Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die auf natürlichem Weg vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Sie stellen ein Gesundheitsrisiko insbesondere für Kinder, ältere und immungeschwächte Menschen dar. Zoonosen können jedoch nicht nur vom Tier auf den Menschen übertragen werden, sondern auch umgekehrt, von Menschen auf Tiere.
Neben der direkten Übertragung von Erregern von einem Lebewesen zum anderen gibt es indirekte Übertragungswege: Dabei erfolgt die Infektion häufig über Lebensmittel oder durch sogenannte Vektoren (=Organismen, die Krankheitserreger übertragen), meist Stechmücken oder Zecken. Diese nehmen den Erreger bei einer Blutmahlzeit von einem infizierten Tier oder Menschen auf und übertragen ihn bei der nächsten Blutmahlzeit auf das nächste Lebewesen.
Die Liste der Zoonosen ist lang. Als ursächliche Erreger kommen Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze oder auch Prionen vor. Im Folgenden findest du die meisten in Mitteleuropa vorkommenden Zoonose-Erreger:
Die Übertragung kann durch direkten Tierkontakt, aber auch indirekt über Kot, Urin, Speichel und andere Körpersekrete stattfinden.
Bakterien
Viren
Parasiten
Pilze
Lebensmittelbedingte Zoonosen kommen beim Menschen am häufigsten vor. Mit Ausnahme von Prionen verursachen sie plötzliche Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen und Erbrechen sowie Fieber und Gliederschmerzen.
Prionen
Zu den wichtigsten Vektoren zählen verschiedene Stechmücken- und Zeckenarten.
Der Schutz vor Zoonosen besteht primär aus einer guten Lebensmittelhygiene, verschiedenen Schutzimpfungen, Zecken- und Mückenschutz sowie der regelmäßigen Entwurmung deiner Tiere.
Wasche deine Hände nach Tierkontakt oder Arbeiten im Garten sowie insbesondere vor dem Essen gründlich mit Seife. Wasche pflanzliche Lebensmittel vor dem Verzehr sorgfältig. Insbesondere Schwangere, Kleinkinder, immungeschwächte oder ältere Personen sollten auf den Verzehr von rohen Lebensmitteln verzichten. Auch beim Tier ist rohes Fleisch sowie ungewaschenes Gemüse eine Ansteckungsquelle. Dies ist insbesondere beim BARFEN (siehe entsprechender Artikel) zu beachten.
Lasse deinen Hund regelmäßig nach den Empfehlungen der StiKo Vet (=Ständige Impfkommission Veterinärmedizin) gegen Tollwut und Leptospirose und deine Katze gegen Katzenschnupfen impfen. Gegen einige virale Infektionskrankheiten gibt es auch für den Menschen Schutzimpfungen, wie beispielsweise gegen FSME und Tollwut.
Bei Hunden und Katzen ist zum Schutz vor zeckenübertragenen Erregern wie FSME oder Borreliose eine ganzjährige Zecken-Prophylaxe anzuraten, die auch gegen Flöhe, Milben und Sandmücken schützt. Wichtig ist zusätzlich das tägliche Absuchen des Fells und das schnelle Entfernen von Zecken.
Trage in Mückengebieten lange, weite Kleidung, benutze Insektenschutzmittel und meide die mückenaktive Dämmerung, auch für Hundespaziergänge.
Die regelmäßige Entwurmung deines Hundes und deiner Katze schützt dein Tier, aber auch dich. Dein/e Tierärzt:in berät dich hierzu gerne.
Das Auftreten von Zoonose-Erregern in Lebensmitteln, Futtermitteln und lebenden Tieren wird in allen Ländern der Europäischen Union im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Zoonose-Monitorings erfasst und ausgewertet. In Deutschland werden die Berichte zum Zoonose-Monitoring auf der Homepage des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (https://www.bvl.bund.de) veröffentlicht. Im interaktiven Onlineportal ZooNotify (https://zoonotify.bfr.berlin) vom Bundesinstitut für Risikobewertung findest du ebenso Ergebnisdaten zum Zoonose-Monitoring.
Für verschiedene Erkrankungen besteht deshalb eine Meldepflicht beim Gesundheitsamt (Mensch) beziehungsweise beim Veterinäramt (Tier). Die Meldung macht dein/e Ärzt:in beziehungsweise Tierärzt:in.
Entzündungen des Gehirns und/oder der Hirnhäute kommen häufig vor, insbesondere im Süden Europas. Sie treten jedoch durch den steigenden Reiseverkehr mit Hunden und Katzen sowie den Import von Kleintieren aus Osteuropa auch in Deutschland immer häufiger auf. Krankheitsübertragende Insekten, die sich durch den Klimawandel immer weiter nach Norden ausbreiten, tragen außerdem dazu bei.
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