Euthanasie

Euthanasie wird im Deutschen auch als Einschläfern bezeichnet. Bei Tieren ist diese Sterbehilfe unter bestimmten, tierschutzrechtlich geregelten Umständen erlaubt. Wenn ein Leiden nicht mehr zu lindern ist, kann das schmerzlose Einschläfern eine Erlösung für dein Tier sein. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen und wie läuft eine Euthanasie ab?

INHALT
Rechtlicher Rahmen Der richtige Zeitpunkt Ablauf einer Euthanasie Nach der Euthanasie
Rechtlicher Rahmen

Eine Euthanasie ist laut Tierschutzgesetz nur aus „vernünftigem Grund“ zulässig. Dies sind beispielsweise unheilbare, schwere Leiden oder Schmerzen durch eine Erkrankung oder Verletzung. Eine Euthanasie muss so schmerzlos und wenig belastend wie möglich geschehen und darf nur von einem/einer Tierärzt:in durchgeführt werden.

Der richtige Zeitpunkt

Die Lebensqualität deines Tieres richtig einzuschätzen und den gekommenen Zeitpunkt für eine Euthanasie zu erkennen, ist meist nicht einfach. Gibt es keine Aussicht auf Heilung und du bist nicht in der Lage, dein Tier im nötigen Maß zu pflegen, besprich dich mit deinem/deiner Tierärzt:in, ob und wann eine Euthanasie in Betracht kommt.

Frisst, trinkt und schläft dein Tier noch genug? Kann es sich sicher bewegen und sich selbstständig putzen? Zeigt es noch Freude und Interesse an seiner Umwelt? Bestehen unbehandelbare Schmerzen oder leidet es unter Atemnot? Hat das Tier mehr gute als schlechte Tage? Das sind die Fragen, die es gemeinsam mit deinem/deiner Tierärzt:in abzuwägen gilt.

Ablauf einer Euthanasie

Die Euthanasie läuft in der Regel in drei Schritten ab. Das Tier fällt nach einer Beruhigung in einen tiefen Schlaf. Bewusstsein und Schmerzempfinden werden ausgeschaltet, bevor Atem- und Herzstillstand eintreten.

  1. Sedation (=Beruhigung): Zuerst wird dein Tier durch ein Beruhigungsmittel sediert. Dieses kann über einen zuvor gelegten Venenkatheter, unter die Haut, in den Muskel oder als Tablette verabreicht werden.
  2. Betäubung / Narkose: Danach wird zur Betäubung eine Narkose durch Gabe eines Narkosemittels eingeleitet. Diese schaltet das Bewusstsein sowie Schmerzen aus. Bei Pferden kann auch die Betäubung durch Bolzenschuss angewandt werden. Dabei wird ein Bolzenschussapparat auf die Stirn des Pferdes aufgesetzt und ausgelöst, was zur sofortigen Bewusstlosigkeit führt.
  3. Euthanasie: Für die Euthanasie an sich können verschiedene Medikamente oder ein überdosiertes Narkosemittel gegeben werden. Das bereits tief schlafende beziehungsweise betäubte, bewusstseins- und schmerzfreie Tier verstirbt durch einen schnellen Herz- und Atemstillstand.

Dein/e Tierärzt:in überprüft danach den Tod durch Abhören von Herz und Lunge.

Nach der Euthanasie

Mit dem Tierkörper kann nach der Euthanasie verschieden umgegangen werden. Bis zur Größe eines Hundes darfst du dein Tier im eigenen Garten begraben. Ansonsten kommt ein Tierfriedhof, die Einzel- oder Sammeleinäscherung oder der Weg in die Tierkörperbeseitigungsanlange in Betracht. Mehr zu den einzelnen Optionen findest du im Artikel „Wenn der Hund stirbt – vom Loslassen und Begleiten“.