Eine Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, ist eine starke Entzündungsreaktion des gesamten Körpers auf eine Infektion oder eine nicht-infektiöse Ursache. Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Zustand, der schnellstmöglich erkannt und behandelt werden muss.
Es werden generell zwei Ursachen für eine Sepsis unterschieden:
Die am häufigsten vorkommenden infektiösen Ursachen sind:
Eine Sepsis ist eine komplexe Kettenreaktion des gesamten Körpers, die mit zunehmendem Voranschreiten immer schwerer zu kontrollieren ist. Durch Weitstellung der Blutgefäße im gesamten Körper entsteht eine übermäßige Durchblutung von unwichtigeren Organen wie der Haut auf Kosten von wichtigen Organen wie Herz und Nieren. Diese werden so nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Blutgefäße werden außerdem durchlässiger, so dass Blutplasma (=zellfreie Flüssigkeit des Blutes) ins Gewebe austritt. Somit ist noch weniger Blutvolumen in den Blutgefäßen vorhanden. Das Blut gerinnt auch schneller. Dies kann bis zu einem vollständigen Verbrauch der Gerinnungsfaktoren, einer Verbrauchskoagulopathie (siehe Artikel Störungen der Blutgerinnung) führen. Entzündungsmediatoren (=körpereigene Substanzen, die Entzündungen auslösen und fördern) und vor allem von Bakterien gebildete Toxine (=Giftstoffe) stören schließlich die Herzmuskelfunktion. Dadurch verschlechtert sich die Durchblutung des Körpers noch mehr. Bei einer schweren Sepsis treten Funktionsstörungen bis zum Organversagen einzelner oder mehrerer Organe auf. Im schlimmsten Fall kommt es im septischen Schock zum Kreislaufversagen.
Die recht unspezifischen Symptome einer Blutvergiftung sind:
Beim Hund zeigt sich in der Anfangsphase ein umgekehrtes Bild: Die Schleimhäute sind gerötet, die kapilläre Rückfüllzeit ist verkürzt und die Herz-/Pulsfrequenz und der Blutdruck sind erhöht.
Bei einer Sepsis ist eine schnelle Diagnosestellung lebenswichtig. Dein Vorbericht kann direkt Hinweise auf die Ursache geben, wie beispielsweise eine kürzlich erfolgte Verletzung. Bei einer allgemeinen Untersuchung beurteilt der/die Tierärzt:in insbesondere die Vitalwerte. Weiterhin führt er/sie eine komplette Blutuntersuchung inklusive Bestimmung von Organparametern, des Elektrolyt- und Säure-Base-Haushalts durch. Zusätzlich kann auch Harn untersucht werden. Mittels Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung kann eventuell der Ursprungsherd der Sepsis sowie freie Flüssigkeit in den Körperhöhlen dargestellt werden. Unter Ultraschallkontrolle kann der/die Tierärzt:in mithilfe einer dünnen Nadel eine Probe dieser Flüssigkeit entnehmen und untersuchen.
Eine schnellstmögliche Behandlung der Sepsis ist von großer Bedeutung. Die stabilisierende Notfallbehandlung erfolgt zeitgleich mit der oben genannten Diagnostik. Besteht Atemnot, wird dein Tier über eine Maske oder Nasensonde mit Sauerstoff versorgt. Es wird ein Venenkatheter gelegt, über den Flüssigkeit sowie eventuell Elektrolyte (=Mineralstoffe), Glucose (=Zucker) sowie kreislaufstabilisierende und schmerzstillende Medikamente gegeben werden. Die Verabreichung eines wirksamen Antibiotikums innerhalb der ersten Stunden ist bei bakteriellen Infektionen sehr wichtig. Ist dein Tier stabilisiert, wird je nach Ursache der Ausgangsherd einer Infektion chirurgisch behandelt.
Besteht der Verdacht auf Sepsis, suche sofort eine naheliegende Tierarztpraxis auf. Bei schwerer Sepsis ist eine intensivmedizinische rund um die Uhr Betreuung notwendig, die nur in Tierkliniken zu leisten ist.
Eine Sepsis ist ein absoluter Notfall. Wird sie nicht früh genug erkannt und behandelt, ist die Prognose sehr schlecht. Gelingt die Stabilisierung deines Tieres sowie die Behandlung der Ursache, ist die Prognose besser.
Durch das Verhindern beziehungsweise schnelle Behandeln von Infektionen sowie den oben genannten nicht-infektiösen Ursachen sinkt das Risiko für die Entstehung einer Blutvergiftung. Lasse deshalb alle von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StiKo Vet) empfohlenen Impfungen bei deinem Tier regelmäßig durchführen. Reinige auch kleinere Wunden sofort gründlich und desinfiziere sie. So vermeidest du Eintrittspforten für Keime. Eine gesunde und ausgewogene Fütterung sowie die Vermeidung von Stress trägt außerdem zu einem guten Immunsystem bei.
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