Mauke ist eine entzündliche Hautveränderung im Fesselbereich des Pferdes, eine sogenannte Fesseldermatitis, auch Fesselekzem genannt. Meist sind die Fesselbeugen und hauptsächlich die Hinterbeine betroffen. Mauke kann viele Ursachen haben, wobei die klassische Mauke haltungsbedingt durch Feuchtigkeit und mangelnde Stall- oder Paddockhygiene entsteht.
Am häufigsten kommt Mauke bei Pferden mit langem, dichtem Fesselbehang, wie beispielsweise bei Kaltblütern, Tinkern oder Friesen, vor. Grundsätzlich können jedoch alle Pferde an Mauke erkranken. Meistens ist die Fesselbeuge betroffen, in der Keime durch Feuchtigkeit optimale Wachstumsbedingungen haben. In langem Behang halten sich Feuchtigkeit sowie Schmutz besonders hartnäckig. Mauke kann jedoch auch an den Seiten oder der Vorderseite der Fessel auftreten. Häufig sind nicht-pigmentierte, weiß behaarte Hautbereiche betroffen.
Mauke kann verschiedene Ursachen haben. Als klassische Mauke wird eine bakterielle Infektion bezeichnet, die haltungsbedingt durch Feuchtigkeit und mangelnde Stall- oder Paddockhygiene entsteht. Die Haut weicht auf und es bilden sich Risse. So können Bakterien aus der Umgebung oder der körpereigenen Hautflora eindringen und zu einer Entzündung führen. Zu den häufigsten bakteriellen Erregern der Mauke gehören die Staphylokokken. Sie treten jedoch selten allein auf, sondern meist mit anderen Bakterien, Hautpilzen oder Milben zusammen.
Bei verschiedenen anderen Erkrankungen kann ebenfalls eine Fesseldermatitis auftreten. Diese betreffen dann teilweise nicht nur den Fesselbereich, sondern auch andere Körperbereiche. Es kommen außerdem Kombinationen mehrerer Erkrankungen vor.
Mauke kann in verschieden Formen auftreten:
Je nachdem wie stark die Mauke ausgeprägt ist, kommt es zu Juckreiz und/oder Schmerzen. Entstehen tiefe Hautrisse und Schwellungen, kann dies zu einer Lahmheit führen.
Breitet sich eine Mauke weiter bis zu den Karpal- oder Sprunggelenken aus, wird sie als Raspe bezeichnet. Es kann dann das gesamte Unterbein anschwellen.
Die „Diagnose“ Mauke ist für deine/n Tierärzt:in rein visuell und einfach zu stellen. Mauke ist jedoch streng genommen keine Diagnose. Um die Ursache zu finden, also die tatsächliche Diagnose zu stellen, erfragt dein/e Tierärzt:in zuerst genau die Vorgeschichte der Erkrankung und beurteilt die Haltung deines Pferdes. Tritt die Mauke ganzjährig oder nur saisonal auf? Sind nur die Fesseln oder auch weitere Körperbereiche erkrankt? Ist nur dein Pferd oder sind weitere Pferde im Stall betroffen? Dein/e Tierärzt:in führt danach eine allgemeine Untersuchung deines Pferdes durch. Die weitere Diagnostik erfolgt dann in der Regel durch ein oberflächliches Hautgeschabsel oder ein Klebefilm-Abklatschpräparat (=Untersuchungsmethode, bei der die Erreger an einem Klebefilm festhaften) mit nachfolgender mikroskopischer Untersuchung. Bei Verdacht auf Dermatophytose legt dein/e Tierärzt:in eine Pilzkultur (=gezielte Vermehrung von Pilzen auf einem Nährboden) an und untersucht diese. Bei Verdacht auf Pemphigus foliaceus oder photoaktivierter Vaskulitis entnimmt er/sie eine Biopsie.
Hat dein Pferd viel Behang, rasiert dein/e Tierärzt:in die Fesseln zunächst aus. Ausgeprägte Verkrustungen entfernt er/sie mit lauwarmem Wasser und einer antiseptischen Seife zu Beginn einmal komplett. Gegebenenfalls sind dazu Umschläge zum Einweichen nötig, um alle Krusten abzulösen. Danach erfolgt die meist mehrwöchige Therapie mit antiseptischem Shampoo, Spray und/oder Creme. Je nach Ursache wird der betroffene Bereich mit einem Antimykotikum (=Medikament zur Behandlung von Pilzinfektionen) oder Antiparasitikum (=Medikament gegen Parasiten) behandelt. Teilweise ist die Gabe eines oralen (=über das Maul gegebenen) Antibiotikums oder Antiparasitikums notwendig.
Ist dein Pferd an Pemphigus foliaceus erkrankt, bekommt es meist lebenslang Kortison, um das Immunsystem zu unterdrücken. Die anfänglich hohe Kortison-Dosis wird schrittweise reduziert, bis die niedrigste mögliche Erhaltungsdosis erreicht ist. Teilweise kann das Kortison wieder ganz abgesetzt werden. Auch bei photoaktivierter Vaskulitis wird in schweren Fällen Kortison sowie eventuell weitere spezielle Medikamente gegeben. Bei allen UV-Licht bedingten Erkrankungen muss außerdem das Sonnenlicht gemieden werden, indem Weidegang beispielsweise nachts stattfindet oder tagsüber die Beine mit Weidegamaschen geschützt werden. Bei Photosensibilisierung sowie Kontaktdermatitis muss die auslösende Substanz identifiziert und eliminiert werden. Teilweise ist hier die unterstützende Gabe von Entzündungshemmern nötig.
