnungen kann dies eine erhebliche finanzielle Entlastung sein, da du nicht mehrere Tausend Euro vorstrecken musst.
Viele Tierhalter:innen gehen davon aus, dass jede Tierkrankenversicherung sämtliche Kosten übernimmt. Das stimmt jedoch nicht automatisch. Einige Tarife begrenzen die jährliche Erstattung beispielsweise auf:
Andere verzichten vollständig auf eine jährliche Leistungsgrenze. Gerade bei schweren Erkrankungen, mehreren Operationen oder langen Klinikaufenthalten kann eine unbegrenzte Versicherungssumme sehr hilfreich sein.
Ein günstiger Beitrag hilft wenig, wenn wichtige Erkrankungen gar nicht versichert sind. Deshalb solltest du beim Tarifvergleich besonders auf mögliche Ausschlüsse achten. Dazu gehören beispielsweise:
Ebenso wichtig ist die Frage, ob der Versicherer den Vertrag nach einem größeren Leistungsfall kündigen kann oder ob dein Versicherungsschutz langfristig bestehen bleibt. Gerade wenn dein Tier später chronisch erkrankt, möchtest du dich darauf verlassen können, weiterhin abgesichert zu sein.
Die beste Tierkrankenversicherung für alle gibt es nicht. Ein junger Mischling hat andere Anforderungen als eine ältere Maine Coon. Ein sportlicher Labrador benötigt möglicherweise andere Leistungen als eine Französische Bulldogge mit rassespezifischen Risiken. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Tarife anhand der eigenen Bedürfnisse miteinander zu vergleichen. Neben dem Preis solltest du insbesondere auf den Leistungsumfang, mögliche Ausschlüsse, die Versicherungssumme, Vor- und Nachbehandlungen sowie den langfristigen Versicherungsschutz achten.
Es gibt online verschiedenste kostenlose Vergleichsplattformen. Hier kannst du über 200 verschiedene Tierkrankenversicherungen anhand von Angaben zu deinem Tier maßgeschneidert gegenüberstellen. So erkennst du schnell, welche Tarife zu deinem Hund oder deiner Katze passen und welche Unterschiede im Leistungsumfang bestehen. Denn am Ende gilt: Viele Tarife werben mit "100 Prozent Erstattung". Entscheidend ist aber, wofür diese 100 Prozent überhaupt gelten. Genau deshalb ist ein sorgfältiger Vergleich oft mehr wert als jeder vermeintliche Testsieger.
Dieser Artikel dient der reinen Information und ersetzt keine tiermedizinische Beratung. Wende dich dazu bitte direkt an deine Tierarztpraxis.
Thiamin (=Vitamin B1) wird in sämtlichen Körperzellen zur Energiegewinnung benötigt. Nervenzellen haben einen besonders hohen Energiebedarf und sind auf eine ausreichende Thiamin-Versorgung angewiesen. Bei einem Mangel entstehen Funktionsstörungen, die zu degenerativen Veränderungen im Gehirn führen. Es sind hauptsächlich Katzen betroffen. Beim Hund tritt die Thiaminmangel-Enzephalopathie seltener auf.
Die Infektion mit Angiostrongylus vasorum wurde erstmals im 19. Jahrhundert in Südfrankreich beschrieben, woher der Name „Französischer Herzwurm“ stammt. Er tritt häufig beim Fuchs, seltener beim Hund auf und wird über gefressene Schnecken übertragen. In Deutschland ist der Französische Herzwurm erst in letzter Zeit vermehrt in den Fokus gerückt, da die Folgen einer Infektion gravierend sein können.
Die UV-Strahlung hat in Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten unerwartet stark zugenommen. Dies ist vor allem auf den Klimawandel und eine veränderte Bewölkung zurückzuführen. Sonnenbrand ist ein ernst zu nehmendes Thema – nicht nur bei uns Menschen. Denn UV-Strahlung verursacht auch bei Tieren Schäden in der Haut.
Diabetes insipidus ist eine hormonelle Erkrankung, bei der die Nieren übermäßig viel Wasser ausscheiden. Dadurch werden große Mengen an sehr wässrigem Urin produziert, oft mehrere Liter täglich. Der Wasserverlust führt zu großem Durst, so dass betroffene Tiere extrem viel trinken.
Bei der Pyelonephritis (=Nierenbeckenentzündung) handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Nierenbeckens mit Beteiligung des Nierengewebes. Sie entsteht in der Regel durch Bakterien, die über den Harntrakt bis in die Niere aufsteigen. Deshalb wird sie meist von einer Entzündung des Harnleiters und der Harnblase begleitet. In seltenen Fällen gelangen Erreger über die Lymphe oder das Blut in die Nieren und führen so zu einer sogenannten Ausscheidungsnephritis.
Ein ektopischer Ureter ist eine angeborene Fehlbildung, bei der der Ureter (=Harnleiter) nicht korrekt in die Harnblase mündet, sondern an einer anderen Stelle, wie dem Blasenhals, der Harnröhre, der Vagina oder der Gebärmutter. Betroffene Hunde können den Urinabsatz nicht willentlich kontrollieren und tröpfeln kontinuierlich.
Freies Kotwasser tritt mittlerweile häufig bei Pferden auf. Es handelt sich um den Absatz von schwarzbrauner, meist saurer Flüssigkeit mit dem Kot. Die Pferdeäpfel sind dabei normal geformt. Kotwasser kann unabhängig oder zusammen mit dem Kotabsatz abgegeben werden. In schweren Fällen wird es im Schwall ausgeschieden. Es kann permanent bestehen, nur im Winter oder Sommer auftreten oder auch phasenweise, beispielsweise in Stress-Situationen, wie etwa beim Verladen. Kotwasser ist weit mehr als nur ein kosmetisches Problem.
Ein Dammriss bezeichnet eine Verletzung des Perineums, dem Bereich zwischen Vulva (=äußerlich sichtbare weibliche Geschlechtsorgane) und After. Er gehört zu den regelmäßig auftretenden Geburtsverletzungen bei der Stute. Ein Dammriss sollte immer chirurgisch behandelt werden, es sei denn er ist sehr klein.
Bei der Strahlfäule handelt es sich um eine Fäulniserkrankung im Hufbereich, die den Strahl und das angrenzende Gewebe betrifft. Bakterien und/oder Pilze siedeln sich dort bei Feuchtigkeit an, zersetzen das Horn und bilden schmierige, übelriechende Beläge. Strahlfäule tritt häufiger an den Hinter- als an den Vorderhufen auf.