Dein Pferd sollte bis zum vollständigen Abheilen, im besten Fall dauerhaft, trocken und sauber stehen. Außerdem sollte es genügend Möglichkeit zur Bewegung auf trockenem Untergrund haben, um die Durchblutung und damit die Heilung anzuregen.
Werden alle beteiligten Ursachen der Mauke identifiziert und behandelt beziehungsweise abgestellt, ist die Prognose gut. Leichte Fälle heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Bei hochgradiger Mauke kann die Behandlung langwierig sein. Außerdem kommen häufig Rückfälle vor, da die Haut im betroffenen Bereich geschädigt und damit anfällig für neue Infektionen ist.
Um Mauke vorzubeugen, ist es wichtig, die Fesselbeugen deines Pferdes trocken und sauber zu halten. Eine gute Stall- und Paddockhygiene ist hierfür von zentraler Bedeutung. Wenn trotzdem Erreger in die Haut eindringen, kann ein stabiles Immunsystem diese abwehren. Sorge deshalb für eine artgerechte Fütterung und Haltung mit ausreichend freier Bewegung. Auch das Minimieren von Stress unterstützt ein gutes Immunsystem. Passe daher das Training immer an den Stand deines Pferdes an und achte auf eine harmonische Herdenzusammensetzung.
Dieser Artikel dient der reinen Information und ersetzt keine tiermedizinische Beratung. Wende dich dazu bitte direkt an deine Tierarztpraxis.
Bei der Strahlfäule handelt es sich um eine Fäulniserkrankung im Hufbereich, die den Strahl und das angrenzende Gewebe betrifft. Bakterien und/oder Pilze siedeln sich dort bei Feuchtigkeit an, zersetzen das Horn und bilden schmierige, übelriechende Beläge. Strahlfäule tritt häufiger an den Hinter- als an den Vorderhufen auf.
Ein Dammriss bezeichnet eine Verletzung des Perineums, dem Bereich zwischen Vulva (=äußerlich sichtbare weibliche Geschlechtsorgane) und After. Er gehört zu den regelmäßig auftretenden Geburtsverletzungen bei der Stute. Ein Dammriss sollte immer chirurgisch behandelt werden, es sei denn er ist sehr klein.
Freies Kotwasser tritt mittlerweile häufig bei Pferden auf. Es handelt sich um den Absatz von schwarzbrauner, meist saurer Flüssigkeit mit dem Kot. Die Pferdeäpfel sind dabei normal geformt. Kotwasser kann unabhängig oder zusammen mit dem Kotabsatz abgegeben werden. In schweren Fällen wird es im Schwall ausgeschieden. Es kann permanent bestehen, nur im Winter oder Sommer auftreten oder auch phasenweise, beispielsweise in Stress-Situationen, wie etwa beim Verladen. Kotwasser ist weit mehr als nur ein kosmetisches Problem.
Viele Tierhalter:innen vergleichen bei einer Tierkrankenversicherung zuerst den Monatsbeitrag. 30 Euro oder 45 Euro? Null Euro oder 250 Euro Selbstbeteiligung? 80 Prozent oder 100 Prozent Kostenübernahme? Diese Fragen sind wichtig, aber sie entscheiden längst nicht darüber, ob eine Tierkrankenversicherung im Ernstfall wirklich die Kosten übernimmt. Denn zwei Tarife können beide mit "100 Prozent Kostenübernahme" werben und sich dennoch in Leistungen unterscheiden, die später mehrere Tausend Euro Unterschied ausmachen können. Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick ins Kleingedruckte. In diesem Beitrag zeigen wir dir zehn Leistungen, die viele Tierhalter beim Abschluss übersehen, die im Ernstfall aber einen enormen Unterschied machen können.
Thiamin (=Vitamin B1) wird in sämtlichen Körperzellen zur Energiegewinnung benötigt. Nervenzellen haben einen besonders hohen Energiebedarf und sind auf eine ausreichende Thiamin-Versorgung angewiesen. Bei einem Mangel entstehen Funktionsstörungen, die zu degenerativen Veränderungen im Gehirn führen. Es sind hauptsächlich Katzen betroffen. Beim Hund tritt die Thiaminmangel-Enzephalopathie seltener auf.
Die Infektion mit Angiostrongylus vasorum wurde erstmals im 19. Jahrhundert in Südfrankreich beschrieben, woher der Name „Französischer Herzwurm“ stammt. Er tritt häufig beim Fuchs, seltener beim Hund auf und wird über gefressene Schnecken übertragen. In Deutschland ist der Französische Herzwurm erst in letzter Zeit vermehrt in den Fokus gerückt, da die Folgen einer Infektion gravierend sein können.
In jedem Pferdestall ein Muss: die Box mit den wichtigsten Utensilien, um eine Erstversorgung oder kleinere Behandlungen beim Pferd selbst erledigen zu können.
Hornspalten zählen zu den häufigen Hufproblemen beim Pferd und führen ohne Behandlung zu dauerhaften Formveränderungen des Hufes. Sie verlaufen immer in Längsrichtung zwischen dem Kronrand und dem Tragrand. Ein Hornspalt ist eine Eintrittsstelle für Bakterien und Pilze. Im feuchtwarmen Milieu des Spalts vermehren sich diese und lösen das Horn weiter auf. Liegt schlussendlich die Lederhaut offen, entstehen eitrige Entzündungen, die mit Lahmheiten einhergehen.